Player laden ...
Eric Hättenschwiler spielt das Monster, im Interview erzählt er, was für ihn am Schauspielen das Besondere ist.

Theater am Hechtplatz | Schweizer Erstaufführung | Young Frankenstein

Publiziert am 04. April 2019

Möglicherweise klingt es verwegen, aber wer Regisseur Dominik Flaschka kennt, wundert sich nicht, seine Inszenierung ist besser als das Original.
Das Musical von Mel Brooks ist ein lustvolles Spiel mit dem Genre des Horrorfilms, eine Persiflage. Es setzt auf Komik, auf Slapstick und absurde Zufälle. Der Rhythmus ist hoch, die Pointen dicht gesetzt. Doch idealerweise durchzieht in der Inszenierung von Dominik Flaschka im Theater am Hechtplatz ab und an auch ein ernster Unterton die glatte Oberfläche. Denn in Zeiten genmanipulierter oder geklonter Lebewesen und spektakulären Transplantationen hat Frankenstein nichts an Brisanz verloren.

Young Frankenstein – Das neue Mel Brooks Musical | Regie: Dominik Flaschka | Mit: Flavio Dal Molin, Eric Hättenschwiler, Isabelle Flachsmann, Anikó Donáth u.a. | Premiere: Samstag, 4. Mai 2019, 20 Uhr | Weitere Vorführungen bis 16. Juni 2019

Weitere Links

Externes Videomaterial:
“Tribute to Elton John” Theater Rigiblick, credits by Beat D. Hebeisen
“Supermarkt Ladies” credits by Showhouse AG, Christoph Rüdt

Zum Stück
Dr. Frederick Frankenstein ist erfolgreicher Neurobiologe in Zürich und distanziert sich dezidiert von seinem berühmt-berüchtigten Vorfahren, Dr. Victor von Frankenstein, der aus Leichenteilen ein Monster erschaffen hat. Überzeugt davon, nichts mit dessen morbiden Forschungen gemein zu haben, reist er nach Transsilvanien, um die Hinterlassenschaft des kürzlich verstorbenen Victor zu regeln. Und wird da unter Mitwirkung des Geistes des Grossvaters überzeugt, das Erbe der Familientradition fortzusetzen. Ein unheilvoller Entscheid.

Aus Leichenteilen neues Leben
Gut 200 Jahre ist es her, als die damals kaum 20-jährige britische Autorin Mary Shelley mit dem Roman «Frankenstein oder Der moderne Prometheus» ein visionäres literarisches Werk geschaffen hat. Die gesellschaftliche und moralische Aktualität des Romans ist ungebrochen: Der Wissenschaftler Viktor von Frankenstein schafft aus Leichenteilen neues Leben.
Seine Absicht ist gut: Altes soll neu und Krankes gesund werden, doch entgleitet die Situation. Frankenstein kann die Verantwortung für das Leben, das er erschaffen hat, nicht übernehmen. Die Menschen fürchten sich vor dem zusammengeflickten Wesen, meiden das Monster, treiben es in die Isolation. So beginnt eine Spirale der Gewalt.

Aktuell wie nie
Im 21. Jahrhundert hält diese Angst vor den Möglichkeiten der Forschung an: Genmanipulierte oder geklonte Lebewesen, spektakuläre Transplantationen am menschlichen Körper oder humanoide Roboter werden mit ebenso viel Faszination wie Irritation und Abwehr von der Gesellschaft aufgenommen. Vor diesem Hintergrund spielt Dominik Flaschkas «Young Frankenstein»-Inszenierung. «Bei den Proben unterhalten wir uns oft über das menschliche Leben. Seine Grenzen, seine Möglichkeiten. Wir müssen die Haltungen der Figuren klären. Aus welchem Grund etwa führt der Protagonist Dr. Frederik Frankenstein seine Experimente aus? Ist es reiner Spass, ein blosser Kick, Geltungssucht? Oder steckt ein tieferes Interesse am Menschsein dahinter?» Die Distanz zwischen den transsilvanischen Bergen und Zürich ist nicht immer so gross, wie wir es gerne hätten.

Mel Brooks – Film und Musical
New Yorker Filmemacher, Regisseur, Komiker und Schauspieler Mel Brooks hat «Young Frankenstein», die Parodie um den Wissenschaftler Frederick Frankenstein, der in Transsilvanien mit seinen Experimenten und Eskapaden für Angst und Verwirrung sorgt, mehrfach bearbeitet. 1974 kommt «Young Frankenstein» als ein in Schwarzweiss gehaltener Horrorfilm-Verschnitt mit Gene Wilder in der Rolle des blond gelockten Forschers in die Kinos. 43 Jahre später findet der Stoff unter der Regie der US-Amerikanerin Susan Stroman 2007 auf die Bühnenbretter des New Yorker Broadway. Buch, Liedtexte und Musik stammen von Mel Brooks. Die deutschsprachige Erstaufführung war 2013 an der Oper Halle zu sehen, nun ist das Stück zum ersten Mal in der Schweiz angekommen, im Zürcher Theater am Hechtplatz.

arttv Kritik
Superlative tönen meistens nach PR oder Freundschaftsdienst. Vorsicht ist also geboten, wenn zu überschwänglich über einen Kulturanlass gesprochen oder geschrieben wird. Bei der neuen Produktion von Regisseur Dominik Flaschka ist man allerdings förmlich gezwungen, sich solcher Superlative zu bedienen. «Young Frankenstein» ist nämlich tatsächlich grossartige Unterhaltung, die von einer grandiosen Inszenierung lebt. Man staunt, welchen Einfallsreichtum an Abläufen, Umbauten und Effekten geboten wird, erst recht, wenn man weiss, wie prekär eng die Platzverhältnisse im Zürcher Theater am Hechtplatz sind. Die Minibühne am Limmatquai wird nicht zuletzt dank raffinierten Videoprojektionen zum Broadwaytempel. Wer die Szene mit Isabelle Flachsmann auf dem Heuwagen gesehen hat, weiss wovon wir sprechen. Allgemein ist «Young Frankenstein» schauspielerisch eine wahre Freude. Eric Hättenschwiler ist ein wunderbares Monster und Anikó Donáth läuft in dieser Produktion einmal mehr zur Höchstform auf. Unvergesslich wie sie uns mit dem – selbstverständlich NICHT brennenden – Kerzenleuchter den Weg durch das unheimliche Dunkel weist und wie sie die anderen Protagonisten selbstbewusst herausfordert es endlich zu sagen: JA! sie war liiert mit dem Monster. Es was ihr «Schatzeli». Unseres ist sie und die ganze Produktion auch.

Wann & wo:
Mittwoch, 29. Mai 2019 | 20 Uhr | Theater am Hechtplatz | Zürich


Möglicherweise klingt es verwegen, aber wer Regisseur Dominik Flaschka kennt, ist sich sicher, seine Inszenierung wird besser als das Original.

Das Musical von Mel Brooks ist ein lustvolles Spiel mit dem Genre des Horrorfilms, eine Persiflage. Es setzt auf Komik, auf Slapstick und absurde Zufälle. Der Rhythmus ist hoch, die Pointen dicht gesetzt. Doch idealerweise durchzieht in der Inszenierung von Dominik Flaschka im Theater am Hechtplatz ab und an auch ein ernster Unterton die glatte Oberfläche. Denn in Zeiten genmanipulierter oder geklonter Lebewesen und spektakulären Transplantationen hat Frankenstein nichts an Brisanz verloren.

Webseite: Theater am Hechtplatz

Young Frankenstein – Das neue Mel Brooks Musical | Regie: Dominik Flaschka | Mit: Flavio Dal Molin, Eric Hättenschwiler, Isabelle Flachsmann, Anikó Donáth u.a. | Premiere: Samstag, 4. Mai 2019, 20 Uhr | Weitere Vorführungen bis 16. Juni 2019

1.1 Videobericht als Web-Movie
Sie können unsere Videos kostenlos mittels Embed-Code in Ihre Website einbinden. Regelmässiges und mehrmaliges Einbinden von art-tv Videos in eine andere Website als art-tv.ch bedarf unserer Zustimmung.

1.2 Web-Video auf Datenträger
Sie können einen unserer Web-Videos für 35.- Franken plus 5.- Handling auf einer CD bestellen. Es gelten dieselben Bestimmungen wie unter Punkt 1.1.

1.3 Videobericht hochauflösend
Möchten Sie den Bericht in Kinoqualität besitzen oder diesen weiterverarbeiten? Gerne erstellen wir für Sie eine Daten-DVD im gewünschten Format (MPG/DV o.ä.) für Fr. 250.- Franken. Ohne weitere Angaben erhalten Sie den Trailer im Formt DV Pal.

1.4 Kopie des Rohmaterials
In begründeten Fällen können wir Ihnen das gesamte Rohmaterial im gewünschten Format zur Verfügung stellen. Eine digitale Kopie kostet 280.- Franken*. Ist das Originalmaterial noch auf Digitalkassetten gespeichert kostet das Kopieren der ersten 100 Minuten (oder 2 DV-Bänder) insgesamt 280.- Franken, jede weitere Stunde derselben Produktion 50.- Franken*. Wünschen Sie ein anderes Format, oder haben Sie andere Fragen? Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

1.5 TV und Film
Für TV-Sender oder für Filmprojekte bestehen spezielle Regelungen, bitte kontaktieren Sie uns diesbezüglich. (+41 (0) 76 337 59 99)

Rechtliches
Der Bericht und das Videomaterial dürfen nur für den Eigenbedarf verwendet werden und nicht an Dritte abgegeben oder verkauft werden. Eine andere Einbindung in eine Website als über den Embed-Code ist u.U. kostenpflichtig. Die Tarife werden im Einzelfall ausgehandelt.

Preise exkl. MwSt

* Pflichtfelder

Das könnte Sie auch interessieren

Theater, Comedy | Unterhaltung

Theater Konstanz | «Foottit und Chocolat»

Zirkusspiel von Christoph Nix nach einer wahren Geschichte.
Mehr
Theater

Freilichtspiele Luzern | Shakespeare auf dem Eis

Für die diesjährige Produktion der Freilichtspiele Luzern hat Thomas Hürlimann Shakespeares «Was ihr wollt» bearbeitet, Regie führt Barbara Schlumpf.
Mehr
Theater

Schauspielhaus Zürich | Die Toten

Tot ist sie nicht, aber sie geht. Die letzte Inszenierung von Barbara Frey als Intendantin des Schauspielhaus Zürich begeistert.
Mehr
Theater

Freilufttheater Trogen | Das glückselige Leben

Unterschiedlichste Lebensentwürfe aus verschiedenen Zeitepochen treffen aufeinander - ein träumerisches Vexierspiel.
Mehr

Anzeige

Theater-Szene, Theater, Kulturpolitik

Bundesamt für Kultur | Schweizer Theaterpreise 2019 | Die Feier

Wie immer gut gelaunt, traf sich die Schweizer Theaterszene, um ihre jährlichen Preise vom BAK entgegen zu nehmen. Diesmal im Wallis, in Monthey.
Mehr
Theater

Neues Freilichtspiel für die Innerschweiz | Gotthelf und die Bösen auf dem Schwingplatz in Ennetmoos

«Die schwarze Spinne» von Jeremias Gotthelf wird in das 21. Jahrhundert versetzt.
Mehr
Comedy | Unterhaltung, Pop | Volk

Theater Rigiblick | Tribute to Woodstock

Das berühmtesten Rockfestival der Welt, das vor 50 Jahren alle Rekorde brach, wird kräftig abgefeiert.
Mehr
Comedy | Unterhaltung

Casinotheater Winterthur | Kopf Hoch

Patrick Frey und Katja Früh bringen eine Depressionskomödie auf die Bühne. Der Ansatz ist schon mal gut. Am 13. Juni 2019 ist Premiere.
Mehr
Kulturgeschichte, Theater, Projekte

WasserLand | Ein Musikalisches Festspiel am Bodensee

Die Gemeinde Steinach feiert ihr 1250-Jahr-Jubiläum mit einem musikalischen Festspiel.
Mehr
Theater, Musical | Oper | Tanz

Operettenbühne Hombrechtikon | Der Bettelstudent

Operetten-Highlight in Hombrechtikon.
Mehr
Theater-Szene, Theater, Kulturpolitik

Schweizer Theaterpreise | Schweizer Theatertreffen 2019

Der Schweizer Grand Prix Theater geht nach Genf, an den Performer Yan Duyvendak, einen Theatermann der spartenübergreifend denkt und arbeitet.
Mehr
Theater

200 Jahre Ennetbaden | Ännet! Baden hat genug

Der erste Teil der Theatertrilogie «Ännet» anlässlich 200 Jahre Ennetbaden spielt im Landvogteischloss. Zwei weitere folgen dieses Jahr
Mehr
Kulturgeschichte, Theater, Festivals

Landschaftstheater Ballenberg | Romeo + Julia auf dem Dorfe

Die tragisch, schöne Geschichte von Gottfried Keller ist bereits die 25. Inszenierung des Landschaftstheater. Sie stand schon einmal auf dem Programm.
Mehr
Theater

Theaterverein «Bühne 66» | Vereinsportrait

Gutes Laientheater - das wollen die Darsteller des Theatervereins «Bühne 66» dem Publikum bieten.
Mehr
Theater

Theater in XXL | Viscosistadt Emmenbrücke | Gedächtnispalast

Annette Windlin inszeniert auf 5000m2, fünf Etagen ein Theaterprojekt der Superlative. Bis zu 60 gleichzeitig gezeigte Szenen stehen zur Auswahl.
Mehr
Theater, Wissen

Theater Marie | Alles wahr

Verschwörungstheorien auf der Spur! Das Theater Tuchlaube Aarau äussert sich zu einem aktuellen Thema in Zeiten geistiger Verwirrung.
Mehr
Theater

Seeburgtheater Kreuzlingen | Arsen und Spitzenhäubchen

Ein Klassiker, der zeigt, wie dünn die Fassade des moralischen Bürgertums ist und was für entsetzliche Abgründe sich dahinter auftun können.
Mehr
Theater, Kulturpolitik

Theater Aeternam | Fetter Vetter & Oma Hommage | Die Grosse Menschenschau

Zehn Menschen halten ihre Monologe im Klassenzimmer. Sprechende Exponate, mit grotesken und zynischen Diskursen zur Welt, wie sie ist und scheint.
Mehr

eMagazin

Neuste Ausgabe

Alle Ausgaben

Mitglied werden

Profitieren

Mehr

Pinnwand

Kultur News

Musik-Szene, Kulturpolitik

Musikförderung Appenzell Ausserrhoden | Ausschreibung ...

Mehr

Wettbewerbe

Gewinnen

Mehr

eClick

Sonderausgabe

Ausgabe ansehen