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Kino | Wer wenn nicht wir

Publiziert am 01. September 2011

Regisseur Andres Veiel, der auch das Drehbuch schrieb, fragt in seinem neuen Film «Wer wenn nicht wir» nach der Vorgeschichte des deutschen Terrorismus. Mehr lesen

Zum Film Deutschland in den frühen 60ern. Noch ist das Land ruhig. Doch Aufbruch liegt in der Luft. Auch Bernward Vesper, Sohn des NS-Schriftstellers Will Vesper, begehrt auf. Nachts hackt er wütende Sätze in die Schreibmaschine, die er der erstarrten Gesellschaft ins Gesicht schleudern will. Als er auf Gudrun Ensslin trifft, ist das der Beginn einer extremen Liebesgeschichte: bedingungslos, masslos. Gemeinsam brechen sie auf, um die Welt zu erobern. Keine zehn Jahre später verliert sich Bernward auf Drogentrips im Wahnsinn, und Gudrun katapultiert sich in den bewaffneten Untergrund. Für beide wird es kein Zurück mehr geben.

art-tv-Wertung: Mit seinem ersten Langspielfilm «Wer wenn nicht wir» beweist der deutsche Drehbuchautor und Regisseur Andres Veiel erfrischend viel Mut. Es ist ein Film, der über die reine politische Biographie hinaus geht und seine Geschichte in den frühen 60er Jahren genau da ansetzt, wo es sich andere RAF-Filme bisher nicht getraut haben: bei einer komplexen Figurenzeichnung von Bernward Vesper (August Diehl), Gudrun Ensslin (Lena Lauzemis) und Andreas Baader (Alexander Fehling) als Menschen – nicht als Übermenschen. Auf diese Weise gelingt ein wuchtiger Film, dessen besondere Dynamik vor allem dadurch entsteht, dass hier nicht nur das Politische, sondern vor allem auch das persönliche und familiäre Umfeld als Grundlage bei der Entstehung des deutschen Terrorismus ausgeleuchtet wird. Dabei kommt viel Neues und ein ganz wichtiger Aspekt ans Licht: Die RAF-Anhänger waren Kinder von Eltern, die den eigenen Widerstand gegen das Naziregime verpatzt hatten. Ob es die politische Situation verlangte oder nicht – den Auftrag zur Rebellion hatte die spätere RAF schon in die Wiege gelegt bekommen. Während Veiel aus einem ganz neuen Blickwinkel deutlich macht, dass die Tragik der späteren Militarisierung genau hier ihren Ursprung findet, wird vor allem auch die Gegenwärtigkeit dieses Filmes bewusst: Denn obwohl aktuell die Fronten zwischen «Gut und Böse» nicht mehr so einfach zu ziehen sind wie damals, würden aus politischer Sicht doch gerade heute vor allem junge Menschen aus gutem Grund unterschreiben, was Gudrun Ensslin damals in den Untergrund trieb: «Ich möchte mir nicht vorwerfen, etwas erkannt zu haben und nichts dagegen getan zu haben.»

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