Player laden ...
Der Innerschweizer Kulturpreisträger 2017 heisst Edwin Beeler.

Innerscheizer Kulturpreis 2017 | Edwin Beeler | Filmemacher und Historiker

Publiziert am 06. September 2017

Seine Welt ist die Innerschweiz mit ihren Besonderheiten und ihrer Mystik, sein Medium der Film. Im IMAX Theater Luzern wurde er geehrt.
Der Innerschweizer Kulturpreis 2017 geht an Edwin Beeler. Damit würdigt der Stiftungsrat einen aussergewöhnlichen Filmemacher, der seine eigene Filmsprache gefunden hat und Innerschweizer Geschichten dokumentarisch erzählt. Sein Film «Arme Seelen» war 2011 zusammen mit «Hoselupf» der Schweizer Kassenschlager des Jahres.

Die feierliche Übergabe des Innerschweizer Kulturpreises 2017 an Edwin Beeler findet am Samstag, 9. September 2017, im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern statt. (Auf Einladung)

Edwin Beeler am Fernsehen: «Die weisse Arche» wird vom Schweizer Fernsehen am 14. September 2017 nachts um 0.10 Uhr in der Filmszene Schweiz ausgestrahlt.

Edwin Beeler im Kino: «Rothenthurm – Bei uns regiert noch das Volk» aus dem Jahre 1984 läuft am kommenden Sonntag, 10. September 2017 um 11 Uhr in der Matinee im stattkino in Luzern

Bekannt für unkomplizierten Stil
Seit 1988 hat Edwin Beeler mit der Calypso Film AG seine eigene Filmproduktionsfirma. Bisher realisierte er acht Dokumentarfilme in der Schweiz. Die Filme basieren auf historischem Material und sind leichtfüssig erzählt. Beeler betont die Relevanz eines einfachen, unkomplizierten Stils für die Wirkung und Qualität eines Dokumentarfilms. Damit grenzt er diesen gegen die wissenschaftliche Bearbeitung eines historischen Stoffes beim Schreiben ab. Zur Auseinandersetzung zwischen der wissenschaftlichen und der filmemacherischen Seele in seiner Brust, meint der Innerschweizer: «Der Historiker beisst sich immer etwas mit dem Filmemacher, denn der Filmemacher erzählt Geschichten und der Historiker forscht, macht Fussnotenakrobatik und will äusserst genau sein. Dies täte einem Film aber nicht gut.»

Vielseitiges Schaffen
Nebst verschiedenen Auftragsarbeiten (Film/Video/DVD), gibt Edwin Beeler Filmkurse (Ästhetik, Geschichte, Gestaltungsmittel), letztmals 2010 an der Pädagogischen Hochschule Luzern. Zwischen 1984 und 2000 verfasste er Artikel und Reportagen für Printmedien. Zudem ist er seit 1985 Mitglied des Berufsverbandes der Schweizer Filmregisseure und Drehbuchautoren sowie seit 2009 Vorstandsmitglied des Vereins Film Zentralschweiz.

Arme Seelen
Nach seinen Werken «Bruder Klaus» (1991) und «Grenzgänge – Eine filmische Recherche zum Sonderbundskrieg 1847» (1998) erscheint 2011 sein bisher erfolgreichster Film «Arme Seelen», mit rund 25’000 Eintritten nach «Hoselupf» der zweiterfolgreichste Schweizer Kinofilm des Jahres. 2016 lief der Film «Die weisse Arche – Am Übergang in eine andere Welt» an, wobei sich Beeler mit Spiritualität, Sinn- und Wertfragen beschäftigt. «Es geht darum, Momente einzufangen, Geschichten zu erzählen, die einmalig und authentisch sind, sie zu dokumentieren. Denn sie ereignen sich wahrscheinlich nie mehr genau auf dieselbe Weise.» 1992 erhielt Edwin Beeler den Anerkennungspeis der Stadt Luzern, 2003 einen Werkbeitrag von Stadt und Kanton Luzern. Im März 2017 nahm er den Innerschweizer Filmpreis der Albert Koechlin Stiftung für den Dokumentarfilm «Die weisse Arche» entgegen.

Blick für Besonderheiten und Mystik
Der Stiftungsrat der Innerschweizer Kulturstiftung, bestehend aus den Bildungs- und Kulturdirektoren der Zentralschweizer Kantone, würdigt Edwin Beeler mit dieser Preisvergabe und einem Preisgeld von 25’000 Franken als «hervorragende Persönlichkeit, die als Filmemacher mit einem fokussierten Blick auf die Besonderheiten und die Mystik, Innerschweizer Geschichten dokumentarisch erzählt». Sein Schaffen findet in der Zentralschweiz und weit darüber hinaus grosse Beachtung.

Werdegang
Edwin Beeler (Jg. 1958) stammt aus Rothenturm, wuchs in Immensee auf, zog 1980 nach Luzern und lebt seit 2013 in Emmen. 1986 schloss er sein Lizenziat in Deutscher Literatur und Allgemeiner Geschichte an der Universität Zürich ab. Bei Viktor Sidler besuchte er Filmvorlesungen, bei Erich Langjahr (1984) und Paul Riniker (1987) war er Assistent. Seinen ersten Dokumentarfilm mit dem Titel «Rothenthurm – Bei uns regiert noch das Volk» präsentierte Beeler noch während seiner Studienzeit. Der Film beleuchtet den Widerstand der Bevölkerung gegen die Zerstörung eines Hochmoores durch einen projektierten Waffenplatz.

Das könnte Sie auch interessieren

Bald im Kino

Spielfilm | Die MigrantigenMit Wettbewerb

Der Debutfilm von Arman T. Riahi dekonstruiert erfrischend humorvoll ausländerfeindliche Stereotypen in Österreich.
Mehr
Bald im Kino

Spielfilm | Felicité

Nach seinem grossen Erfolg an der Berlinale kommt Alain Gomis Film nun in die lokalen Kinosäle.
Mehr
Bald im Kino

Dokfilm | Willkommen in der SchweizMit Wettbewerb

Ein Film über die Schweiz - über ein Land in der Mitte Europas - und über das, war dieses Land war, sein will oder werden könnte.
Mehr
Bald im Kino, Festivals

Dokumentarfilm | Risk

Filmemacherin Laura Poitras beleuchtet in ihrem neuen Film eine der kontroversesten Figuren der letzten Jahre: WikiLeaks-Gründer Julian Assange.
Mehr
Bald im Kino

Spielfilm | Happy EndMit Wettbewerb

Unterkühlt erzähltes Familiendrama von Altmeister Michael Haneke.
Mehr
Bald im Kino

Spielfilm | Flitzer

Der neue Film von Peter Luisi über's Flitzen. Ein neuer Schweizer Volkssport?
Mehr

Unser eMagazin

Das erste multimediale Kulturmagazin der Schweiz.

Alle Ausgaben

arttv Club

Jetzt Mitglied werden und kostenlos profitieren!

Mehr

Wettbewerbe

Mitmachen und gewinnen!

Mehr

Pinnwand

Dokumentarfilm | Trading Paradise

Mehr

Spielfilm | Rodin

Mehr

Spielfilm | Jugend ohne Gott

Mehr

Kanal K | 30 Jahre - Jubelfest

Mehr

Skandal-Spielfilm | «Rester vertical»

Mehr

100 Jahre Kunstfreunde Zürich | Neue Leitung, neue Werke

Mehr