11. Schweizer Biennale zu Wissenschaft, Technik + Ästhetik | © 11. Schweizer Biennale zu Wissenschaft, Technik + Ästhetik

11. Schweizer Biennale zu Wissenschaft, Technik + Ästhetik | Interview René Stettler

Publiziert am 13. Oktober 2015

International renommierte Wissenschaftler wie der Ökologe Fritjof Capra, der Mathematiker Sir Roger Penrose und der langjährige englische Übersetzer des Dalai Lama, Thupten Jinpa, sowie der buddhistische Mönch Matthieu Ricard sind die Gäste der 11. Biennale.
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René Stettler, Worum geht es an der 11. Biennale unter dem Titel «Das Rätsel des menschlichen Bewusstseins»?
Ich habe vor 15 Jahren im Luzerner Theater eine ähnliche Konferenz organisiert. Es sind trotz der beachtlichen Erfolge der Hirnforschung während den letzten Jahrzehnten die schon damals wie heute immer noch unbeantworteten Fragen, die höchst brisant sind: Wie ist in einem physikalischen Universum so etwas wie Bewusstsein, über das wir Menschen verfügen, entstanden, ja überhaupt möglich? Ist unser bewusstes Erleben das Resultat physikalischer Vorgänge, die im Hirn ablaufen? Wird die wissenschaftliche Forschung bei der Erklärung des Bewusstseins mit einem endgültigen Mysterium konfrontiert – mit etwas, das wir nie wissenschaftlich erklären können?

Schwierige Fragen!
Ich bin überzeugt, dass sich diese keinesfalls einfachen, aber zum Nachdenken anregenden Fragen nur mit dem Wissen aus verschiedenen Forschungsdisziplinen zufriedenstellend beantworten lassen. Darum habe ich Spitzenvertreter der Fachgebiete Quantenphysik, Neurowissenschaft, Kosmologie, Philosophie, Anthropologie und dem Buddhismus sowie dem weiten Forschungsgebiet, das sich mit der Wirkung bewusstseinserweiternder Substanzen beschäftigt, nach Luzern eingeladen. Für ein interdisziplinäres Gespräch, das der bekannte amerikanische Moderator Steve Paulson von «To the Best of Our Knowledge» bei Wisconsin Public Radio moderieren wird.

Was ist das Selbstverständnis der von Ihnen vor 20 Jahren gegründeten Luzerner Bildungsplattform?
Die Biennale ist eine diskursive Plattform, die sich über viele Jahre bewährt hat und erfolgreich die Offenheit der Geisteswissenschaften und die Vermittlung des Wissens der Naturwissenschaften zu einem breiten bildungsorientierten Publikum pflegt. Das Renommee dieser interdisziplinären Schweizer Wissenschaftsplattform reicht heute weit in die angelsächsischen Länder hinein.

Wen wollen Sie mit der Biennale ansprechen? Setzen Sie bei den Teilnehmern wissenschaftliches Fachwissen voraus?
Angesprochen ist ein heterogenes Schweizer und aus dem Ausland anreisendes Publikum, das an der Biennale teilnimmt. Wie immer geht es in Luzern um Fragen, die uns alle betreffen. Diesmal um etwas, das wir alle haben: Bewusstsein und die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis. Das berührt jeden Menschen und nicht nur die Philosophie, die buddhistische Psychologie oder die einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen.

Was darf man als Besucher der Biennale erwarten?
Sagen wir es so: Die Besucher erwartet ein geistig und intellektuell erlebnisreicher Tag mit vielen anregenden Vorträgen und Gesprächen, die sich einem Grenzen überschreitenden Dialog verpflichtet fühlen. Das wissenschaftliche und öffentliche Gespräch über Physik, Bewusstsein, Kosmologie und Spiritualität scheint mir in Anbetracht der grassierenden unterschiedlichsten Spielarten der Esoterik, die heute vielen als Religionsersatz dient, besonders wichtig. Die Teilnehmer erhalten von bekannten Top-Referenten aktuelles Wissen aus erster Hand.

Die Mobilisierung der Speaker für diese Biennale ist in der Tat bemerkenswert.
Den 1931 geborenen britischen Mathematiker und Kosmologen Sir Roger Penrose, dessen Arbeit in der mathematischen Physik und der Kosmologie weltweit hoch geachtet ist, mit Fritjof Capra, dem Autor von Büchern wie “Wendezeit” und “Das Tao der Physik”, sowie bekannten Vertretern des Buddhismus wie Thupten Jinpa und Matthieu Ricard, zusammenzubringen, hat in der Tat, wie ich glaube, einmaligen Charakter.

Herr Stettler, danke für diese Gespräch. | © art-tv.ch – Felix Schenker

Zum Macher
Dr. René Stettler ist der Gründer der Schweizer Biennale zu Wissenschaft, Technik + Ästhetik (seit 1994) und der Neue Galerie Luzern – Swiss Academic Association (NGLSAA) sowie Studienleiter eines doktoralen Forschungsprogramms in den Geisteswissenschaften und Künsten der Universität Plymouth, er ist der Leiter des Lehrgangs Kulturmanager am Schweizerischen Ausbildungszentrum für Marketing, Werbung und Kommunikation (SAWI) und Dozent für Medientheorie und -philosophie an der Hochschule Luzern.
René Stettler wohnt in Rigi Kaltbad auf der Rigi.

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