Josef Müller-Brockmann in seiner Arbeitsbibliothek im Wohn- und Atelierhaus des Paars (Ausschnitt), Unterengstringen, ca. 1978 | © shizuko yoshikawa und josef müller-brockmann stiftung

Josef Müller-Brockmann Förderpreis 2021 | Förderung junger Gestalter*innen

Publiziert am 19. Mai 2021

Im Namen des weltberühmten Schweizer Gestalters Josef Müller-Brockmann wird 2021 zum zweiten Mal ein hoch dotierter Förderpreis vergeben.

Die Shizuko Yoshikawa und Josef Müller-Brockmann Stiftung in Zürich hat den mit CHF 25’000 dotierten Förderpreis speziell für junge Gestalter*innen entwickelt. Im Sinn der Stifterin, Shizuko Yoshikawa, sollen herausragende Persönlichkeiten in ihrer frühen Karriere erkannt und in ihrer Entwicklung gefördert sowie ermutigt werden. Der Preis wird an Absolvent*innen eines Masterstudienganges vergeben und die Kandidat*innen werden von den Studiengangverantwortlichen nominiert.
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Josef Müller-Brockmann (*1914 Rapperswil; †1996 Unterengstringen) ist bis heute einer der international meist beachteten Schweizer Gestalter. Sein grafisches Werk und seine theoretischen Schriften prägten den sogenannten Swiss Style der Nachkriegszeit, der sich international verbreitete. Mit seinen Plakaten für die Zürcher Tonhalle wurde er in der 1950er-Jahren weltberühmt. Sie zeigen seine Entwicklung hin zu einer immer radikaleren, zuletzt rein typografischen Gestaltung. Für die SBB erschuf er das noch immer aktuelle Erscheinungsbild und das Orientierungssystem. Müller-Brockmann war auch international gestalterisch tätig, u.a. für IBM, Olivetti oder die Porzellanmanufaktur Rosenthal. Josef Müller-Brockmann konstruierte zunehmend seine Arbeiten aus geometrischen Formen, deren Proportionen und Abstände in einem strengen mathematischen Verhältnis zueinander standen, sowie aus typografischen Elementen. Durch den Verzicht auf Ornamente und der daraus resultierenden Sachlichkeit sowie
besseren Lesbarkeit, schienen sie ihm zweckdienlicher. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab auch experimentelle Techniken wie etwa das Fotogramm zu integrieren.

Zum zweiten Mal werden die Verantwortlichen der Masterstudiengänge der unten genannten Kunsthochschulen eingeladen, drei bis fünf Absolvent*innen zu nominieren. Die vorgeschlagenen Gestalter*innen reichen eine Arbeitsmappe ein, die einen Überblick über ihr Schaffen vermittelt. In einer ersten Runde wählt die Jury fünf Kandidat*innen aus. Diese werden eingeladen, ihre Arbeit in einer zweiten Runde persönlich zu präsentieren. Auf der Grundlage dieser Präsentationen trifft die Jury ihre endgültige Entscheidung.

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