Megaloh | «Regenmacher

Between the Beats Festival 2019 | Das Programm steht

Publiziert am 07. Dezember 2018

Mit viel Herzblut und in liebevoller Recherchearbeit präsentiert das «Between the Beats» Festival jedes Jahr einen bunten Blumenstrauss der Popmusik.

Aufstrebende sowie bereits beliebte Bands und Künstler werden ihre Musik in Lörrach präsentieren. An zwei Abenden sind musikalische Leckerbissen aus den schier unendlichen kreativen Weiten des Indie, Pop und Rap zu erleben – überraschend, bewegend, experimentell. Mit Megaloh, Public Service Broadcasting, PeterLicht, Dan Mangan, Tristan Brusch, Tiavo, Blackout Problems und Gran Noir ist das Line-up des Festivals in Lörrach im April 2019 jetzt vollständig.
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Zum Einstieg geht es mit Tristan Brusch gleich ins Paradies. Die Musik seines gleichnamigen Debütalbums ist anarchisch, ausgelassen und extrem hip. Tristan Brusch unterzieht die Hörer*in einer psychedelischen Genusstherapie, an deren Ende nur eines warten kann: das Paradies. Wie ein glitzerndes Gewitter aus heiteren Amüsements, höchst erwachsenen Liebeserklärungen und hitzigen Kampfansagen erschüttert und begeistert dieser Chanson-Pop. Im besten Fall geht man nach Genuss dieser Musik gründlich gereinigt und noch dazu mit hartnäckigen Ohrwürmern zum Tagewerk über – oder in eine Nacht voll mit Musik.

Eine Gesellschaft ohne PeterLicht kann überleben, aber nicht lange. Nach biblischen sieben Dürrejahren hat im Herbst 2018 endlich ein neues Studioalbum des Universalkünstlers das Licht der Welt erblickt. PeterLicht hat seinen Sound in die Zukunft übersetzt und in seinen Texten und Arrangements neue Zutaten eingekocht. Seine Stimme wird mehr denn je gebraucht in diesen Zeiten der globalen Groteske. Beinahe sehnsüchtig erinnern wir uns daran, als der Kapitalismus noch ein Schlawiner war und man sein iPhone an der Biegung des Flusses begrub. Die Zeit hat Gas gegeben, aber PeterLicht hat sie in seinen Schuhen überholt. Es ist an der Zeit, neue Hymnen zu singen!

Einmal die Runde und wieder zurück. Der Kanadier Dan Mangan fing als bärtiger Troubadour in verrauchten Clubs an, landete einige Top-Ten-Hits in seiner Heimat und gewann mehrere JUNO Awards. Jetzt kehrt er zurück zu seinen Anfängen und konzentriert sich aufs Wesentliche. Statt weitschweifiger Metaphern kommt er jetzt direkt zum Punkt, an die Stelle komplexer Arrangements tritt jetzt geradlinige Schlankheit – Minimalismus at its best. Ergebnis dieser äußeren Beschränkung sind auf der jüngsten Platte «More or Less» emotional äußerst verdichtete Songs über die großen Fragen dieser Welt.

Das Londoner Indie-Duo *Public Service Broadcasting*steht für spektakuläre Effekte in Sound und Show. Es ist wahrscheinlich die erste Band bei Between the Beats, die bereits vor Tausenden in der altehrwürdigen Royal Albert Hall aufgetreten ist. Elektronisch flirrende Sphärensounds und sich auftürmende Gitarrenwände machen die imposanten Klangwelten von Public Service Broadcasting aus, die passend zur Musik immer von aufwändigen Videoprojektionen begleitet werden. Sie erschaffen Erlebniswelten in Bild und Ton, um den thematischen, oft politischen Überbau der durchgehenden Story auf verschiedenen zusammenhängenden Kanälen zu transportieren. Ihr jüngstes Album „Every Valley“ widmet sich der erlöschenden Steinkohleindustrie in South Wales, den damit verbundenen sozialen Verwerfungen und der Anfälligkeit für populistische Rattenfänger.

Für Tiavo ist 2018 ein großes Jahr. Nach Release ihrer ersten EP «Fast Unfassbar» (2016) kam mit «Oh Lucy» im März 2018 das Debütalbum des Saarbrückener Rap-Duos – und das gleich als erster Act des von Genetikk gegründeten Labels Outta This World. Das Erstlingswerk bestätigt das unverkennbare Talent von Tiavo, unterschiedliche Genres gekonnt und authentisch zu vereinen. Der einzigartige Crossover-Stil aus harten Gitarrenriffs, Rap und Gesang liegt nicht zuletzt in der Tatsache begründet, dass Rapper Lucy mit Hip-Hop und Produzent Deon mit Rock groß geworden ist. Diese Mischung hat es in sich und brachte dem Duo schon einige erfolgreiche Auftritte als Support, Special Guest bei Genetikk und Festival-Gigs.

In der deutschen Hip-Hop-Szene hat sich Megaloh einen einzigartigen Status erarbeitet. Auf seine Musik können sich alle einigen. Die Rap-Fans, die Jungs am Block, die hippen Mädchen und vor allem auch die ganz normalen Menschen, die nur zu gut nachvollziehen können, wenn Megaloh von der Mühsal der körperlichen Arbeit berichtet und von Selbstzweifeln. Rap ist für ihn ein narratives Vehikel, gleichzeitig aber auch eine Kunstform. Er ist als MC in den letzten Jahren noch stark gewachsen und wird den hohen Erwartungen als Hoffnungsträger einer neuen Ära des deutschen Hip-Hop vollauf gerecht.

Gran Noir sind eine Schweizerisch-Deutsche Indie-Rock Band, die 2011 in Peking gegründet wurde. Was mit Reisschnaps in Peking, WG-Partys in Zürich und Berlin und ein bisschen Getrommel und Gezupfe in einem Bunker begann, ist gereift und einem jugendlichen Wahnsinn verfallen: Frei nach ihrem Motto «Der Abend davor ist der Morgen danach!».

Blackout Problems zeigen sich zwei Jahre nach ihrem Debut «Holy», das direkt in die Albumcharts einschlug und in ausverkauften und schweißtreibenden Konzerten mündete, mit dem aktuellen Album «Kaos» als musikalisch wie persönlich gewachsene Alternative- Rock Band, der man die emotionalen Extremsituationen eines Lebens zwischen Dauer-Tour und künstlerischem Befreiungskampf anhört. Kontrolle abgeben, Augen zu und mit voller Energie hinein ins «Kaos»!

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Between the Beats Festival 2019 | 12. & 13. April 2019 | Tag 1: Tristan Brusch, PeterLicht, Dan Mangan, Public Service Broadcasting | Tag 2: Tiavo, Megaloh, Gran Noir (im Alten Wasserwerk), Blackout Problems (im Alten Wasserwerk) |

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