Überzeichnen

Kunsthaus Baselland | Überzeichnen

Publiziert am 18. September 2015

Man sagt ihr viel nach, der Zeichnung. Sie sei das ursprünglichste der künstlerischen Medien, sei autonom, spontan, unmittelbar, prozesshaft, authentisch, näher am Künstler, näher an der Künstlerin als andere Disziplinen. Stimmt das? Eine Spurensuche.
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Bedeutung der Zeichnung
Seit Jahren wird der Zeichnung eine Renaissance attestiert, was die Vermutung nahelegt, dass die Zeichnung all die Jahrzehnte zuvor ein eher stilles Dasein innerhalb anderer Disziplinen gefristet hat. Das Kunsthaus Baselland entschloss sich zur Spurensuche unter einem ganz bestimmten Aspekt: Das Interesse gilt zunächst dem Stellenwert, den die Zeichnung im Werk bestimmter Künstlerinnen und Künstler einnimmt. Wo steht die Zeichnung innerhalb des Arbeitsprozesses, und wohin führt sie? Aber auch: Wie wird die Zeichnung innerhalb des künstlerischen Schaffens eingesetzt? Ist sie das zur Erkenntnis führende Mittel, die Verbildlichung gedanklicher Prozesse und Handlungsanweisungen? Ist sie Ausdruck einer bildhaften Poesie, Erfindung, visualisierte Erinnerung, ein Bildergenerator, eine Aneignung oder Narration, ein Bauplan, der zu Bildern, Skulpturen oder Rauminstallationen führt?

Ungebrochene Strahlkraft
Trotz der Unterschiedlichkeit aller hier vereinten Künstlerinnen und Künstler ist ihnen fast allen gemeinsam, dass sie das Zeichnen zu ihrem primären künstlerischen Verfahren gemacht haben oder als Voraussetzung für weitere künstlerische Schritte heranziehen. Die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler zeigen mit ihren Werken einmal mehr, welch ungebrochene Strahlkraft und Wirkung eine Linie auf einem Blatt, einer Wand oder inmitten des Raumes haben kann. Eine Strahlkraft, die bereits über Hunderte von Jahren andauert und weiter anhält.

Basel – das Mekka der Zeichnung
Der Untertitel der Ausstellung heisst «Von Basel aus» und erläutert die Blickrichtung, die eingenommen wird. Den Blick in Basel beginnen zu lassen, ist nicht allein wegen des Standortes des Kunsthaus Baselland sinnfällig, sondern auch deshalb, weil die Zeichnung in Basel seit Jahrzehnten eine besondere Stellung innehat und sich auch gegenwärtig zahlreiche Künstlerinnen und Künstler auf die Zeichnung als zentrales Medium konzentrieren.

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Kunsthaus Baselland | Überzeichnen. Von Basel aus | 18. September bis 15. November 2015 | Mit Zeichnungen von: Anna B. Wiesendanger, Boris Rebetez, Bruce Nauman, Bruno Jakob, Cécile Hummel, Claudia und Julia Müller, Eric Hattan, Fred Sandback, Jürg Stäuble, Karim Noureldin, Lena Eriksson, Maja Rieder, Miriam Sturzenegger, Robert Estermann, Silvia Bächli, Anselm Stalder und Therese Bolliger

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