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Stadttheater Bern | Die tote Stadt

Publiziert am 01. April 2011

Ekstase pur: Das Stadttheater Bern begeistert mit einer überragenden Produktion von Korngolds fiebriger Partitur.

Die tote Stadt | Stadttheater Bern | Oper in drei Bildern |
Musik: Erich Wolfgang Korngold |
Libretto: Paul Schott (alias Julius Korngold), nach “Bruges-la Morte” von Georges Rodenbach | Uraufführung: 4. Dezember 1920 gleichzeitig in Köln und Hamburg | Aufführungen in Bern: 1.4. | 9.4. | 12.4. |30.4. | 4.5. | 11.5. | 17.5. | 5.6. |19.6.2011

Zum Stück:
Pauls Frau Marie ist tot, doch er kann ihr Ableben nicht akzeptieren. In Brügge hat er in seinem Zimmer ein Art Schrein zum Gedenken an seine Frau errichtet, hier frönt er seiner Depression und badet in seiner Trauer, seinem Selbstmitleid. Seine Haushälterin Brigitte und sein Freund Frank sind besorgt. Auf einem seiner seltenen Spaziergänge hat Paul eine Frau erblickt, welche seiner Marie verblüffend ähnlich sieht. Er lädt sie zu sich ein. Es ist die Tänzerin Marietta. Paul schlägt alle Warnungen in den Wind und vermeint, eine Reinkarnation Maries vor sich zu haben, das Glück der Gemeinsamkeit erneut zu finden. Doch Marietta entschindet wieder mit ihrer Tanztruppe, Paul versinkt in Visionen. Er stöbert Marietta auf, schleppt sie in seine Wohnung und verbringt die Nacht mit ihr. Paul quälen Gewissensbisse, er begibt sich frühmorgens aus dem Haus. Marietta durchstöbert den “heiligen Schrein”, Paul ertappt sie dabei, stürzt sich auf sie, erkennt in ihr eine billige Nutte und erwürgt sie, während draussen die Heilig-Blut-Prozession vorbeizieht. Paul erwacht aus seinem Traum. Marietta kehrt zurück und holt ihren Schirm. Paul beschliesst die Stadt der Toten, Brügge, zu verlassen.

art-tv Wertung:
Bereits nach wenigen Takten, in denen sich die schwelgerische Musik Korngolds zum ersten Mal so richtig aufschwang, war es klar: Das wird ein viel versprechender Abend werden im Stadttheater Bern. Das Versprechen wurde mehr als eingelöst – es wurde ein grosser, ja ein überwältigender Abend, ein Abend voll leidenschaftlicher, rauschhafter Ekstase, für welchen sich dann auch das Premierenpublikum mit enthusiastischem Applaus bei allen Beteiligten bedankte. Fazit: Wäre der Begriff nicht so abgedroschen, man könnte vom „Wunder von Bern“ sprechen … NICHT VERPASSEN!

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