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46. Solothurner Filmtage | R. Waldburger

Publiziert am 14. Januar 2011

Von der Sekretärin des «Kassensturz» zur schillernden und erfolgreichen Filmproduzentin. Die Herisauerin Ruth Waldbuger hat es geschafft. An den diesjährigen Solothurner Filmtagen wird ihr Schaffen mit dem Spezialprogramm «Rencontre» geehrt.
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Ruth Waldburger
Ruth Waldburger

Von Godard bis Brad Pitt
Bis heute hat Ruth Waldburger über 80 Filme produziert und mit namhaften Regisseuren wie Jean-Luc Godard, Alain Resnais, Robert Frank, Gianni Amelio, Silvio Soldini oder Bela Tarr zusammengearbeitet. 1991 ebnete sie Brad Pitt mit der Hauptrolle in «Johnny Suede» die Weltkarriere und gewann für diesen Film in Locarno den Goldenen Leopard. Weitere Filme wurden an wichtigen europäischen Filmfestivals ausgezeichnet: u.a. «Il ladro di bambini» von Gianni Amelio mit dem Grand Prix Spécial du Jury in Cannes (1992), «On connaît la chanson» von Alain Resnais mit dem Silbernen Bären an der Berlinale 1998, «La vie ne me fait pas peur» von Noémie Lvovsky mit dem Silbernern Leoparden in Locarno 1999 oder «Notre musique» von Jean-Luc Godard am Filmfestival San Sebastian mit dem Grand Prix FIPRESCI (2004).

Schlatter und Giacobbo
Auch im Schweizer Kino setzte Ruth Waldburger Massstäbe. 1996 brachte sie eine Komödien-Welle in Gang, indem sie die Filme «Katzendiebe» und «Komiker» mit den Komikern Beat Schlatter und Patrick Frey besetzte. Zusammen mit Viktor Giacobbo entwickelte sie die Idee zur Komödie «Ernstfall in Havanna» in welcher Viktor Giacobbo zum ersten Mal eine Hauptrolle in einem Kinofilm spielte. Ihr jüngster Film «La petite chambre» (2010) feierte als Wettbewerbsbeitrag am Filmfestival Locarno Premiere und steigt für die Schweiz ins Rennen um den Oscar für den besten ausländischen Film. Eine solche Nomination erreichte 2001 bereits der Film «Eloge de l’amour» von Jean-Luc Godard.

Als Produzentin zeichnet sich Ruth Waldburger sowohl durch ein Gespür für anspruchsvolles Autorenkino als auch für publikumswirksame Stoffe aus. Sie setzt einerseits auf Kontinuität und fördert gleichzeitig mit viel Engagement und Risikobereitschaft FilmemacherInnen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen. Die Verbindung zwischen künstlerischem und ökonomischem Denken sowie ihre internationale Vernetzung machen Ruth Waldburger zu einer der erfolgreichsten ProduzentInnen der Schweiz.

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Ruth Waldburger ist in Herisau geboren und dort aufgewachsen. Seit 1970 lebt und arbeitet Ruth Waldburger in Zürich, wo sie zunächst Sekretärin und Produktionsassistentin beim «Kassensturz» war. Danach arbeitete sie in der Abteilung Information des Schweizer Fernsehens. 1977 begann sie ihre Karriere in der Filmbranche als Stagiaire/Aufnahmeleiterin beim Film «Messidor» von Alain Tanner. 1982 wurde sie Mitinhaberin der Xanadu Film und arbeitet seither als Filmproduzentin. 1988 gründete sie ihre eigene Produktionsfirma Vega Film.

Das Spezialprogramm «Rencontre» würdigt ein bedeutendes und umfangreiches Werk eines Schweizer Filmschaffenden. Es bietet die rare Gelegenheit, einen Überblick und vertiefenden Einblick in dessen kontinuierliche Arbeit zu erhalten. Gleichzeitig ermöglicht es dem Publikum, die gewürdigte Person live in Solothurn zu erleben, sie über ihre Arbeit sprechen zu hören und selber mit ihr ins Gespräch zu kommen.

Folgenden Persönlichkeiten kamen durch das Spezialprogramm «Rencontre», das früher «Retrospektive» hiess, bereits zu Ehren:

45. Solothurner Filmtage 2010: Niki Reiser
44. Solothurner Filmtage 2009: Léa Pool
43. Solothurner Filmtage 2008: Walo Lüönd
42. Solothurner Filmtage 2007: Renato Berta
41. Solothurner Filmtage 2006: Maximilian Schell
40. Solothurner Filmtage 2005: Bruno Ganz
39. Solothurner Filmtage 2004: Jean-Luc Bideau
38. Solothurner Filmtage 2003: Pio Corradi
37. Solothurner Filmtage 2002: Paul Riniker
36. Solothurner Filmtage 2001: T&C Film AG, Marcel Hoehn
35. Solothurner Filmtage 2000: Jacqueline Veuve
34. Solothurner Filmtage 1999: Alexander J. Seiler
33. Solothurner Filmtage 1998: Claude Goretta
32. Solothurner Filmtage 1997: Reni Mertens u. Walter Marti
31. Solothurner Filmtage 1996: Alain Tanner

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