Fokus der 41. Solothurner Literaturtage: Die Rolle der Frau in der Literatur.

41. Literaturtage Solothurn | Aufbruch in neue Zeiten

Publiziert am 03. Mai 2019

Die literarische Zukunft ist weiblich.
Die Solothurner Literaturtage sind Ort der Begegnungen und des Dialogs. Nebst Lesungen, Poesiesalons und Spoken Word Performances findet Literatur auch am Abend in ganz ungezwungenem Rahmen in den Bars und auf der Strasse statt. Die in Deutschland wohnhafte US-Autorin Nell Zink eröffnet die 41. Solothurner Literaturtage, vier Autorinnen aus allen Sprachregionen präsentieren anschliessend ihre literarischen Reaktionen auf Zinks Rede.

41. Solothurner Literaturtage, 31. Mai – 2. Juni 2019.

Wer schreibt? Wer veröffentlicht? Wer liest?
An den 41. Solothuner Literaturtagen erwartet die Besucher*innen mitnichten der grosse Kater nach dem Jubiläum. «Wir brechen vielmehr in eine Zukunft auf», so Pablo Haller von der Programmkommission, «die vielleicht heller, vielleicht düsterer ist als die Vergangenheit – aber bestimmt weiblicher». Diese Gewissheit ziehe sich wie ein roter Faden durch das Programm. So widmet sich an den Literaturtagen ein Podium genau diesem Thema, indem es die Strukturen des Literaturbetriebs untersucht. So wird den Fragen nachgespürt, wer Literatur veröffentlicht, wer liest – und wer am Ende die Preise und die Medienpräsenz erhält. Die beiden Autorinnenkollektive trobadora.montage und Rauf setzen sich ausserdem literarisch mit dem Thema auseinander.

Spielt die Liebe noch eine Rolle?
Oft ist die Welt Schall und Rauch, vieles ist unfassbar, mäandriert zwischen scheinbar definierten Kategorien wie Geschlecht, Herkunft, Rolle in der Gesellschaft. Macht das Angst? Entstehen deshalb so viele dystopische Werke? Neben einem Podium zu diesem hocheminenten Thema ist in Solothurn 2019 aus Julia von Lucadous «Die Hochhausspringerin» zu hören – wo die Menschen von Algorithmen kontrolliert werden und keine Freiheit mehr haben. Und was ist mit der Liebe? Spielt die heute überhaupt noch eine Rolle? Darüber ist in Martin R. Deans «Warum wir zusammen sind» zu lesen. Auch mit dieser Frage beschäftigt sich ein Podium. Womit wir bei der Gegenwart wären, die vieles ist, in jedem Fall aber interkulturell. Zunehmend fliesst die immer rasantere Vernetzung der Welt und der Menschen in die Literatur ein. Etwa in Angelika Overaths Roman «Ein Winter in Istanbul» oder mit Shelley Kästners «Jewish Roulette», in dem die Autorin Spuren des Judentums nachgeht. Aber auch Andreas Niedermanns Kaleidoskop «Blumberg», wo eine bisexuelle Ex-Journalistin im multikulturellen Wien ermittelt – halb Kottan, halb Kommissarin Lund.

Die Literatur als heller Stern
Der Fächer ist breit. Pablo Haller: «Wir laden ein zu einer hart verhandelten aber – es kann nicht anders sein – subjektiven Werkschau in deutscher, französischer, italienischer und rätoromanischer Sprache, in der die Stars nicht einzelne Personen sind, sondern die Literatur selbst.» – Und alle, die mit ihr arbeiteten: Die eingeladenen Autor*innen aus der Schweiz und dem Ausland, aber auchdie Übersetzer*innen, die manche Werke erst erschliessen.

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