Im Programm des Streitfestivals: Die Theaterperformance «Brexit is my fault» von Emily Magorrian. | © Christian Glaus

Streitfestival

Publiziert am 13. April 2021

Streit ist ein grundlegender Bestandteil einer pluralistischen Gesellschaft. Also los geht's!

Der Kulturkeller Winkel veranstaltet sein erstes Festival in der ganzen Stadt Luzern! Und dies mit einem sehr aktuellen Thema: Streit. Es ist eine Liebeserklärung an die Uneinigkeit und die Veranstalter*innen stellen mutig die Fragen: Wie geht man in der heutigen Gesellschaft mit Streit um? Wie passiert Konfrontation? Und wann ist Streit konstruktiv?
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Das vielfältige Programm aus Theater, Performance und Musik wird demnächst vollumfänglich bekannt gegeben. Der inhaltliche Fokus liegt dabei in der Auseinandersetzung mit der eigenen Streitkultur und mit demokratischen Prozessen.

Streiten wir genug?
Gemeinsam mit drei Kooperationspartner*innen wird an mehreren Standorten während 11 Tagen mit Mitteln des Diskurses, des Theaters, der Videoinstallation, der Performance, des Films, der Musik, durch Workshops und auch online über Webseite und Soziale Medien gestritten, über Streit gesprochen und Streitkulturen werden untersucht. Wie streiten Luzerner*innen und die Einwohner*innen der Schweiz? Streiten wir genug? Und was für Streit-Strategien haben wir? Wir sind überzeugt, in der Schweiz wird zu wenig gestritten. Themen werden vor allem in der eigenen Subkultur diskutiert, in der man sich gegenseitig in der eigenen Meinung bestärkt. Die Konfrontation mit Andersdenkenden wird gemieden; Streiten hat kaum Platz in unserem Alltag. Das will dieses Festival ändern! Denn Streit – so die Grundthese des Festivals – ist ein grundlegender Bestandteil einer pluralistischen Gesellschaft.

Den Streit kultivieren
Das Festival untersucht Streitkulturen und entdeckt die Liebe zum Streit. Wir sehen die Uneinigkeit als Grundlage von Kontroverse an und wollen diesem Zustand Raum geben – Raum um sich Uneinig zu sein, um Uneinigkeiten auszutauschen, diese möglicherweise auch aufzulösen, und Raum um seinen eigenen Umgang mit Streit zu hinterfragen und neu zu entdecken. Wir fragen uns: Wie sieht konstruktiver Streit aus? Und wie kann dieser gesellschaftlich nutzbar gemacht werden? Können wir mit einem Kulturfestival einen wertvollen Beitrag leisten, oder bewegen wir uns nur in der eigenen Bubble? Wieviel Streit brauchen wir, um zu erschaffen, zu denken, zu träumen und zu wagen, um politisch aktiv zu werden? Diesen Fragen geht das spartenübergreifende Festival nach. Streit ist sexy, beflügelnd, gefährlich – manchmal beängstigend und manchmal erhoffen wir uns zu viel davon. In verschiedenen Gefässen wollen wir nach Formen der Streitkultur suchen, konstruktiv streiten und lernen, unterschiedliche Meinungen auszuhalten.

Flexibles Programm
Das Streitfestival ist lokal in Luzern angebunden, involviert aber Kunstschaffende aus der ganzen Schweiz. Das Festivalzentrum befindet sich im Kulturkeller Winkel, der zweite Hauptstandort bildet die Peterskapelle. Aussenstellen und weiteres Programm werden in der Kunsthalle Luzern sowie im Stattkino stattfinden. Zudem wird es ergänzende Formate im öffentlichen Raum geben; unter anderem einen Audiowalk. Für einzelne Programmpunkte wird aufgrund der Pandemie kurzfristig über die definitive räumliche Umsetzung entschieden. Einige Projekte können in den öffentlichen oder digitalen Raum verschoben werden. Abgesehen davon wird es über die Festivalwebseite auch einige digitale Formate geben. Zudem bietet folgender Instagram-Account Einblick in den Entstehungsprozess des Festivals.

Textgrundlage: Streitfestival

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Streitfestival | Kulturkeller Winkel | Luzern | 1. bis 11. Mai 2021

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