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Freilichtspiele Andermatt | Tyyfelsbrigg

Publiziert am 03. August 2013

Ein Freilichtspiel mit sagenhafter Kulisse, mal komisch, mal tragisch, mal atemberaubend schön. Ein ganz und gar gelungenes Volkstheater auf Teufel komm raus!

Tyyfelsbrigg, Freilichtspiele Andermatt 2013 | Andermatt | 12. Juli bis 31. August 2013 | Autorin: Gisela Widmer | Regie: Livio Andreina | Ausstattung: Anna Maria Glaudemans Andreina

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Kulturforum Andermatt Gotthard

art-tv Wertung
Ein teuflisch guter Teufel, ein teuflisch gutes Stück, eine teuflisch gute Regie und eine himmlische Ausstattung. «Tyyfelsbrigg» ist DAS Sommertheater 2013. Was Autorin Gisela Widmer, Regisseur Livio Andreina und Ausstatterin Anna Maria Glaudemans Andreina zusammen mit einem überzeugenden Team aus Profischauspielern und Laien auf die Beine gestellt haben, ist schlicht und einfach grossartig. Auf keinen Fall verpassen!

De sell dr Tyyfel ä Brigg buä!
Dies rief der Urschner Talammann verzweifelt, als sämtliche Versuche gescheitert waren, über die wild stiebende Reuss in der oberen Schöllenenschlucht einen Übergang zu erstellen. Kaum gesagt, stand auch tatsächlich der Leibhaftige da und schlug den verdutzten Urschnern einen Pakt vor. Er werde in drei Tagen eine Brücke bauen. Und der Preis? Die Seele des ersten Lebewesens, das die Brücke passiert, solle ihm gehören.

Das Thema ist hochaktuell
Autorin Gisela Widmer ist von der Aktualität des Stückes überzeugt. Für sie spielt das Ganze auf vielen Ebenen. «Neben der archetypisch-mythologischen Ebene spielt auch der Gotthard, der König der Pässe, in seiner grandiosen Bedeutungsvielfalt eine Rolle.» Oder, um es mit den Worten des Historikers Laur-Belart zu sagen: «Hier entschied sich die Gründung eines neuen Staates. Ein Staat, dessen Vater nicht der sagenhafte Tell ist, sondern der Mann, der die stäubende Brücke ersann und ausführte.» Hinzu kommt die gesellschaftspolitische Ebene, die zahlreiche Fragen beinhaltet wie etwa: Gibt es Fortschritt ohne Seelenverlust? War tatsächlich die ganze Talgemeinschaft für diesen verwegenen Brückenbau? Welche Seele hätte eigentlich geopfert werden sollen, wenn da nicht einer auf die List mit dem Ziegenbock gekommen wäre? Und vor allem: Liess sich der Teufel wirklich so leicht abservieren? Wartet er nicht bis zum heutigen Tag auf seine Seele?

Das Publikum kann sich freuen
Geboten wird ein Freilichtspiel voller Spannung. Mit Witz und Tiefgang wird eine Geschichte erzählt, die bewegt und unter die Haut geht. «Und einen besseren Spielort als jenen beim Kasernengelände kann ich mir gar nicht vorstellen», sagt Gisela Widmer. «Die schroffen, steilen Felswände sind wie geschaffen für diese grossartige Sage.»

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