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«Liquid Truth» zeigt für einmal die andere Seite der Medaille: Zum Opfer werden kann auch ein vermeintlicher Täter.

Spielfilm | Liquid Truth

Publiziert am 08. November 2018

Es ist der Alptraum jedes Mannes. Plötzlich sieht man sich mit dem Vorwurf eines sexuellen Missbrauchs konfrontiert. Grundlos.

Was geschieht, wenn der Beweis für ein Vergehen die Aussage einer Mutter ist, die ein Gespräch mit ihrem Sohn wiedergibt? Rubens ist ein beliebter und sorgloser Schwimmlehrer – bis er eines Tages von einer Mutter beschuldigt wird, deren Sohn zärtlich berührt zu haben. Ein packender Spielfilm mit Brasiliens Star Daniel de Oliveira, der uns erkennen lässt, dass sich Wahrheit nicht per SMS vermittelt und wie soziale Medien asoziale Dimensionen bekommen können.
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Liquid Truth

Zum Film
«Er weinte, ich umarmte ihn, küsste ihn auf die Wange.» Das ist es, was Rubens, ein 33- jähriger Schwimmlehrer, auf die Frage antwortet, was er mit Alex in der Umkleide getan habe. Ana, die Direktorin des Sportzentrums, wurde von Alex’ Eltern alarmiert. Das geschiedene Paar wirft Rubens vor, ihren achtjährigen Sohn berührt zu haben. Laut seiner Mutter sagte Alex, dass sein Trainer ihn auf den Mund küsste, nachdem er ihn kurz vor einem Wettkampf in die Umkleide gebracht hatte. Die in Panik geratene Mutter alarmiert andere Eltern zunächst per WhatsApp, dann via Facebook – und die Anschuldigungen nehmen in den sozialen Netzwerken ihren Lauf.

In «Liquid Truth» erzählt die Brasilianerin Carolina Jabor eine Geschichte, die sich an jedem Ort auf der Welt abspielen könnte, wo Menschen die neuen Kommunikationsmittel nutzen. Rubens ist als Schwimmlehrer beliebt bei den Kindern und Jugendlichen; er hat einen guten Draht zu ihnen, liebt seine Arbeit und geniesst das Leben. Ein lockerer, umgänglicher Typ, verkörpert von Brasiliens Star Daniel de Oliveira. Er motiviert die Kinder, schäkert mit ihnen, tröstet sie, wenn’s mal nicht so gut läuft. Eigentlich ein vorbildlicher Lehrer. Bis zu dem Moment, da er von einer Mutter via Posts beschuldigt wird, ihren Sohn zärtlich berührt zu haben. Hat er das getan oder nicht? Es gibt keine Beweise, nur die Verdächtigung der Mutter – und die verbreitet sich rasend schnell, wird so zur Verdächtigung des Umfelds und für dieses immer mehr zur Wirklichkeit.

Die Regisseurin | Carolina Jabor
Die 1975 in Rio de Janeiro in einer Filmerfamilie geborene Filmemacherin und Produzentin Carolina Jabor drehte 2014 ihren ersten Spielfilm «Good Luck» und erhielt dafür den Preis für den besten Film beim Paulinia Film Festival. Bereits 2008 hatte sie mit Lula Buarque de Hollanda den Dokumentarfilm «The Mystery of Samba» realisiert, welcher der Gruppe Velha Guarda da Portela gewidmet war. Fürs Fernsehen hat Carolina Jabor Episoden der Serie «Magnífica 70» über das Universum des Bezirks Boca do Lixo in São Paulo während der Militärdiktatur (2015) sowie Episoden der Serie «A Mulher Invisível» (2011) produziert und inszeniert. Ihr zweiter Spielfilm «Liquid Truth» wurde beim Internationalen Filmfestival von Rio de Janeiro mehrfach ausgezeichnet und erhielt die Preise für das beste Drehbuch, den besten Schauspieler für Daniel de Oliveira und den Publikumspreis.

Stimmen
«Ein wichtiger Beitrag im Zeitalter der Fake News, der hemmungslosen Kommunikation, der Verdrehung und Beugung von Tatsachen und Wahrheiten.» Rolf Breiner, Textatur Filmkritik

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«Liquid Truth» | Regie: Carolina Jabor | Drama | 87min. | Brasilien, 2017 | Verleih: trigon-film | Cast: Daniel de Oliveira, Luisa Arraes, Gustavo Falcão, Malu Galli, Luiz Felipe Mello |

Kinostart Deutschschweiz: 22. November 2018

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