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Eisenwerk Frauenfeld | In vitro veritas

Publiziert am 31. Januar 2019

Der Frauenfelder Mark J. Huber ermöglicht und mit seinen Malereien zum Thema Glas ohne Nebenwirkungen «tief ins Glas zu schauen».

Seit Jahren beschäftigt sich der Künstler mit den Erscheinungsformen des Lichts. Glas spielt dabei eine zentrale Rolle, denn es bricht, verformt, verfärbt und spiegelt das Licht, als wäre es bereits Malerei. Die gezeigten Bilder, meist in Ölfarbe, sind eine Auswahl aus den letzten 12 Jahren.
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Jäger des Lichts
Mark J. Huber, geboren 1957 in Zürich, lebt und arbeitet seit über 30 Jahren in Frauenfeld. Er absolvierte die Kunstgewerbeschule Zürich und ist seit 1998 Mitglied der kunstthurgau. 2005 erhielt er den Förderpreis des Kantons Thurgau, später dann das Atelierstipendium der Stadt Frauenfeld in Genua. Die Malerei – neben musikalischen und multimedialen Arbeiten – ist dabei zunehmend zum Zentrum der künstlerischen Auseinandersetzung geworden. Seine Themen kreisen um Phänomene des Lichts: Glas, Wasser, Spiegelungen, Brechungen auf Oberflächen und die damit verbundenen optischen Verschiebungen, Unschärfen und Auflösungen. In früheren Arbeiten bestimmten Zufallsdrucke, meist Monotypien, den Start in malerische Exkurse. Aus diesem Rohmaterial entwickelte Huber ein ganzes Universum an Fortsetzungen und Improvisationen. Es folgten Fotoübermalungen und die Arbeit mit fotografischem Quellmaterial, welches auf der Leinwand neu komponiert wird. Der Zufall findet nicht direkt auf der Leinwand, sondern bereits zuvor statt.

Oberflächen und Naturphänomene
Die Suche nach den Phänomenen des Lichts und ihrer Darstellung führt zu verschiedenen Oberflächen. Zahlreiche Glasräume, durch mehrere Ebenen verspiegelt oder gefiltert, zeugen davon. Auch eine lose Reihe von Wasserstücken und Stillleben ist durch die Jahre entstanden. Innerhalb der genannten Themen arbeitet M. J. Huber an Langzeit-Serien, die eigenen, für sie geschaffenen Regeln folgen. Die längste Reihe geht auf das Jahr 1995 zurück und ist mit «continuum mobile» betitelt. Das Format 15 × 13.5 cm – ein Beinahequadrat – ist dabei ebenso gegeben wie die Art der Präsentation und Hängung. Dies erlaubt es, immer wieder neue Kombinationen zu schaffen. Ein sichtbarer Hinweis auf die Offenheit und Flexibilität in Hubers Werk. Ebenfalls mit dem Faktor Zeit beschäftigen sich diverse «Waldstücke». Sie zeigen Wachstum als improvisatorische Verdichtung (und Auflösung). Einzelne sind in einem Zeitraster dokumentiert und als Video zugänglich.
Mark J. Hubers bildnerische Arbeit gleicht einem Spinnennetz, das sich in einzelnen Strängen nach aussen bewegt. Und doch im Kern zusammengehalten wird.

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Eisenwerk Frauenfeld | «In Vitro Veritas» | Mark J. Huber | Ausstellung | 12. Januar bis 31. März 2019

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