Player laden ...

Grosser Kulturpreis St.Gallen | Choreograf und Tänzer Martin Schläpfer

Publiziert am 15. Dezember 2019

Der Grosse Kulturpreis der St.Gallischen Kulturstiftung 2019 geht an Choreograf und Tänzer Martin Schläpfer.
Er gilt als einer der bedeutendsten Ballettchoreografen der Gegenwart, ein Erneuerer mit Bodenhaftung, radikal, kompromisslos und dennoch nah am Menschen.

Martin Schläpfer | Grosser Kulturpreis St.Gallen 2019 | Ballett | Choreograf |

Spitzenschuh als Werkzeug
Anstelle der luftigen apollinischen Danceuse lässt er die Tänzerinnen Spitzenschuhe in den Boden rammen, als wären es Werkzeuge, um den Boden zu beackern, um unter die Oberfläche zu gelangen. Tanz, wie er ihn vorantreibt, ist eine Sprache, die den heutigen Herausforderungen entgegentritt, sie annimmt, nicht wegschaut.

Tanz als Energie und Weltverbundenheit
«Der klassische Tänzer von heute muss wissen, was in der Welt geschieht», sagt Martin Schläpfer, und er verlangt von seiner Kompanie, was er auch von sich selber fordert: Passion, Neugierde, das Bedürfnis, Grenzen zu erweitern. Und dabei sich selber zu bleiben. Nur so könne der Tanz überleben. Tanz, der nicht als linearer Ablauf zu verstehen ist, sondern energetisch.
Einzelne seiner Tänzerinnen und Tänzer sind seit über 20 Jahre mit ihm unterwegs. Reife und Selbstbestimmung, auch Zögern, Verunsicherung, Zerrissenheit sind ein wesentlicher Teil seiner und ihrer Sprache auf der Bühne. In den letzten Jahren ist er verschiedentlich auch selber als Tänzer auf die Bühne zurückgekehrt.

Ein Start als Star wie im Märchen
Es tönt wie im Märchen, wenn Martin Schläpfer erzählt, wie er zum Tanz gekommen ist. Er war Sekundarschüler in St.Gallen, «weder glücklich noch gut noch an Tanz interessiert», als Marianne Fuchs, die Ballettlehrerin aus St.Gallen, ihn auf dem Eis im Lerchenfeld bei einem Schaulaufen beobachtete und ihn zu sich holte. Für ihn sei sofort klar gewesen: «Das will ich – nicht wegen des Tanzes selber, sondern wegen der Möglichkeit auszubrechen, von den vorbestimmten, am Bürgertum orientierten Wegen wegzukommen.»

Zuvor lockte ihn das Leben als Bauer, wie er es am Hof seines Grossvaters in Rehetobel kennengelernt hat. Am 26. Dezember 1959 in Altstätten geboren und vorerst dort aufgewachsen, beginnt er also als 15-Jähriger die Ballettausbildung in St.Gallen. 1977 gewinnt er beim Prix de Lausanne ein Stipendium, das ihm ein Ballettstudium an der Royal Ballet School in London ermöglicht. 1978 bis 1983 ist er Solotänzer am Stadttheater Basel bei Heinz Spoerli, 1983/84 erster Solotänzer am Royal Winnipeg Ballet in Kanada, danach erneut bis 1989 am Stadttheater Basel.

Erfolg und Zweifel
Es kommen Ermüdung, Zweifeln – und wieder die Lust, als Biobauer zurück in die Ostschweiz zu ziehen. Dann wechselt er vom Tänzer zum Choreografen, gründet 1990 die eigene Ballettschule «Dance Place» in Basel, die er bis 1994 leitet. Er wird für fünf Jahre Ballettdirektor am Stadttheater Bern. 1999 bis 2009 leitet er das Staatstheater Mainz. Ab Spielsaison 2009/10 ist er Ballettdirektor und Chefchoreograf an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf und Duisburg. Die rund 50 Tänzerinnen und Tänzer aus über 20 Nationen umfassende Kompanie wird unter Martin Schläpfer, wie auch er selber, wiederholt ausgezeichnet. 2018 verlängert er den Vertrag in Düsseldorf Duisburg als Hauschoreograf, ab Saison 2020/21 wird er neuer Direktor und Chefchoreograf des Wiener Staatsballetts und seiner Ballettakademie.

St.Gallische Kulturstiftung
Die St.Gallische Kulturstiftung zeichnet mit der Vergabe von Förder-, Anerkennungs- und Kulturpreisen besondere Leistungen aus. Dabei legt der Stiftungsrat Wert auf die Berücksichtigung verschiedener Regionen und Themen. Das Spektrum reicht vom Brauchtum bis zur Wissenschaft, von der bildenden Kunst bis zum Naturschutz. Neben diesen Preisen wird auch alle drei Jahre der «Grosse Kulturpreis der St.Gallischen Kulturstiftung» verliehen.

1.1 Videobericht als Web-Movie
Sie können unsere Videos kostenlos mittels Embed-Code in Ihre Website einbinden. Regelmässiges und mehrmaliges Einbinden von art-tv Videos in eine andere Website als art-tv.ch bedarf unserer Zustimmung.

1.2 Web-Video auf Datenträger
Sie können einen unserer Web-Videos für 35.- Franken plus 5.- Handling auf einer CD bestellen. Es gelten dieselben Bestimmungen wie unter Punkt 1.1.

1.3 Videobericht hochauflösend
Möchten Sie den Bericht in Kinoqualität besitzen oder diesen weiterverarbeiten? Gerne erstellen wir für Sie eine Daten-DVD im gewünschten Format (MPG/DV o.ä.) für Fr. 250.- Franken. Ohne weitere Angaben erhalten Sie den Trailer im Formt DV Pal.

1.4 Kopie des Rohmaterials
In begründeten Fällen können wir Ihnen das gesamte Rohmaterial im gewünschten Format zur Verfügung stellen. Eine digitale Kopie kostet 280.- Franken*. Ist das Originalmaterial noch auf Digitalkassetten gespeichert kostet das Kopieren der ersten 100 Minuten (oder 2 DV-Bänder) insgesamt 280.- Franken, jede weitere Stunde derselben Produktion 50.- Franken*. Wünschen Sie ein anderes Format, oder haben Sie andere Fragen? Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

1.5 TV und Film
Für TV-Sender oder für Filmprojekte bestehen spezielle Regelungen, bitte kontaktieren Sie uns diesbezüglich. (+41 (0) 76 337 59 99)

Rechtliches
Der Bericht und das Videomaterial dürfen nur für den Eigenbedarf verwendet werden und nicht an Dritte abgegeben oder verkauft werden. Eine andere Einbindung in eine Website als über den Embed-Code ist u.U. kostenpflichtig. Die Tarife werden im Einzelfall ausgehandelt.

Preise exkl. MwSt

* Pflichtfelder

Das könnte Sie auch interessieren

Theater-Szene, Theater, Kunst-Szene, Musik-Szene

Performance | pulp.noir | ABSURD LAUT CAMUS

Wie geht das, in verrückten Zeiten nicht verrückt zu werden, sondern entschlossen zu handeln?
Mehr
Tanz

Tanztheater | ZEITLUPENSTILL - tiny beautiful ugly things

Das Tanztheater Baden präsentiert eine Fusion von Tanz, Film und Wort.
Mehr
Theater, Comedy

Theater Burgbachkeller | Zuger Spillüt | Lysistrate

Was ist uns wichtiger: Geld, Krieg, Gleichberechtigung, Liebe oder doch die Lust?
Mehr
Theater-Szene, Musical | Oper | Tanz

Luzerner Theater | «Märchen im Grand Hotel»

Heidi Maria Glössner kehrt in einer eigens für Luzern gestalteten Version der Jazz-Operette «Märchen im Grand Hotel» ans Luzerner Theater zurück.
Mehr

Anzeige

Tanz

Luzerner Theater | Schmerzhafter Abgang

Kathleen McNurney verlässt das Luzerner Theater, ein herber Verlust!
Mehr
Musical | Oper | Tanz, Oper, Unterhaltung

Theater St. Gallen | Die schöne HelenaMit Wettbewerb

Riesenwelle und Surfbrett – das Theater St. Gallen hat «Die schöne Helena» geschickt modernisiert.
Mehr
Festivals, Tanz

Migros-Kulturprozent | Tanzfestival Steps 2020

Die Welt tanzt landesweit auf 38 Schweizer Bühnen.
Mehr
Musical | Oper | Tanz, Tanz

Tanzszene Schweiz | Oliver Dähler | Offen bleiben für Veränderung

Tänzer, Fotograf, Choreograf und Coach: Oliver Dähler hat viele Talente. Er nutzt sie, um anderen Mut zu machen.
Mehr
Theater-Szene, Theater

Kultur macht Schule | Theaterfunken

Von Oktober bis Dezember funkt es in den Theaterinstitutionen des Kantons Aargau.
Mehr
Theater-Szene, Bücher

Hanspeter Müller-Drossaart | «gredi üüfe»

Mit seinem Gedichtband «gredi üüfe» war der beliebte Schweizer Schauspieler und Autor das Highlight am 3. Mundartfestival in Arosa.
Mehr
Theater-Szene, Musical | Oper | Tanz, Oper

Luzerner Theater | «CARMEN.maquia»Mit Wettbewerb

Gustavo Ramírez Sansano ist zurück in Luzern und bringt eine Neufassung seines grossen Erfolgs «CARMEN.maquia» mit.
Mehr
Musical | Oper | Tanz, Projekte

Tanzszene Schweiz | Fumio Inagaki | Tanzen, tanzen, immer nur tanzen

Fumio Inagaki war Ballettpianist und Tänzer am Opernhaus Zürich. Dort begann er vor rund 50 Jahren auch zu unterrichten. Das tut er bis heute.
Mehr
Musical | Oper | Tanz

Tanzszene Schweiz | Mira Studer | Suchen, nicht finden ist das Ziel

Ganz ohne Leitplanken in eine Zukunft als Profitänzerin und mit dem Nichts umgehen lernen.
Mehr
Musical | Oper | Tanz

Tanzszene Schweiz | Marine Besnard | Von der Tänzerin zur Choreografin

Tanzen war ein Hobby, eine grosse Leidenschaft und wurde zu ihrem Beruf – doch was kommt nach der Tänzerinnenkarriere?
Mehr
Theater-Szene, Theater

Projekt Zürcher Wunderland | Destilliert Geschichten für die Bühne

Fehler im Leben können verhängnisvoll werden – doch Profischauspieler Mathias Reiter macht spannendes Theater daraus.
Mehr
Theater-Szene, Theater, Film-Szene, Festivals

Blickfelder | schule&kultur

Das Festival für ein junges Publikum ist mit seinen Theater- und Tanzaufführungen, Konzerten und Filmvorführungen auf grosse Nachfrage gestossen.
Mehr
Theater-Szene, Theater

25 x Landschaftstheater Ballenberg | Ein Rückblick

1991 zeigte das Landschaftstheater Ballenberg seine erste Vorstellung "Romeo & Julia auf dem Dorfe" – 25 Inszenierungen später: ein Kaleidoskop.
Mehr
Theater

neuestheater.ch | Dornach | «Warten auf Godot» Samuel Beckett

Ein perfektes Bühnenbild, ein aussergewöhnliches Schauspielerteam, eine geradlinige Regie, ein sehr starker Text – und immer das Warten auf Godot.
Mehr
Theater-Szene

Theater Winterthur | Der Besuch der alten Dame

Sie kennt die Welt, weil sie ihr gehört! Friedrich Dürrenmatts weltberühmtes Stück «Der Besuch der alten Dame» feiert Premiere am Theater Winterthur.
Mehr
Theater-Szene, Theater, Projekte

IntegrART Symposium 2019

Menschen mit Behinderung leben in einer Welt, die nicht für sie gemacht ist. Das IntegrART-Symposium lädt zu einem Perspektivenwechsel ein.
Mehr
Theater-Szene, Kulturgeschichte, Theater, Festivals, Unterhaltung

Landschaftstheater Ballenberg | Romeo + Julia auf dem Dorfe

Die tragisch, schöne Geschichte von Gottfried Keller ist bereits die 25. Inszenierung des Landschaftstheater. Sie stand schon einmal auf dem Programm.
Mehr

eMagazin

Neuste Ausgabe

Alle Ausgaben

Mitglied werden

Profitieren

Mehr

Wettbewerbe

Gewinnen

Mehr

eClick

Sonderausgabe

Ausgabe ansehen