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Schweizer Filmpreis 2008 | Nominationen

Publiziert am 26. Januar 2009

In der «Nacht der Nominationen» wurde die Liste der Nominierten für den Schweizer Filmpreis enthüllt. Sie gibt Anlass zur Besorgnis.

So findet sich auch «Tandoori Love» von Oliver Paulus auf der Liste der fünf besten Schweizer Spielfilme. Das ist etwa so, als wenn man einen Kebab-Stand zur Wahl des besten Restaurants nominieren würde. Zugegeben, Filme sind immer auch Geschmacksache, aber ob da nicht einfach beim neuen Auswahlverfahren jene Filme eine Chance haben, die auf die eifrigste Lobby zurückgreifen können?
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Wählen dürfen künftig die Mitglieder der Akademie, das sind Leute, die in der Regel selber in der Filmbranche tätig sind und voraussichtlich in erster Linie für sich, ihre Freunde und ihr Produzentenumfeld stimmen werden. Das gibt denn auch eine Vertreterin eines Filmverleihs zu. Wer seriös abstimmen will, müsste sich eine Vielzahl von Filmen anschauen und erst noch die Grösse haben, für die Konkurrenz zu votieren. In der aktuellen Liste ist «Happy New Year» der Film mit den meisten Nennungen. Auch das ist eher fraglich. Das BAK tut also gut daran, korrigierend auf die Liste einzuwirken. Solange es das noch kann. Der Vorteil des neuen Verfahrens ist, dass der scheinbar «basisdemokratische» Prozess die Kritik an der Auswahl zurückdrängt. Die Folge solcher Wahlprozedere ist in der Regel jedoch Nivellierung und Mittelmässigkeit. Denn was in der Politik gut sein kann, ist in der Kunst Gift für Herausragendes.

Filmpreise sind OK, sie bieten Anlass, über Filme nachzudenken, darüber zu diskutieren und zu schreiben. Ob sich allerdings der Aufwand, der um den Schweizer Filmpreis gemacht wird, überhaupt lohnt, ist fraglich. Eine arttv Publikumsbefragung (Trailer) am Filmfestival Locarno hat gezeigt: Das Publikum interessiert sich kaum für all die vielen «Awards». Für die Gewinner sind sie hingegen wichtig und tragen zur Karriere bei.

In der Kategorie «Bester Spielfilm» nominiert sind weiter: «Du bruit dans la tête» von Vincent Pluss, «Happy New Year» von Christoph Schaub, «Home» von Ursula Meier sowie «Un autre homme» von Lionel Baier. Den Titel der besten Darstellerin machen sich die drei Schauspielerinnen Céline Bolomey in «Du bruit dans la tête», Natacha Koutchoumov in «Un autre homme» und Alexandra Prusa in «Räuberinnen» streitig. Nils Althaus in «Happy New Year», Raphael Carlucci in «Zufallbringen» und Dominique Jann in «Luftbusiness» sind die Kandidaten für den Titel des besten Darstellers.
Je fünf Produktionen wurden in den Kategorien «Bester Dokumentarfilm», «Bester Kurzfilm» und «Bester Trickfilm» nominiert. Hinzu kommen Nominationen für das beste Drehbuch, das beste schauspielerische Nachwuchstalent und für die beste Filmmusik. Nicht vertreten ist der erfolgreichste Film des letzten Jahres «Bergauf, Bergab».

Felix Schenker

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Der Filmpreis wird am 7. März 2008 an einer Gala in Luzern verliehen.

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