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Theater St.Gallen I Rigoletto

Publiziert am 18. September 2012

Der Hofnarr verkörpert Gut und Böse – für einmal nicht am Hofe, sondern vor einer Zirkuskulisse.
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Kritik
Das Theater St.Gallen hat eine lange und erfolgreiche Tradition, was die Pflege der Opern Giuseppe Verdis anbelangt. Bei aficionados des italienischen Meisters galten diese jedoch lange als Geheimtipp. Dem darf nicht länger so sein, denn diese Neuproduktion des Rigoletto gehört ins Zentrum der Aufmerksamkeit der OpernliebhaberInnen und läutet fulminant die Saison des Verdi-Jahres 2013 ein. Kammersänger Paolo Gavanelli spielt und singt seinen hässlichen, in seinem tiefsten Innern so verletzten Charakter, mit einer Intensität, welche unter die Haut geht. Seine Tochter Gilda wird von Arianna Ballotta mit leuchtender, glockenreiner und apart timbrierter Stimme gesungen. Schon das Duett mit Rigoletto gerät zu einem vokalen Höhepunkt, dem dann ihre grosse Arie Caro nome noch ein phänomenales Glanzlicht aufsetzt. Leicht, geschmeidig, herrlich belkantesk und bruchlos erklingt die wunderbar ansprechende Tenorstimme von Arthur Espiritu als Duca. Weiterlesen auf oper-aktuell
Für art-tv und oper-aktuell: Kaspar Sannemann, 16. September 2012

Umkehrung der gewohnten Schablonen
Für Verdi lag der Kern der Geschichte, die auf Victor Hugos Drama «Le roi s’amuse» basiert, in der Umkehrung der gewohnten Schablonen, die das Schöne mit dem Guten, das Hässliche mit dem Bösen gleichsetzten. In «Rigoletto» ist die moralische Verderbtheit in der Person des Herrschers und die Verkörperung der Vaterliebe in Gestalt eines missgebildeten Hofnarren geschildert.

Widersprüchlich und menschlich
Mit dem «Rigoletto» gelang Verdi seine widersprüchlichste und menschlichste, auch eine seiner dankbarsten Partien, die in der ersten Opernproduktion der Spielzeit 2012/13 von einem der international erfolgreichsten Darsteller dieser Rolle interpretiert wird: Paolo Gavanelli, dem Theater St.Gallen seit Jahren eng verbunden, verleiht in der fantasievollen Inszenierung der Italienerin Rosetta Cucchi dem faszinierenden Charakter des Hofnarren Gestalt.

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Rigoletto I Oper von Giuseppe Verdi I Libretto: Francesco Maria Piave, nach dem Versdrama Le roi s’amuse von Victor Hugo | Uraufführung: 11. März 1851 in Venedig | Aufführungen in St.Gallen: 15.9. | 22.9. | 5.10. | 7.10. | 23.10. | 30.10. | 11.11. | 13.11. | 26.11. | 2.12. | 5.12. | 7.12. | 15.12. 2012 | 3.1. | 9.3.2013
Inszenierung: Rosetta Cucchi

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