Christine Lavant Preis 2018 | Klaus Merz

Publiziert am 18. September 2018

Grosse Ehre für Aargauer Schriftsteller.
«Erzählen und erzählen lassen heisst ja auch, zuhören zu können», sagt Klaus Merz, «und eigentlich braucht es nichts anderes als das, um ganz Mensch zu werden.» - Der Aargauer Schriftsteller wird mit dem diesjährigen Christine Levant Preis geehrt.

Christine Lavant Preis 2018 | Schriftsteller Klaus Merz | Preisverleihung im Rahmen einer Matinee im RadioKulturhaus, Wien am Sonntag, 7. Oktober 2018 um 11 Uhr

Klarheit und Kargheit
«Klaus Merz ist ein Meister der poetischen Verdichtung, ein Autor, der seine Worte lange wiegt und lange wägt, bevor er sie aus den Händen gibt», so begründete die Jury ihre Wahl. Merz pflege einen Stil, dessen Schönheit in der Klarheit und Kargheit liege. Der Christine Lavant Preis wurde von der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft 2016 ins Leben gerufen, um an die österreichische Dichterin und ihr grossartiges Werk zu erinnern. Klaus Merz hat ein literarisches Werk geschaffen, das zu demjenigen Christine Lavants vielerlei Bezüge aufweist: Klaus Merz schreibt vor allem Lyrik und Prosa, seine Texte handeln von Aussenseitern und Randständigen, aber auch von Abenteurern und rastlos Liebenden, und er wendet sich meist dem Lokalen zu, um es zum Kosmos zu weiten. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis für Lyrik und Prosa würdigt Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die in ihrem literarischen Schaffen – so wie auch Christine Lavant – einen hohen ästhetischen Anspruch mit humaner Haltung und gesellschaftskritischem Blick vereinen.

Biografie Klaus Merz
Klaus Merz, geboren 1945 in Aarau, zählt zu den bedeutendsten Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Zu seinen bekanntesten Büchern gehören neben den Gedichtbänden «Mit gesammelter Blindheit» (1967) oder «Aus dem Staub» (2010) vor allem der Roman «Jakob schläft» (1997), der eine Familiengeschichte um die Leerstelle eines bei der Geburt verstorbenen Bruders erzählt, sowie die Novelle «Der Argentinier» (2009), die von einem Abenteurer handelt, der sich in Argentinien als Gaucho versucht. Seit vielen Jahren erscheint das Werk von Klaus Merz im Innsbrucker Haymon-Verlag und wurde bereits mit einer Werkausgabe zu Lebzeiten gewürdigt.

Stimmen
«Wie Blitze in der Nacht leuchten seine Texte.» – Süddeutsche Zeitung, Stefan Sommer | «Man findet leicht hinein in diese Gedichte des 1945 geborenen Schweizers, aber schwer wieder heraus.» – Frankfurter Allgemeine Zeitung, Wulf Segebrecht – «Über Jahrzehnte hinweg ist Klaus Merz ein Meister des Understatements geblieben, der unbekümmert um alle literarischen Moden der stillen Kraft seiner Worte vertraut.» – FAZ, Sabine Doering.

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