EVE mit Isabelle Huppert, kaum vorstellbar, dass es dem Festival gelingt einen missglückteren Wettbewerbsbeitrag zu präsentieren.

Berlinale 2018 | Die Wettbewerbsfilme | Tops & Flops

Publiziert am 20. Februar 2018

Bei «Eva» mit Isabelle Huppert kann man nur den Kopf schütteln. Die deutschen Filme überzeugen am meisten, allen voran «In den Gängen».
Festivals brauchen Stars, die sich auf dem roten Teppich zeigen und mit denen kräftig die Werbetrommel gerührt werden kann. Anders ist es nicht zu erklären, dass «Eva» von Benoit Jacquot mit Isabelle Huppert als Edelprostituierte im Wettbewerb gezeigt wird. Was ist sonst noch ein Ärgernis? Was erfreut das Herz? Ein subjektiver Blick auf die Wettbewerbsfilme von arttv Chefredaktor Felix Schenker.

Die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin finden vom 15. bis 24. Februar 2018 statt.

«Eva» | arttv Wertung: Miserabel
«Ich möchte nicht uncharmant sein und das genaue Alter von Isabelle Huppert verraten, Mitte sechzig ist die ungefähre Richtung. Sie spielt eine Prostituierte von höchstens vierzig mit einem Lover von etwa dreissig. Das wirkte ungefähr so glaubwürdig, als wenn sie die Rolle von Oscar Wilde mit dem 101-jährigen Kirk Douglas besetzt hätten. Sie trug auch im Bett eine so dicke Schicht Makeup, dass man Angst hatte, das Bett bricht unter der Last zusammen. Sie kriegt haufenweise Rollenangebote, sie muss so was nicht machen. Hey, beruhigt euch: Ich finde es toll, wenn ältere Frauen junge Männer haben, wegen der Witwer-Rente bietet sich das an. Man muss es nur glaubwürdig verfilmen.» Treffender als Harald Martenstein im Berliner Tagesspiegel, könnte man den Film nicht beschreiben. Isabelle Huppert in der Rolle als Edelprostituierte. Benoit Jacquots Film ist blutleeres, artifizielles Kino. Eine konstruierte, biedere Kopfgeburt. Schwer vorstellbar, dass es dem Festival gelingt, im Hauptwettbewerb einen schlechteren Film zu präsentieren. Wenn «Eva» grosses Kino sein soll, dann ist der BerlinaleBär eine Maus.

«The Happy Prince» | arttv Wertung: Passabel
Nochmals Martenstein: «Filme über tote Berühmtheiten müssen schwierig zu machen sein, die Handlung kennt das Publikum ja schon vorher. Ausserdem ist von vornherein klar, dass der Held am Ende stirbt. Bis vorgestern hatte ich Oscar Wilde immer verehrt, aber dieser Film hat mich sauer auf Oscar Wilde gemacht. Nur er ist schuld daran, dass dieser unglaublich langweilige Film gemacht wurde. Irgendwann dachte ich: ‹Einer von uns beiden muss gehen, dieser Film oder ich.›» Widerspruch, mir hat der Film gefallen, er hat mich berührt. Von Langeweile keine Spur. Wer das Gefühl kennt, zwischen Welten hin und hergerissen zu sein, wird «The Happy Prince» mögen.

«Figlia mia» (ausführlicher Bericht auf arttv.ch) | arttv Wertung: Gut
Die Berlinale zeigt mit «Figlia mia» von Laura Bispuri den ersten Wettbewerbs-Beitrag mit Schweizer Beteiligung. In den Hauptrollen sind Valeria Golino und Alba Rohrwacher. Die beiden sind allein schon Grund genug, sich den Film anzusehen. Wirklich grossartige Schauspielkunst, die vergessen lässt, dass der Film etwas gar viel Zeit braucht, bevor er so richtig in die Gänge kommt. Alles in allem ein starkes Beispiel des «Neuen Realismus» weiblicher Regisseurinnnen im Kino.

Der Filmverleih Xenix bringt den Film in die Schweizer Kinos. Der genaue Filmstart steht noch nicht fest.

«Transit» (ausführlicher Bericht auf arttv.ch) | arttv Wertung: Sehr gut
Mit «Transit» von Christian Petzold ging der erste deutsche Beitrag ins Rennen um den Goldenen Bären. Sehr sehenswert und ein Glücksfall, dass Look Now den Film im April/Mai auch in die Schweizer Kinos bringt. «Transit» nach dem Roman von Anna Seghers, mit Franz Rogowski und Paula Beer in den Hauptrollen überzeugt formal wie inhaltlich. Während die Geschichte zu Beginn der deutschen Besatzung Frankreichs während des Zweiten Weltkriegs spielt, wurde im Marseille der Gegenwart gedreht. So werden etwa die vor Nazi-Deutschland Flüchtenden von einem riesigen, hochmodernen Luxusschiff in Sicherheit gebracht. Diese «Bild-Zeitschere» verleiht «Transit» einen zusätzlichen Reiz. Bisher klar mein Favorit als Berlinale-Gewinner.

«Dovlatov» | arttv Wertung: Gut
Überzeugt mindestens so wie Petzolds Film. «Dovlatov» ist ein wunderbares Portrait des sowjetischen Schriftstellers und Dichters Sergej Dovlatov. Ganz ohne Pathos. Während der Zeit der Sowjetunion, genauer: der Breschnew-Ära, konnte er nicht veröffentlichen, erst nach seinem frühen Tod 1990 mit 48 Jahren stieg er zu einem der meistgelesenen Schriftsteller Russlands auf.

«3 Days in Quiberon» (ausführlicher Bericht auf arttv.ch) | arttv Wertung: Gut
Der Film nimmt das legendäre Interview zum Ausgangspunkt, das Romy Schneider 1981 in Quiberon dem «Stern»-Reporter Michael Jürgs trotz schlechter Erfahrungen mit der deutschen Presse gab. Schneider hatte sich in den bretonischen Kurort zur Erholung zurückgezogen, begleitet von ihrer langjährige Freundin Hilde. Während dieser Tage öffnet sich die Schauspielikone, sagt von sich selbst, sie sei eine 42jährige, unglückliche Frau. Ihre Freundin Hilde will Romy vor zu viel Offenheit gegenüber der Presse schützen. Doch der «berühmtesten Schauspielerin ihrer Zeit» ist alles egal. «3 Days in Quiberon» ist dann auch ein Film über Erfolg und dem oft damit verbundenen Schmerz der Einsamkeit. Jedes Lachen von Romy Schneider ist in Wirklichkeit ein lauter Schrei. Sehr berührend gemacht. Sehr sehenswert. Aber vielleicht auch nur darum, weil der tragische Tod ihres Sohnes David, wie auch ihr eigener früher Tod bei allem mitschwingt.

«The Real Estate» | arttv Wertung: Annehmbar
Erstmals seit neun Jahren ist Schweden wieder mit einem Film im Berlinale-Wettbewerb. Und was für einer! Die beiden Regisseure Måns Månsson und Axel Petersén erzählen von einer alten Frau, die von ihrem über 90jährigen Vater eine Immobilie in Stockholm erbt. Ein Mehrfamilienhaus, das heruntergekommen ist und wo jeder seine Wohnung irgend jemandem untervermietet. Und so hässlich und verworren wie das Haus ist auch der Film. Eigentlich viel zu experimentell für den Wettbewerb, so was läuft sonst im Forum der Berlinale. Der Film wird es schwer haben, Publikum zu finden. Denn da ist alles hässlich, die Leute sind hässlich in Szene gesetzt, die Musik ist hässlich, die Bilder sind hässlich, die Geschichten sind hässlich. Aber wem’s gefällt! Nur zu, denn «The Real Estate» hat gerade deshalb eine ganz besondere Faszination.

«7 Days in Entebbe» | arttv Wertung: Gut
Am 27. Juni 1976 entführten vier Kidnapper ein Flugzeug der Gesellschaft Air France. Das Flugzeug befand sich auf dem Weg von Tel Aviv nach Paris, die Entführer waren zwei Mitglieder der PFLP (Volksfront zur Befreiung Palästinas) und zwei Deutsche, Mitglieder der linksextremistischen Revolutionären Zellen. Wie bereits in früheren Werken nimmt Regisseur José Padilha wahre Begebenheiten zum Anlass, um die Themen Angst und Gewalt, Zerstörung und Selbstzerstörung zu reflektieren. Und er macht das in «7 Days in Entebbe» sehr spannend. Daher für mich bisher der publikumtauglichste Film im Wettbewerb der Berlinale 2018. Nicht zuletzt, weil «7 Days in Entebbe» auch etwas Verstörendes und Überraschendes hat. Denn die Terroristen wirken sympathisch, man kann ihr Handeln nachvollziehen und ich hätte mir gewünscht, dass sie überleben. Denn in ihrem Grundgedanken hatten sie wohl recht: Wenn Israel nicht mit Palästina verhandelt, wird es im Nahen Osten nie Frieden geben. So lautet dann wohl auch die starke Botschaft des Films.

«Ang Panahon ng Halimaw» | arttv Wertung: Ein eigener Kinoplanet
Ende der Siebzigerjahre unterdrückt eine vom Militär kontrollierte Bürgerwehr ein abgelegenes Dorf im philippinischen Urwald. Der Film handelt von Terror und Unterdrückung, Er geht über vier Stunden. Nach einer bin ich gegangen. Kino, das weh macht und den Zuschauer*innen einiges abverlangt. Die besten Voraussetzung dafür, dass dieser Film den Goldenen Bären gewinnt. Wetten?

«U – July 22» | arttv Wertung: Sehr gut
Am 22. Juli 2011 wurden fünfhundert Jugendliche in einem Sommercamp auf der Insel Utøya von einem schwer bewaffneten, rechtsextremistischen Attentäter überfallen. Die mörderische Attacke forderte 69 Todesopfer – ein Trauma, das Norwegen bis heute tief erschüttert. Regisseur Erik Poppe wagt den Versuch, das Geschehen in einem Spielfilm zu fassen. Und er macht das sehr spannend. Aber genau hier stellt sich die Frage, ist das okay, so ein schreckliches Ereignis zu einem Thriller zu verarbeiten? Denn «U – July 22» wäre auch als reine Fiktion ein spannender Film. Da es sich aber um eine echte Begebenheit handelt, wird alles nochmals intensiviert. Was man aber in «U – July 22» nicht erfährt, ist, wie sich die Überlebenden heute fühlen und denken. Wie traumatisiert sie sind und wie sie damit umgehen. All das wäre womöglich noch spannender gewesen als der Todeskampf der jungen Menschen auf der Insel.

«Don’t Worry, He Won’t Get Far on Foot» | arttv Wertung: Gut
Gus Van Sants biografisches Drama basiert auf den Memoiren des Cartoonisten John Callahan. Das fiktive Porträt erzählt zärtlich, melancholisch und mit hoffnungsvoller, bejahender Energie von einem Leben mit Einschränkungen. Wie in vielen seiner Filme thematisiert Van Sant auch hier die Suche nach Identität im Umfeld sozialer Subkulturen und ungewöhnlicher Milieus. So steht es auf der Festivalwebsite. In der Tat, ein gelungener Film und eine würdevolle Hommage an die AA, die anonymen Alkoholiker.

«Khook» | arttv Wertung: Gewöhnlich
in Teheran und Umgebung fallen ausgerechnet Filmschaffende einem Serienkiller zum Opfer. Auf ihrer Stirn wird das Wort Schwein eingeritzt. Ausgerechnet Hasan wird verschont. Warum? Ist er nicht der beste Filmemacher der Stadt? «Khook» ist Komödie und Krimi zugleich. Für das eine aber zu wenig lustig, für das andere zu wenig spannend. Der ironische Umgang mit gekränkter männlicher Eitelkeit ist aber ganz schön anzusehen.

«Mein Bruder heisst Robert und ist ein Idiot» | arttv Wertung: Misslungen
Tatsächlich ist es der Berlinale gelungen, einen fast noch schlechteren Wettbewebsbeitrag als «Eve» zu präsentieren. Alledings dauert es etwas länger, bis man das merkt, denn «Mein Bruder heisst Robert und ist ein Idiot» ist ein als Arthousefilm getarntes Schmierentheater. Quasi ein Wolf im Schafspelz. Drei Stunden geht der Film, eine Unglaubwüdigkeit reiht sich an die andere, alles getarnt mit starken, schönen Bilder und versetzt mit Zitaten von Heidegger und Augustinus. Dabei ist die Filmidee vielversprechend. Ein Zwillingspaar verbringt ein Wochenende zusammen. Das Mädchen muss sich auf sein Abitur in Philosophie vorbereiten. Ihr Bruder hilft ihr dabei. Dafür setzten sie sich zwei Tage auf eine Wiese und denken darüber nach, was Zeit eigentlich ist. Dem Mächen kommt dabei in den Sinn, dass sie in den nächsten 48 Stunden noch mit einem Mann schlafen will. Wenn sie das nicht schafft, kriegt der Bruder ihren Golf. Irgendwann knallen sie dann den Tankwart ab und versuchen sich gegenseitig umzubringen, weiss Gott warum. Um die Entwicklung der beiden Jugendlichen zu irren Killern zu verstehen, braucht es viel Phantasie und Toleranz. Oder man beruft sich auf eine Binsenweisheit: Nichts ist unmöglich. Berlinale Lieblingskritiker Harald Martenstein trifft es einmal mehr: «Es finden sich immer ein paar Kritiker, die solche Filme gut finden oder einfach nur Angst haben, dass man sie für Barbaren hält, die den künstlerischen Wert solcher Werke nicht erkennen.» Die zahlreichen Buh-Rufe am Ende des Pressescreenings der Kritiker*innen und deren scharenweises Verlassen des Berlinalepalasts lässt vermuten, dass es doch recht viele dieser Barbaren geben muss. Dass ich trotzdem bis zum Ende blieb, hat damit zu tun, dass ich wissen wollte, ob das Mädchen ihre Wette gewinnt. Das ist keine Kunst, aber es funktioniert immerhin. Es gibt einen weiteren Grund, warum sich das Warten gelohnt hat. Die Rede, die das Mädchen an seiner Abiturprüfung über die Philosophie einer Melodie hält ist sehr schön. Eine Melodie kann gar nicht existieren. Es gibt nur den einen Ton in der Gegenwart. Der Ton zuvor ist bereits Vergangenheit, der kommende ist nur Vermutung.»

«Touch Me Not» | arttv Wertung: Misslungen
Hinter jedem «Woah» steckt eine Geschichte. Das sagt der – selbsternannte – Therapeut zur weiblichen Protagonistin des Films, als diese das besagte Geräusch aus ihrer Seele presst. Mag sein, dass dem so ist, dann ist «Touch Me Not» aber eine weitgehend langweilige Geschichte. Was aber schwerer wiegt, ist, dass sie so aufgesetzt wirkt. Die Menschen im Film, die mit eher laienhaften Therapien ihre physischen und sexuellen Grenzen überwinden wollen, reden viel. Das meiste ist oberflächliches Esogeplapper, angereichert mit Szenen aus einem Sado-Maso Club. Aber es sind nicht diese Bilder, die den Film unerträglich machen, das ist man gewohnt, sondern die Impertinenz, die Radikalität vortäuscht. Radikal setzt aber gesellschaftliche Relevanz voraus, die hat der Film hinten und vorne nicht. Es ist eher eine Nabelschnur aus dem Zentrum der westlichen Komfortzone, in der Menschen Geld dafür ausgeben, ihrem Atem nachzuprüfen, währenddessen in der Welt tausende Kinder an Hunger sterben. «Touch Me Not» ist eigentlich gar kein Film sondern eher ein banales Psycho-Experiment, das mit der Kamera festgehalten wird. Interessant ist einzig der schwerstbehinderte Protagonist. Hätte man sich besser nur darauf konzentriert. Ein weiteres Berlinale-Ärgernis wäre der Kino-Welt erspart geblieben. Übel nehmen darf man mir diese Kritik nicht, denn wie sagt der besagte Therapeut im Film: «Jedes Gefühl ist willkommen!» So banal – so gut. – Felix Schenker, arttv.ch

«In den Gängen» (ausführlicher Bericht auf arttv.ch folgt) | arttv Wertung: Sehr gut – TOP!
Regisseur Thomas Stuber präsentiert mit «In den Gängen» den bisher zärtlichsten und menschlichsten Film des Berlinale-Wettbewerbs und wohl auch den besten. Mit seinem tiefgründigen Film öffnet der deutsche Regisseur den Blick für die Lebenswelt eines einfachen Angestellten in einer Lagerhalle eines Supermarktes in der ostdeutschen Provinz. In der Hauptrolle Franz Rogowski. Er ist der Mann der Stunde. Er spielt gleich in zwei Wettbewerbsfilmen mit, in diesem wie auch in «Transit». Er ist in beiden ein Erlebnis! «Seine» beiden Filme hier in Berlin sind es auch.

«Eldorado» (ausführlicher Bericht auf arttv.ch) | arttv Wertung: Gut
Aus Schweizer Sicht ist «Eldorado» von Markus Imhoof das eigentliche Highlight der Berlinale 2018. Der Regisseur präsentiert im Wettbewerb (wenn auch ausser Konkurrenz) seinen ganz persönlichen Flüchtlingsfilm. Ausgangspunkt ist die Auseinandersetzung mit einem Kriegskind, das seine Familie gegen Ende des 2. Weltkrieges aufgenommen hat. Imhoof macht sich auf, den heutigen Flüchtlingen zu begegnen. Das passiert ohne Feindbilder im Kopf. In seinem Film gibt es nicht einfach die Bösen (die Europäer, die Politiker, die multinationalen Konzerne) und die Guten (die Schwarzen, die Flüchtlinge, die Unterdrückten) sondern er zeigt die Hilflosigkeit des Systems auf. Diese Differenziertheit ist eine der vielen Qualitäten von «Eldorado». In einer Szene erlebt man, wie ein männlicher Flüchtling mit seiner Schwimmweste auf die anderen einschlägt. Er denkt, es hätte nicht genug davon für alle. Der Verteilkampf wütet also überall, dabei hätte es für alle genug. Nur wissen wir das nicht, oder wollen es nicht wissen.

«Ága» | arttv Wertung: Interessant
Irgendwo in den Eiswüsten des Nordens leben der Rentierjäger Nanook und seine Frau Sedna. Ihr Alltag ist mühselig, aber über ihre Lippen kommt keine Klage. Stattdessen erzählen sie sich immer wieder die alten Legenden. Milko Lazarovs Film, der ausser Konkurrenz lief, besticht mit überwältigenden Bilder vom russischen Polarkreis. Viel passiert nicht im Film, aber die grosse Ruhe und das karge Leben dieser Menschen berührt.

«Twarz» | arttv Wertung: Sehr gut
Jacek liebt Heavy Metal und baut im katholischen Polen an der grössten Jesusstatue der Welt. Bis ein Unfall passiert und sein Gesicht zertrümmert wird. Die erste Transplantation dieser Art wird an ihm durchgeführt. Trotzdem bleibt er verunstaltet. Seine Verlobte verlässt ihn, seine Mutter sieht in ihm nicht mehr ihren eigenen Sohn. Regisseurin Małgorzata Szumowska erzählt eine tragische Geschichte, aber mit sehr viel Humor. Der Katholizismus wird dabe herrlich vorgeführt, ohne umcharmant zu sein. Schönste Szene, wenn Jackes Mutter Totenwache hält und mit der Fliegenklappe die lästigen Vierbeiner auf dem Leichnam ihres Mannes totschlägt.

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