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Tanzszene Schweiz | Oliver Dähler | Offen bleiben für Veränderung

Publiziert am 18. Dezember 2019

Tänzer, Fotograf, Choreograf und Coach: Oliver Dähler hat viele Talente. Er nutzt sie, um anderen Mut zu machen.

Für Momente kann man erahnen, wie schwierig es für ihn selbst war, neue Perspektiven im Leben zu finden. Obwohl er schon immer über ein breites Interessenspektrum verfügte. Oliver Dähler ist Tänzer, Choreograf, Fotograf, Lehrer, Vater – und Coach. Wenn er als Geschäftsführer der Schweizerischen Stiftung für die Umschulung von darstellenden Künstlerinnen und Künstlern (SSUDK) Betroffene nach der Bühnenkarriere berät, schöpft er auch aus der eigenen Erfahrung.
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Ein Fächer von Fähigkeiten
Eiserne Disziplin, absolute Präsenz im Vortrag und ein schier unendliches Konzentrationsvermögen; Hingabe, Empathie, Rhythmus und Körpergefühl, räumliches Vorstellungsvermögen, darstellerisches Talent – und zu all dem die Kenntnis verschiedener Sprachen. Viele Tanzschaffende sind sich gar nicht bewusst, wie viel mehr sie können als «nur» zu tanzen. Es gehört so selbstverständlich zu ihrem Berufsleben, dass Oliver Dähler erst während der Abschlussarbeit zum «Executive Master in Arts Administration (EMAA)» an der Universität Zürich umfassend realisierte, dass ihm das Tanzen weit mehr gebracht hatte als einen geschmeidigen Körper und jene letztlich raren Glücksmomente auf der Bühne, wenn all sein Sein in der Musik und der Bewegung dazu aufging.

Karriere im Ausland
Oliver Dähler kam schon als Kind über die Musik und den Eiskunstlauf zum Ballett. Mit 16 verliess er das Elternhaus, um sich zum professionellen Balletttänzer ausbilden zu lassen, und mit 17 gewann er ein Stipendium für die «Royal Ballet School» in London, wo er 1987 seine Ausbildung zum klassischen Tänzer vollendete. Tourneen mit dem Royal Ballet und dem königlichen Ballett von Flandern führten ihn um die halbe Welt, bevor er von 1994 bis 2002 im Bern Ballett unter der Leitung von Martin Schläpfer ganz allmählich vom Tänzer zum Choreographen reifte. Damals wagte er den Sprung in die Freie Szene, wo er heute mit einem vielfältigen Programm präsent ist.

Tanzende Boote, Grabsteine und die Transition
Oliver Dähler choreographiert für Laien und Profis im Rahmen von «Chur tanzt», er lässt Boote auf dem Zürichsee in Mustern kreisen und verwandelt Kirchenmusik in Bewegung. Seine Fantasie wirkt unerschöpflich und sein Repertoire reicht von der Fusion von Mozart mit neuer Rap Musik bis zur «Site Specific Performance» auf dem Friedhof. Daneben leitet er die Profitrainings für freischaffende Tänzer*innen in Winterthur und Basel und ist mit einem Teilzeitpensum für die Umschulungsstiftung SSUDK tätig.

Sein Herzensprojekt heisst «Transition-Center». Mit Workshops, beruflichen «Speed-Datings», Beratungsgesprächen und nicht zuletzt mit finanzieller Unterstützung durch die SSUDK und hoffentlich bald auch der Politik versucht Oliver Dähler darstellenden Künstler*innen und ganz besonders Tänzer*innen Mut zu machen, sich mit ihren Perspektiven nach der Bühnenkarriere auseinanderzusetzen.

Allmählich weht ein anderer Wind
Gerade für die Tänzer und Tänzerinnen der grossen Häuser sei es schwierig, neue Wege zu gehen, weiss Oliver Dähler:«Wer sich nicht ausschliesslich mit dem täglichen Training und den Auftritten beschäftigt, läuft vielerorts Gefahr, auf die Abschussliste gesetzt zu werden». «Abtrünnige» ernten misstrauische Blicke und erhalten bald auch weniger gute Rollen: Man befürchtet, dass sie abspringen könnten und investiert nicht mehr in sie. Oliver Dähler hat bereits ablehnende Reaktionen erlebt, als er anfangs der 90er Jahre während einer Verletzungspause in New York ein Fernstudium als Fotograf absolvierte und begann, im Ballettsaal Aufnahmen zu machen.

Erst allmählich setzt sich in den Theatern ein anderer Geist durch. In der Romandie ist der Verein Danse Transition (ehemals «Reconversion des Danseurs Professionnels», RD), bereits eine anerkannte Ansprechpartnerin für Tänzer*innen, die sich umorientieren müssen. Und im Theater Basel, Opernhaus Zürich und im Tessin konnte Oliver Dähler schon Transition-Workshops anbieten. Die Tanzschaffenden erhielten während eines Nachmittags einen neuen Zugang zu ihren eigenen Fähigkeiten und Lebenswünschen. Nicht jede*r wird nach einer Umorientierung Maroquinier wie Eric Guillard oder Rolfing-Practitioner wie Nora Dürig. Und sogar Oliver Dähler ist dem Tanz in all seinen vielfältigen Tätigkeitsgebieten immer treu geblieben. Doch er hofft, dass es jüngeren Tanzschaffenden leichter fallen wird, eine alternative Zukunft ins Auge zu fassen. Und er weiss: Wenn sein Sohn sich jemals für eine Tänzerkarriere entscheiden sollte, wird er ganz bestimmt eine bessere Begleitung um sich haben, als heute vielerorts greifbar ist.

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Das Portrait über Oliver Dähler entstand im Rahmen der Serie «Tänzer*innen im Wandel», die dank Unterstützung der Else v. Sick Stiftung realisiert werden konnte. Darin werden Protagonisten*innen der Schweizer Tanzszene portraitiert, die den ständigen Wandel der Szene als Herausforderung annehmen.

Stiftung SSUDK

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