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Einer der vier «Get Going!» Gewinner*innen: Marena Whitcher und Andrina Bollinger vom Duo Eclecta | Video: «Winging the Flame» vom Album «A symmetry»

FONDATION SUISA | Neue Förderpolitik

Publiziert am 05. Dezember 2018

Der Stiftungsrat der FONDATION SUISA gleist seine Förderpolitik neu auf. Weniger traditionell, dafür effizient und zukunftsorientiert.
Statt rückwirkend Preise zu verleihen, werden mit den Beiträgen «Get Going!» und «Carte Blanche» kreative und künstlerische Prozesse abseits der gängigen Genre-, Alters- oder Projektkategorien initiiert und mitfinanziert. Eine «Get Going!»-Anstossfinanzierung zu je CHF 25'000.- erhalten Beat Gysin, Bertrand Denzler, Michael Künstle sowie das Duo Eclecta (Andrina Bollinger und Marena Whitcher). Die «Carte Blanche» in der Höhe von CHF 80'000.- geht an Cécile Marti.

FONDATION SUISA | Avenue du Grammont 11bis, 1007 Lausanne

«Get Going!»
Nach der Sichtung der ersten Ausschreibung von 2018, hat sich eine Fachjury der FONDATION SUISA entschieden, folgende Musiker*innen für ihre künstlerischen Visionen mit einem «Get Going!» Beitrag in der Höhe von je CHF 25’000.- zu unterstützen:

Beat Gysin
Der Komponist sucht im Rahmen seiner «Leichtbautenreihe» die Zusammenarbeit mit anderen Komponist*innen und kreiert architektonische Räume, in denen ungewohnte Hörsituationen eine neue Wahrnehmung von Musik ermöglichen. Die Jury zeigte sich beeindruckt, «von den dynamischen Möglichkeiten, die sich in der Beziehung zwischen Raum, Musik sowie Empfänger*in/Hörer*in ergeben können.»

Bertrand Denzler
Der Saxophonist und Komponist, der sich in zahlreichen Kollaborationen unentwegt im Spannungsfeld zwischen kompositorischer und improvisierter Musik bewegt, verfolgt ein grösseres Projekt, bei dem er anhand einer «wandernden Atelieraufenthaltes» über einen längeren Zeitraum in einem internationalen Umfeld mit Musikerinnen und Musikern verschiedener Kulturen zusammenarbeitet. Die Jury lobt Denzlers Ansatz über den kreativen Austausch mit fremden Kulturen, neue Räume für sein kompositorisches Schaffen zu eröffnen.

Michael Künstle
Der in Basel lebende Komponist von Film- und Konzertmusik verfolgt eine Philosophie des «Echten» und setzt sich dafür ein, auch in der Filmmusik – anstelle der verbreiteten Sample-Instrumente – mit lokalen und nationalen Musikern zusammenzuarbeiten. Das Interesse Künstles, orchestrale Tradition mit moderner kompositorischer sowie aufnahmetechnischer Innovation zu paaren, um so eine Raum-Komposition zu schaffen, die als dreidimensionales Hörerlebnis zugänglich wird, erachtet die Jury als bemerkenswert.

Eclecta
Andrina Bollinger und Marena Whitcher sind Sängerinnen, Performerinnen, Multi-instrumentalistinnen, Produzentinnen und Komponistinnen. Die Vielseitigkeit und Grenzenlosigkeit ihrer künstlerischen Inspiration setzen sie nicht nur in zahlreichen Soloprojekten um, sondern auch gemeinsam als Duo im Projekt Eclecta. Die Jury findet besonders den Ansatz bemerkenswert, dass das Duo seine Musik und Performance mit anderen Künsten zu einem interdisziplinären Erlebnis verbindet.

«Carte Blanche»
Die «Carte Blanche» in der Höhe von CHF 80’000.- wird nicht ausgeschrieben, sondern alle zwei Jahre direkt von einer Fachjury vergeben. Die «Carte Blanche» soll es dem/der Begünstigten ermöglichen, sich während eines längeren Zeitraumes vollständig auf sein/ihr musikalisches Schaffen und seine/ihre künstlerische Weiterentwicklung zu konzentrieren.
Die «Carte Blanche» 2018 geht an:

Cécile Marti
Cécile Marti hat sich in den letzten Jahren mit ihren Orchester- und Kammermusikwerken in der Schweiz einen hervorragenden Ruf erarbeitet. So wurde etwa ihr Orchesterzyklus «Seven Towers», in 7 Teilen und für 120 Musiker, 2016 durch das SOBS in Biel uraufgeführt. Teile daraus wurden seit der Entstehung durch das Berner Symphonieorchester, der Geneva Camerata und der Sinfonietta Basel gespielt. Parallel dazu doktorierte Marti mit einer Arbeit, die sich mit musikalischen Zeitverläufen befasst. Die «Carte Blanche» ermöglicht es ihr nun, die initiierte Forschung auf diesem Gebiet in einen künstlerischen Kontext zu stellen. Die erforschten Zeitverläufe sollen mit Hilfe eines Balletts und in skulpturaler Form (Marti ist auch Bildhauerin) sichtbar gemacht werden. Die Jury schreibt dazu: «Ihr Ansatz erfüllt perfekt die Kriterien für die Carte Blanche: Cécile Marti verfolgt verschiedenste künstlerische Ausdrucksformen, um die von ihr initiierte Forschung weiterzuentwickeln. Die hohe Qualität sowohl ihrer musikalischen wie plastischen Arbeiten und der von ihr angedachte Ansatz einer Sichtbarwerdung und eines Brückenschlags verdienen eine substanzielle finanzielle Förderung.»

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