Historische Aufnahme von Steinach am Bodensee, das dieses Jahr mit einem Freilicht-Theater sein 1250-Jahr-Jubiläum feiert.

WasserLand | Ein Musikalisches Festspiel am Bodensee

Publiziert am 21. Mai 2019

Die Gemeinde Steinach feiert ihr 1250-Jahr-Jubiläum mit einem musikalischen Festspiel.
Erzählt wird die Geschichte eines schicksalshaften Sommerabends anno 1489, als die Wogen im Streit zwischen der Stadt und der Abtei St. Gallen besonders hoch gingen und in Steinach die Wassergeister die Krise zum Landgang nutzten. Am 8. August um 20.30 Uhr ist Premiere, 14 Abend-Aufführungen bis zum 7. September sind insgesamt programmiert. Das Publikum überblickt von gedeckten Tribünenplätzen beim historischen Gredhaus die spektakuläre Ufer-Bühne und den Bodensee

WasserLand, ein Musikalisches Festspiel am Bodensee | Steinach, 8. August bis 7. September 2019

Zum Stück
Veränderung liegt in der Luft. Der Streit zwischen der Stadt St. Gallen und dem Benediktinerkloster eskaliert im sogenannten ‚Klosterbruch‘. Durch die geplante Verlegung des mächtigen und reichen Klosters nach Mariaberg im aufstrebenden Marktort Rorschach droht der Stadt St. Gallen ein schmerzhafter Bedeutungsverlust. Im Juli 1489 marschieren Truppen nach Mariaberg, besetzen das entstehende Kloster und zerstören den Bau. Soweit die überlieferte Geschichte. Und hier die Geschichte, wie sie der Theaterautor Paul Steinmann für WasserLand und Steinach fortschreibt: Im Banne der Unsicherheit stehen auch im ältesten Bodensee-Hafen der Handel und alle guten Geschäfte still. Die Steinacher Handelsleute, Schiffsfahrer und Träger – und mit ihnen das ganze Dorf – fürchten um die angenehmen Privilegien. Und zu allem Überfluss nutzen die Wassergeister und Fabelwesen die Krise zum Landgang. Littoia will sich einen Bräutigam auf den Seegrund holen. Einen wie den neuen Gredmeister Matthis. Der hat alle Hände voll zu tun, denn am Bodensee braut sich was zusammen. Als der Sturm schliesslich losbricht, hilft nur noch eins: Schnaps. Bis am Ende dieser Nacht aller Nächte niemand mehr so genau weiss, was wahr und was erfunden, was Traum und was Wirklichkeit ist. ‚WasserLand – ein Sommernachts-Sturm‘ ist ein fulminantes Stück Geschichte mit Theater, Tanz und Musik.

Profis an allen Schlüsselstellen

Für die Realisierung und Finanzierung des Musikalischen Festspiels wurde der Trägerverein ‚Musiktheater 1250 Jahre Steinach‘ gegründet, präsidiert vom gut vernetzten Steinacher Roland Heule. Geschrieben hat das speziell fürs Jubiläum konzipierte Stück der Theologe und versierte Theater-Autor Paul Steinmann. Und zwar so, dass die Geschehnisse und Befindlichkeiten durchaus Bezug zur heutigen Zeit haben. Künstlerischer Leiter und Regisseur ist Oliver Kühn, in der Ostschweiz bekannt als Gründer von ‚Theater Jetzt‘ und zahlreicher künstlerischer Projekte. Die musikalische Leitung verantwortet der Komponist und Musiker Valentin Baumgartner, die Choreografie steuern Ann Kathrin Cooper und Tobias Spori von der ‚Panorama Dance Company‘ bei. Das Bühnenbild gestaltet Stefan Kreier. Der in Steinach wohnhafte Historiker und Politikwissenschafter Achim Schäfer fungiert als historischer Beirat. Für die Infrastruktur ist Stefan Ribi zuständig, und als Vertreter Steinachs gehört auch Gemeindepräsident Roland Brändli zum Kernteam. Von ihm stammt die Idee, die spannende Geschichte Steinachs rund um den 1000 Jahre alten, heute verschwundenen Hafen in ein einfach zugängliches Theater zu packen. Die Produktionsleitung verantwortet der St. Galler Kulturmanager Jacques Erlanger, unterstützt wird er von Andreas Lutz, dem Präsidenten des Theater- und Kulturvereins Steinach.

Der Schauplatz ist ein Glücksfall

Das ‚Gredhaus‘, 1473 von der Stadt St. Gallen als Getreidespeicher am Seeufer erbaut, widerspiegelt Steinachs Geschichte als wichtiger Handels- und Umschlagplatz am Bodensee. Der imposante spätgotische Bau und die angrenzende Wiese bis zum Seebad bilden einen grossartigen und bestens geeigneten Schauplatz für das Musikalische Festspiel WasserLand. Von der überdachten Tribüne mit 600 Plätzen blickt man auf die unmittelbar am Wasser positionierte Bühne, einen ins Geschehen eingebundenen Steg und weiter über den See gen Westen, so dass Abendstimmungen das Erlebnis mitprägen werden. Gespannt sein darf man zudem, welche Rollen die riesige, uralte Weide am Ufer spielen wird. Die Produzenten verraten nur so viel: Sie ist ein Multitalent und kokettiert gerne mit Überraschungen.

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