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Ittinger Museum | Thurgauer Köpfe | Ein Bankiersohn pflügt um

Publiziert am 14. Juni 2020

Sieben Jahrzehnte lang residierte Victor Fehr im ehemaligen Kloster und trug dabei entscheidend zur Bewahrung der Anlage bei.

Mit ‹Herr Oberst› wurde Victor Fehr von seinen Zeitgenossen angesprochen. Der Gutsherr der Kartause Ittingen strahlte Standesbewusstsein und patriarchalische Autorität aus. Ein etwas verstaubt wirkendes Bild für eine Auseinandersetzung aus heutiger Sicht? Doch für die Jahrzehnte um 1900 war Victor Fehr im Thurgau ein markant prägender ‹Kopf›. Sein reges Engagement für die Anliegen der Landwirtschaft in Zeiten dramatischer Umbrüche ist gar nicht so verschieden von aktuellen Herausforderungen.
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Gebildet und von hohem Rang
Victor Fehr (1846–1938) war eine prägende Persönlichkeit im Thurgau des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Als Spross einer wohlhabenden St. Galler Unternehmer- und Bankiersfamilie zeigte er früh Interesse für die Landwirtschaft. Mit 21 Jahren erwarb er 1867 die Kartause Ittingen für die damals stolze Summe von Fr. 308’000 Franken. Landwirtschaftliche Praktika, Studien an der Landwirtschaftlichen Akademie Bonn-Poppelsdorf und an der ETH Zürich sowie Reisen unter anderem nach England und in die USA bereiteten Victor Fehr für die Aufgabe als Besitzer eines grossen Gutes vor. Das geruhsame Leben des wohlhabenden Gutsherrn allerdings entsprach nicht seinem Naturell. In einer Zeit rasanter Umbrüche in der Landwirtschaft strebte er nach der Rolle des Pioniers. Sein Gut wurde zum Experimentierfeld innovativer und diversifizierter landwirtschaftlicher Produktion.

Auf dem Feld
1882 gehörte Victor Fehr zum Gründungsvorstand der Gesellschaft Schweizerischer Landwirte. 1882–1912 war er deren Vizepräsident, 1912–1932 Präsident. Diese Institution setzte sich mit grossem Engagement für die Interessen der Schweizerischen Landwirtschaft ein, durch Förderung der Forschung und durch eine Vielzahl von politischen Initiativen. Aus Fehrs Engagement in dieser Gesellschaft ging auch seine Rolle bei anderen Unternehmungen von nationaler Bedeutung hervor, wie die Gründung des Schweizerischen Bauernverbandes, der ersten Versuchsstation für Obst-, Wein- und Gartenbau der Schweiz in Wädenswil und der landwirtschaftlichen Schule Arenenberg im Thurgau. Besonders interessiert blieb er an der Mechanisierung der Landwirtschaft und insbesondere am Einsatz von Traktoren als Zugfahrzeuge für den Pflug. Von grosser Bedeutung war für Victor Fehr auch die militärische Karriere, die er mit dem Rang des Obersten der Kavallerie und mit dem Kommando einer Brigade krönte. Im Kanton Thurgau, dessen Bürger er 1897 wurde, war er als Mitglied des Grossen Rates auch politisch aktiv.

Ittinger Museum
Das ehemalige Kartäuserkloster Ittingen ist ein überregional bekannter Ausflugsort. Das Ittinger Museum ist neben dem Kunstmuseum Thurgau die zweite dort domizilierte kantonale Institution. 1983 gegründet, besteht ihre Aufgabe darin, die hervorragend erhaltenen historischen Räumlichkeiten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auf dem Rundgang durch die Anlage können Besucherinnen und Besucher auf ein vielfältiges Vermittlungsangebot zur Geschichte des Orts und des klösterlichen Lebens zurückgreifen. Veranstaltungen und Sonderausstellungen vertiefen ausgewählte Aspekte im Zusammenhang mit der Geschichte und der Kunstgeschichte des Orts.

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Thurgauer Köpfe | Ein Bankierssohn pflügt um | Ittinger Museum | bis 18. Oktober 2020

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