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Kunst Museum Winterthur | Thea Djordjadze

Publiziert am 10. September 2019

Thea Djordjadze schafft raumgreifende Installationen. Vor Ort, entwickelt als Reaktion auf den konkreten Raum, oder den Kontext einer Institution.

Ihre skulpturalen Werke sind auf den ersten Blick nicht immer als solche zu erkennen. Zart und streng, willkürlich und genau durchdacht, den Raum ordnend, sich als Objekt verwandelnd. Installationen, verstanden als Prozess des fortlaufenden Kontextualisierens, Rekonfigurierens und Neuordnens. Ein Zustand des Provisoriums. In sich trägt es das Potential des Wandels.
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Transitorisch-Doppeldeutig
Djordjadzes Werk liegt stets ein Moment des Transitorischen zugrunde. Von ihr selbst konzipierte Vitrinen sind autonome Skulpturen und dienen als Behältnis für die Präsentation von Werken aus der Winterthurer Kunstsammlung. Wandvitrinen, metallene Wandverkleidungen, ein blauer Spannteppich definieren die Räume für das Ausstellen von Kunst, der eigenen wie der fremden. Die Künstlerin wird in ihrer Ausstellung zur Kuratorin und schafft einen Bezug zu Wohninterieurs. Djordjadzes Werk ist stets etwas Doppeldeutiges und Hybrides eigen. Handelt es sich um Kunst- oder Gebrauchsobjekte?

Kontextualisierung als Praxis

Ihre künstlerische Praxis greift zuweilen tief in die institutionellen Strukturen ein und könnte als Prozess des andauernden Kontextualisierens, Rekonfigurierens und Neuordnens vorhandener und neuer Objekte verstanden werden, gewissermassen als Zustand eines permanenten Provisoriums. Diese Vorläufigkeit ist ihren Skulpturen aus meist «armen» Materialien eigen. Oft scheinen sie von zerbrechlicher Natur zu sein, für den Moment geschaffen, mit einer gewissen Offenheit, der die Künstlerin erst im Moment der Ausstellung eine gültige Form verleiht – zumindest auf Zeit. Für ihre Einzelausstellung 2017 in der Pinakothek der Moderne realisierte sie überdimensionierte, den Raum strukturierende Vitrinen, in denen sie eine Auswahl von Papierarbeiten der Staatlichen Graphischen Sammlung München präsentierte. Zugleich gestaltete sie bequeme Sitzinseln für die Besucherinnen und Besucher.

Internationale Karriere
Thea Djordjadze wurde 1971 in Tiflis, Georgien geboren. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin. Ihre Ausstellung „one is so public, and the other, so privat.“ ist ihre erste Einzelpräsentation in einem Schweizer Museum. Ihr Schaffen war in den letzten Jahren an vielen der wichtigsten internationalen Kunstevents zu sehen,unter anderem an der Documenta, der Biennale, im MOMA und im Portikus.

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Kunst Museum Winterthur | Thea Djordjadze | «one is so public, and the other, so privat» | 7. September bis 17. November 2019

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