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Juri Andruchowytsch | Gastautor in Lenzburg

Publiziert am 19. Oktober 2011

Lebt ein Schriftsteller in der Ukraine gefährlich? Juri Andruchowytsch hat keine Angst zu schreiben, was er denkt. Eine Enteckung für Leser, die lieber lachend mit der Literatur über das Leben triumphieren, als an ihm zu verzweifeln.

Von September bis November 2011 lebt der ukrainische Autor im «Atelier Müllerhaus» des Aargauer Literaturhauses Lenzburg.

Lesungen mit Juri Andruchowytsch

Sonntag 23.10.2011 11:00 Uhr
Literatur um 11 e.V. Aulgasse 4, D-35037 Marburg

Montag 24.10.2011 20:00 Uhr
Heinrich-Heine-Haus, Am Ochsenmarkt 1, D-21335 Lüneburg

Mittwoch 26.10.2011 20:00 Uhr
Literarisches Colloquium Berlin, Am Sandwerder 5, D-14109 Berlin

Freitag 28.10.2011 20:00 Uhr
Weingut Andreas Dilger, Urachstraße 3, D-79102 Freiburg im Breisgau

Dienstag 08.11.2011 19:00 Uhr
Büchereien Wien, Hauptbücherei, Urban-Loritz-Platz 2a, A-1010 Wien

Sonntag, 27.11.2011 11:15 Uhr (mit Pedro Lenz)
Aargauer Literaturhaus Lenzburg
Den aktuellen Fokus «Heimweh» des Theaters Tuchlaube Aarau nehmen Juri Andruchowytsch und Pedro Lenz zum Anlass, über so belastete Begriffe wie Heimat, Sehnsucht und Obdachlosigkeit zu diskutieren. Garantiert unsentimental. Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe «Residenzen», in Kooperation mit der Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr.

Weitere Links

Andruchowytsch bei Suhrkamp

Literarische Karriere
Juri Andruchowytsch wurde 1960 in Iwano-Frankiwsk, Ukraine, geboren. Nach dem Journalistik-Studium und dem Militärdienst begann seine literarische Karriere mit einem Paukenschlag: Gemeinsam mit Viktor Neborak und Oleksandr Irwanets begründete er 1985 die Performancegruppe Bu-Ba-Bu (Burlesk-Balagan-Buffonada), die insbesondere von 1988 bis 1992 nachhaltigen Einfluss auf die ukrainische Literaturszene hatte. Ihre Kritik am realen Sozialismus äusserten die Künstler in satirischen, lautpoetischen und karnevalesken Gedicht-Experimenten.

Kontrovers diskutiert
Nach der Veröffentlichung erster Gedichtbände übertrug Andruchowytsch die Vorliebe für das Vielschichtige und Grotesk-Karnevaleske in seine mittlerweile ins Deutsche übersetzten Romane «Feiertage» (1992), «Moscoviada» (1993) und «Perversion» (1996), die ihn zu einem der am kontroversesten diskutierten Autoren der ukrainischen Gegenwartsliteratur machten.

Die Ukraine und Europa
Zentraler Antrieb für Andruchowytschs literarische Arbeit ist die besondere Situation seines Heimatlandes. Nach dem EU-Beitritt Polens an die Aussengrenze Europas gerückt, ist die Ukraine in Westeuropa und den USA noch immer eine Terra incognita. Diese (Nicht)-Verortung der Ukraine in Europa reflektiert Andruchowytsch etwa in «Das letzte Territorium» (Suhrkamp 2003), einer Essaysammlung in Form einer fiktiven Landeskunde.

Schreiben und Politik
Während der Orangenen Revolution beteiligte sich Andruchowytsch an den Demonstrationen der Opposition. Sein erster ins Deutsche übersetzter Roman «Zwölf Ringe» (Suhrkamp 2005) zeigt das Chaos der postsozialistischen Übergangszeit und die Geburtswehen eines neuen Staates als bunten Reigen huzulischer Folklore, mafiöser Geschäftsleute, Künstler, skurriler Typen aus der Werbebranche und wechselnder Liebesbeziehungen.

Werwolf Sutra
Zuletzt sind von ihm auf Deutsch der in Form eines Interviews präsentierte Roman «Geheimnis» (Suhrkamp 2008), die Gedichtsammlung «Werwolf Sutra» (Wunderhorn 2009) und der Roman «Perversion» (Suhrkamp 2011) erschienen. Juri Andruchowytsch setzt sich auch als Performer in Szene. Zum Beispiel mit der Band «Werwolf Sutra» trat er – zusammen mit Peter Conradin Zumthor und Vera Kappeler – an mehreren Konzerten in der Schweiz auf.

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