Kunstmuseum Olten | Ferdinand Gehr

Publiziert am 25. November 2016

Die Öffentlichkeit hat seine Bilder in den Kirchen mit Vorhängen verhüllt oder übermalt – die führenden Schweizer Architekten hingegen liebten und verehrten ihn: Zwanzig Jahre nach Ferdinand Gehrs Tod würdigt das Kunstmuseum Olten in einer Ausstellung dessen Werke am sakralen und profanen Bau.
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Einmaliges Gespür für räumliche Zusammenhänge
Wie kaum ein anderer Schweizer Künstler des 20. Jahrhunderts war Ferdinand Gehr (1896–1996) während über sieben Jahrzehnten im öffentlichen Auftrag für Kirchen, Schulen, Gemeinden und Vereine tätig. Allein im Bereich der Malerei, der Keramik und des Mosaiks verantwortete er 63 Projekte. Während die Öffentlichkeit auf die modern anmutenden Malereien oft mit Ablehnung reagierte und die Bilder in den Kirchen mit Vorhängen verhüllt oder gar übermalt wurden, schätzten die führenden Architekten der Schweiz, unter ihnen Ernst Gisel, Hermann Baur oder Hanns A. Brütsch, Gehrs reduzierte Formensprache, sein einmaliges Gespür für räumliche Zusammenhänge und seine Fähigkeit, sakrale Innenräume abgestimmt auf die Architektur zu gestalten. In enger Zusammenarbeit mit ihnen prägte Gehr bis in die 1990er-Jahre hinein den modernen öffentlichen Raum in der Schweiz entscheidend mit.

Markstein der Schweizer Kirchenkunst
Die Ausstellung rückt nun erstmals Gehrs Werke am sakralen und profanen Bau ins Zentrum. Sie zählen zum Herausragendsten, was in den letzten Jahrzehnten in diesem Bereich geschaffen wurde. Zwanzig Jahre nach Gehrs Tod beschäftigt sich das Kunstmuseum Olten bereits zum zweiten Mal ausführlich mit seinem Werk; schon 1978 hatten Paul Meier und Peter Killer das Schaffen des Ostschweizers im Überblick gewürdigt. Der enger gefasste Fokus des aktuellen Projekts hat in der Oltner Marienkirche einen lokalen Anknüpfungspunkt. Das 1952 von Hermann Baur erbaute Gotteshaus stellt in Verbindung mit dem grossen Chorwandgemälde, dem Baldachin und dem Glasfenster von Ferdinand Gehr einen Markstein der modernen Schweizer Kirchenkunst dar.

Publikation zur Ausstellung
Zur Ausstellung erscheint eine reichbebilderte Publikation, die Gehrs öffentliche Aufträge erstmals repräsentativ vorstellt. Eine Auswahl der wichtigsten Kunst-am-Bau-Projekte aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und Portugal wird im Bildteil dokumentiert, mit drei Essays aus architekturtheoretischer, kunstgeschichtlicher und historischer Perspektive beleuchtet und durch ein Werkverzeichnis der malerischen Aufträge komplettiert.

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«Ferdinand Gehr – Bauen an der Kunst» | Kunstmuseum Olten | 27. November 2016 bis 26. Februar 2017 | Vernissage am Samstag, 26. November, 18.30h.

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