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Festival der Düfte | Fünf Fragen an Christophe Laudamiel | Meister-Parfumeur

Publiziert am 29. August 2017

Der Franzose Christophe Laudamiel ist eine kreative «Nase». Wie erlebt er Düfte und was bedeuten sie für ihn?
Vom 17. bis 22. Oktober 2017 findet auf Schloss Wildegg erstmals das «Festival der Düfte» statt. International bekannte Parfumeure und Duftexperten liessen sich von Schlossgeschichte und Ambience inspirieren und verwandeln mit ihren Kreationen die historischen Räume in ein «Duftschloss». Christophe Laudamiel ist einer von ihnen.

Festival der Düfte 17. – 22. Oktober 2017 | Schloss Wildegg | 10 – 17 Uhr: Alle Räume geöffnet | 17 – 20 Uhr: Räume mit Duftstationen geöffnet

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Website Christophe Laudamiel

1 – Christophe Laudamiel, ist Ihr Geruchssinn ausgeprägter als bei normalen Menschen oder ist es das Interesse an den verschiedenen Düften, das Sie zu Ihrem Beruf als Parfumeur geführt hat?
Mein Geruchssinn ist von Geburt nicht besser als bei den meisten Leuten. Das Ohr eines Musikers ist auch nicht besser als ein «normales» Ohr. Aber mit viel Übung entwickelt sich das Gehör. Das Gleiche gilt für die Nase. Nach ein paar Monaten täglichen Trainings riecht man schon viel differenzierter.

2 – In welchem Alter haben Sie Ihre besondere Begabung oder Ihr Interesse wahrgenommen? Erinnern Sie sich noch, wie Ihr Kinderbett gerochen hat?
Die besondere Begabung wurde mir erst in meinen Zwanzigerjahren bewusst. Ich habe mit 25 Jahren die Procter & Gamble Creative Perfumery School in Newcastle­ upon­ Tyne absolviert. Aber das «Nasen­ Training» beginnt ja schon im Mutterleib. Zu Hause lebte ich mit den Düften der exquisiten Kochkunst meiner Mutter, denjenigen der Pflanzenmedizin meines Vaters und natürlich in der Duftwelt der Natur, der Gemüsemärkte meiner Heimat. Zur Frage, ob ich mein Kinder­bett gerochen habe: mein Bett nicht, aber manchmal dasjenige meines Bruders! In der Regel riecht man seine eigenen Sachen weniger gut als die von anderen.

3 – Nehmen Sie die Gerüche von sämtlichen Dingen oder Menschen wahr, welche sich in Ihrer unmittelbaren Umgebung befinden? Oder anders gefragt, hat z.B. Ihr Kugelschreiber eine bestimmte Duftnote?
Natürlich nehme ich Gerüche sehr schnell wahr und kann die einzelnen Kompo­nenten riechen, benennen und definieren woher sie kommen. Aber ich bin nicht schwierig mit meiner Umgebung. Ich bin kein übersensibler Parfumeur, der zum Beispiel keinen Weichspüler verwendet. Generell verhält es sich mit dem Geruchssinn so, dass er trainiert werden muss. Daher appelliere ich immer wieder, dass man diesen Sinn früh trainieren soll, denn dass Riechen ist genauso wichtig wie das Sehen. Schon das Trainieren des Geruchssinns bei Babies fördert deren Wiedererkennung von Gerüchen und öffnet das Hirn. Es ist auch bewiesen, dass ein Training des Geruchssinns bei älteren Menschen den beginnenden Prozess einer Alzheimer-­ oder Parkinsonerkrankung verzögern kann. Das Riechen hilft, ihren emotionalen Zustand zu verbessern und sie können über die Nase Erinnerungen wachrufen, die sie weder mit Worten beschreiben, noch in einer Konversation benennen könnten.

4 – Gibt es bestimmte Trends bei Düften? Spiegeln sie die Befindlichkeit der Menschen wider, z.B. angesichts der politischen Weltlage?
Ja es gibt Trends. Sie wechseln alle fünf bis zehn Jahre. Nicht so wie bei der Mode, wo der Stil jedes Jahr neu ist. Der billige Duft von fruchtig/blumig ist schon seit rund 25 Jahren im Angebot. Das ist nun wirklich sehr lang. Andererseits sind Trends sehr interessant. Wir bewegen uns in einer Zeit, wo die Leute mehr über Duftnoten anderer Kontinente wissen und Parfums anderer Kultur­kreise benutzen als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Auch die Zusammen­setzung der Inhaltsstoffe ist einem immer breiteren Publikum bekannt. Trends spiegeln nicht die Politik wider, weil diese viel zu schnell und zu wenig vorhersehbar für die Parfum­industrie ist. Wir Parfumeure verfolgen viel mehr geopolitische Veränderungen, z.B. Wirbelstürme und Unwetter, da diese ganze Ernten vernichten können, was einen grossen Einbruch bei den Parfum­fabriken bedeuten kann. Parfum­konzepte sind zu 99 % gut erfundere Geschichten, die nicht einmal in Hollywood existieren. Die Parfum­industrie ist sehr konservativ. Parfum­namen vermitteln Begriffe wie «unschuldig», «hübsch», «sinnlich», «herrlich blumig» und immer wieder werden frühere Trends aktuell, genau wie in der Mode. Duftnoten sind rund, nicht aggressiv oder provozierend.

5 – Gibt es einen Geruch den Sie unwiderstehlich finden?
Richtig abstossend finde ich verwesendes Fleisch, aber was ich unwiderstehlich finde, ist der Duft von gekochtem Reis und weissen Gardenien. Das liebe ich!

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