Metzgergesellen in Tangopose - Buenos Aires um 1930.

Club el Social Zürich |  Alexandra Prusa | Abrazo - Tango des Überlebens

Publiziert am 08. September 2017

Das dramatische Tagebuch einer Nord-Süd-Emigration in Wort, Lied und Tanz.
Mit «Abrazo» stellt Alexandra Prusa für die Dauer eines Theater-Abends die aktuelle Migrations-Diskussion auf den Kopf, denn das, was heute Frauen aus Afrika, Rumänien oder Moldavien bei uns widerfahren kann – konnte vor nicht einmal 100 Jahren auch einer Schweizerin passieren. Ein Musiktheater zum möglichen Schicksal einer Frau aus den Schweizer Alpen, die im Buenos Aires der 1930-Jahre zur Prostitution gezwungen wird, bevor sie zum Tangostar aufsteigt.

«Abrazo – Tango des Überlebens» | Club el Social, Viaduktstr. 67, 8005 Zürich | Premiere: Freitag 22. September 2017, 20.30 Uhr | Weitere Vorführungen folgen | Projektidee, Text: Alexandra Prusa | Dramaturgie, Regie: Rudolph Straub | Beratung: Katja Früh | Choreografie: Julio Mendez, Alexandra Prusa

Schweizer Frauen als Zwangsprostituerte
Die Schweizer Schauspielerin und Medien-Künstlerin Alexandra Prusa, die 1983 mit ihrem ersten Theaterprojekt «Tango Palace» den Tango im nördlichen Europa zurück auf die Bühne und damit ins Bewusstsein brachte, fand in bündnerischen Archiven Tagebuchaufzeichnungen einer jungen Frau aus Rueras bei Sedrun, die 1935 nach Argentinien emigrierte. In einem Musiktheater in drei Akten erzählt Alexandra Prusa nun das Schicksal dieser armen jungen Frau aus dem Vorderrheintal, die in Buenos Aires zur «Melenita de Oro» wird, welche knapp das höllische System der Zwangs-Prostitution überlebt, dem mittellose, alleinstehende Frauen aus Europa quasi ausnahmslos unterworfen werden. Melenita gelingt es, zum Tango-Star aufzusteigen und schlussendlich kehrt sie ins kriegsgeplagte Europa zurück, wo sie in Genua ein neues Leben beginnt.

Tango als Überlebenskonzept
In ihrem Tagebuch erzählt Melenita ihre Erlebnisse und Eindrücke sehr expressiv, so dass die jeweilige Stimmung ungeschminkt auf das Publikum einwirkt. Alle drei Akte werden von der Enkelin Melenitas (Schauspielerin Alexandra Prusa) eingeleitet: Sie erläutert die sozialen und geschichtlichen Hintergründe dieser Zeit, macht aber auch das physische und psychische Umfeld der Schlüsselfigur deutlich. Das Tango Orchester «Javier Fernandez y su Orquesta Típica» begleitet die Aufführung – wie ein imaginäres Logbuch. An den Schlüsselstellen der Geschichte, wo die Essenz des Tanzens das Überlebenskonzept bildet, wird Tango in professionellen Tanzeinlagen sicht- und spürbar gemacht. Der argentinische Tango, gespielt, getanzt und auch in unseren vier Landessprachen von Alexandra Prusa gesungen, spielt somit im Stück «Abrazo» neben den Tagebucherzählungen die wichtigste Rolle.

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