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Fri Art Freiburg | Film Implosion! | Radikal kreativ

Publiziert am 15. Januar 2016

Die erste grosse Ausstellung über das Schweizer Experimentalfilmschaffen beleuchtet eine bisher wenig bekannte Seite: Künstlerinnen und Künstler, die mit Experimenten am Material, mit n-situ-Installationen und sonstwie nonkonformistischen Filmen die gängigen Regeln des Kunstschaffens brachen. Mehr lesen
Veronique Goël

Über siebzig filmische Raritäten
«Film Implosion!» wirft als erste grössere Ausstellung über das Schweizer Experimentalfilmschaffen Licht auf einen nur wenig bekannten Bereich der Geschichte der Schweizer Kunst. Rund siebzig digitale oder 16-mm-Filme, bisher nie oder nur selten öffentlich gezeigt, von ganz unterschiedlichen Kunstschaffenden wie Fredi M. Murer, Dieter Meier, Carole Roussopoulos, Dieter Roth, H.H.K. Schoenherr, Hannes Schüpbach oder Peter Stämpfli werden in den Räumlichkeiten der Kunsthalle Fri Art gezeigt.

Fünfzig Jahre radikale Kreativität
Darüber hinaus macht eine Vielzahl parafilmischer Objekte, Installationen und Videoproduktionen diese Zeitreise durch fünfzig Jahre radikaler Kreativität erlebbar. Mit ihrer vielschichtigen und überbordenden Dynamik ist die Schweiz in diesem Schaffensbereich tatsächlich einzigartig. Für die beteiligten Kunstschaffenden steht der Experimentalfilm nicht selten am Anfang einer Schaffenskarriere, die in anderen Kunst- oder Filmgattungen ihren Fortgang fand: in der zeitgenössischen Kunst, dem Dokumentarfilm oder dem Erzählkino.

Eine bestimmte Herangehensweise
Das Experimentalfilmschaffen in der Schweiz ist also weniger als eine mediumgebundene Gattung zu verstehen, sondern als eine bestimmte «Herangehensweise» an den künstlerischen Entstehungsprozess. Mit der Präsentation von Dokumentarfilmen, die in Konzept, Dreh und Schnitt einen von gesellschaftlichen Zwängen befreiten Geist verraten, sowie von Werken, die der zeitgenössischen Kunst zuzuordnen sind, vermittelt die Ausstellung diese fragmentierte Vergangenheit.

Möglich dank Forschungsprojekt
Ermöglicht wurde die Schau dank eines Forschungsprojekts des Schweizerischen Nationalfonds, betreut vom Institute for the Performing Arts and Film der ZHdK, von der Section d’histoire et esthétique du cinéma der Universität Lausanne und der Hochschule für Design und Kunst Luzern, unter der Leitung der Wissenschaftler François Bovier, Adeena Mey, Fred Truniger und Thomas Schärer. Ihre langjährigen Recherchen und die Kartographie dieses bis anhin nur wenig erforschten Gebiets bilden die Grundlagen dieser umfassenden Ausstellung.

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