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Luzerner Theater | Antigone

Publiziert am 14. Dezember 2014

Die Tragödie von Antigone hat ihre Aktualität über die Jahrtausende bewahrt. Die gegenwartskritische Inszenierung ist voller vielschichtig verrätselter Andeutungen.

Antigone | Tragödie von Sophokles | Erstaufführung der Neuübersetzung von Kurt Steinmann | Luzerner Theater | Premiere: 13. Dezember 2014 | weitere Vorstellungen bis 1. März 2015

Eine alte Geschichte
Ödipus tötet seinen Vater Laios und heiratet seine Mutter Iokaste; beides, ohne es zu wissen, allerdings durch einen Fluch vorausgesagt. Nach Aufdeckung der inzestuösen Beziehung durch den Seher Teiresias begeht Iokaste Selbstmord; Ödipus blendet sich und verlässt Theben, die Stätte seiner Herrschaft. Zurück bleiben ihre vier Kinder Antigone, Ismene, Polyneikes und Eteokles. Zwischen den beiden Söhnen entbrennt ein Streit um die Regentschaft. Bei einem Zweikampf kommen beide ums Leben, Iokastes Bruder Kreon wird Herrscher über Theben. Umgehend erlässt er neue Gesetze und verbietet die ehrenvolle Bestattung der verfeindeten Brüder. Hier setzt die Handlung des Dramas ein.

Gesetz, Sitte, Regel, Ordnung und Norm
«Antigone ist im Recht, doch gegen sie spricht: das Schroffe, Herbe, Wilde, Eigensinnige ihres Charakters. Die Radikalität Antigones wirkt bedrohlich, man meint zu erkennen, dass sie in Verfolgung ihrer Ziele kein Mittel scheuen würde, aber eben dieser Wille, Gesetz um des (ungeschriebenen) Rechts willen – wir können auch Gewissen sagen – zu übertreten, macht diese Mädchengestalt so ungemein anziehend und – unter Umständen – vorbildhaft. Würde die Welt den Kreons überlassen, sie würde erstarren in Gesetz, Sitte, Regel, Ordnung und Norm; würden die Autonomen, die Ungebundenen, die Eigensinnigen, Leidenschaftlichen, dem Gefühl Gehorchenden den Sieg erringen, die Welt fiele dem Chaos anheim.» (Kurt Steinmann)

Grosses Aufsehen bei Publikum und Presse
Der Regisseur Wojtek Klemm, geboren 1972 in Warschau, inszeniert seit seinem Regiestudium an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst «Ernst Busch» regelmässig in Polen, Israel, Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seine Luzerner Inszenierung von Friedrich Dürrenmatts «Besuch der alten Dame» in der Spielzeit 2011/12 sorgte für grosses Aufsehen bei Publikum und Presse.

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