Literaturhaus Zürich | Tage argentinischer Literatur

Publiziert am 18. Januar 2019

Nach arabischer, russischer und indischer Literatur präsentiert das Festival dieses Mal Schreibkunst aus dem zweitgrössten Land Südamerikas.
Im Fokus stehen verschiedene Ausprägungen der erzählerischen Form – zwischen politischem Engagement und ästhetischem Experiment, zwischen Wort und Bild, zwischen Heimat und Fremde. Das Schreiben in Argentinien ist eng verflochten mit den gesellschaftlichen Entwicklungen; die Aufarbeitung der Militärdiktatur oder die Präsenz des Politischen im Privaten prägen das Werk vieler zeitgenössischer Autor*innen.

Literaturhaus Zürich | «Tage argentinischer Literatur» | 22. bis 24. Februar 2019 | Die meisten Gespräche finden auf Spanisch mit deutscher Übersetzung statt.

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Literatur, Comic und Film
In Romanen und Essays, literarischen Reportagen und Kriminalstories verbinden sich Fakten und Fiktion, Fantasie und Dokumentation. Auch die Erfahrungen von Migration, Exil und Diaspora sind Thema vieler Geschichten. Eine reiche Comic-Literatur geht neue erzählerische Wege, und die vielsprachige Einwandererstadt Buenos Aires ist seit jeher ein Zentrum des literarischen Übersetzens. Wir haben Autor*innen, Übersetzer*innen, Verleger*innen und Journalist*innen eingeladen, uns ihre Bücher vorzustellen und aktuelle Fragen des kulturellen Lebens in Argentinien aufzugreifen.

Programmauswahl:

Washington Cucurto | Samstag 23. Februar 2019, 11:00 Uhr
Washington Cucurto wuchs in einem armen Vorort von Buenos Aires auf und arbeitete als Packer und Regalauffüller, bis er den argentinischen Schriftsteller Fabián Casas kennenlernte und selber als Dichter debütierte. In seinen Gedichten mixt er Hochkultur mit Strassensprache, barocke Sinnlichkeit mit Alltagsbeobachtungen, seine Texte wurden u.a. auch ins Deutsche übersetzt. 2004 gründete Washington Cucurto zusammen mit Fabian Casas den Verlag «Eloísa Cartonera», der vor allem zeitgenössische und avantgardistische lateinamerikanische Literatur veröffentlicht. Ehrenamtliche Mitarbeiter sind ehemalige Cartoneros (Kartonsammler) und Arbeitslose. Die Texte werden in einen Einband aus Karton gearbeitet, der von den Arbeitern frei gestaltet wird ; jedes Buch ist ein Unikat. – An diesem Morgen erzählen Cucurto und die Verlagsmitarbeiterin María Gomez von «Eloísa Cartonera», die Teilnehmenden gestalten je einen Buchumschlag, und Washington Cucurto liest aus seinen Gedichten.

Selva Almada, María Luque, Alan Pauls | Sonntag 24. Februar 2019, 14:00 Uhr
Vom Erzählen in Worten und Bildern: In Argentinien gibt es seit den Anfängen des Kinos eine enge Beziehung zwischen Literatur und Film. Alan Pauls hat diverse Drehbücher für Kinofilme verfasst und arbeitet seit einigen Jahren an einem biographischen Essay über den experimentellen chilenischen Filmemacher Raúl Ruiz. Selva Almada hat neben literarischen Reportagen und Romanen ein vielschichtiges Büchlein über Lucrecia Martels vielgepriesenen Film «Zama» verfasst, das sich explizit als Arbeit am literarischen Mythos versteht. Zudem gibt es in Argentinien seit dem Goldenen Zeitalter des Comics von 1940 bis 1960 und Héctor Germán Oesterhelds Jahrhundertwerk «El Eternauta» (1957-59) einen fruchtbaren Austausch zwischen Literatur und Comics, wofür die hochliterarischen Graphic Novels María Luques beredtes Zeugnis ablegen. Im Gespräch miteinander wird auf die argentinischen Eigenheiten und Traditionen eines Erzählens in Worten und Bildern eingegangen.

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