Die Preisträgerin des Ernst-Toller-Preises 2021 Gertraud Klemm. | © Dirk Skiba

Ernst-Toller-Preis 2021 | Gertraud Klemm

Publiziert am 22. Juni 2021

Ein literarisches Werk, welches in ironisch-kritischer Weise Strukturen der Macht hinterfragt.

«Seit ihren schriftstellerischen Anfängen beschäftigt sich Gertraud Klemm mit der feministischen Analyse bürgerlicher Frauenrollen, sie rückt Sexismus, Mutterschaft und Adoption ebenso ins Zentrum ihrer Texte wie das Altern, die neoliberale Erfolgs- und Wertegesellschaft sowie Religion. […] Mit Toller verbindet Gertraud Klemm der Wille zum Protest sowie die Fähigkeit, auch dort unnachlässig Kritik zu üben, wo kurzfristig kaum Applaus zu erwarten ist», so die Begründet der Jury.
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Gertraud Klemm wurde am 6. Juli 1971 in Wien geboren und wuchs in Baden bei Wien auf. Nach dem Studium der Biologie arbeitete sie zunächst als Gutachterin für Trinkwasser-Hygiene beim Wiener Magistrat, bevor sie sich 2006 der Arbeit als freiberufliche Schriftstellerin zuwandte. Seit 2013 hat sie fünf Romane und einen Lyrikband veröffentlicht, darüber hinaus nimmt sie in ihren Erzählungen, Essays und Kommentaren für das österreichische und deutsche Feuilleton regelmässig zu den Themen Geschlechter(un)gerechtigkeit und Frauenpolitik Stellung. Für ihr Werk wurden Gertraud Klemm zahlreichen Auszeichnungen und Stipendien zugesprochen, darunter: Lise-Meitner-Literaturpreis 2011, BKS-Publikumspreis beim Ingeborg-Bachmann-Preis 2014, Longlist des Deutschen Buchpreises 2015 (Aberland), Outstanding Artist Award für Literatur 2020. Gertraud Klemm lebt in Pfaffstätten, Niederösterreich.

Die Ernst-Toller-Gesellschaft e. V. verleiht den gleichnamigen, mit 5.000 Euro dotierten Preis seit 1997 in Zusammenarbeit mit der Stadt Neuburg an der Donau (D) und dem Lions-Club. Ausgezeichnet werden schriftstellerische Leistungen aus dem Grenzbereich von Literatur und Politik. Zu den bisherigen Preisträger*innen zählen Albert Ostermaier (1997), Biljana Srbljanovic (1999), Felix Mitterer (2001), Juli Zeh (2003), Günter Grass (2007), Gerhard Polt (2009), Christoph Ransmayr (2013), Katja Petrowskaja (2015), Roman Ehrlich (2016) und Wolf Biermann (2018). Die diesjährige Preisverleihung findet am Samstag, den 25. September 2021 um 18 Uhr im Stadttheater Neuburg an der Donau statt. Die Laudatio auf Gertraud Klemm wird Anne-Dore Krohn, Kritikerin und Kulturredakteurin des rbb, halten. Im Rahmen der Preisverleihung wird auch das 25-jährige Bestehen der Ernst-Toller-Gesellschaft gefeiert.

Hippocampus
In ihrem ‹rebellischen Gesellschaftsroman› (Mia Eidlhuber, Der Standard) «Hippocampus» aus dem Jahr 2019 zeigt Gertraud Klemm anhand des Kunst- und Literaturbetriebs die patriarchalen Strukturen und zermürbenden Mechanismen auf, die unsere Gesellschaft bestimmen und fordert damit auch zur Reflexion der Erinnerungskultur auf. (Jurystatement)

Hippocampus | Gertraud Klemm | Roman | Kremayr & Scheriau | 2019 | ISBN: 978-3-218-01177-8

Text: Ernst-Toller-Preis 2021

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Ernst-Toller-Preis 2021 | 25. September 2021 | Stadttheater Neuburg an der Donau (D)

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3 Bücher | Roman | Hippocampus | Gertraud Klemm | Verlag Kremayr & Scheriau

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