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Theater Orchester Biel Solothurn | Tell

Publiziert am 13. Mai 2018

In «Wilhelm Tell» vermischte Friedrich Schiller Fiktion und Realität und schuf jenes Drama, welches den Schweizer Nationalmythos begründete.
Das Theater Orchester Biel Solothurn interpretiert Friedrich Schillers Klassiker «Wilhelm Tell» neu. Die Inszenierung «Tell» von Jérôme Junod bringt neben dem TOBS - Schauspielensemble und diversen Gästen auch 20 junge Bielerinnen und Bieler auf die Bühne.

Theater Orchester Biel Solothurn | «Tell» | Daniela Janjic nach Friedrich Schiller | Inszenierung: Jérôme Junod | Premiere: 09. Mai 2018 | Vorstellungen in Biel und Solothurn bis 16. Juni 2018

Attentäter oder Freiheitskämpfer
Sowohl die «hellen», als auch die «dunklen» Seiten der Tell-Saga prägen die Schweizer Identitätsfindung bis heute. Auf der einen Seite steht der demokratische Staat, der auf Freiheit und Gleichheit fusst und sich über Vernunft und Solidarität definiert. Auf der anderen Seite steht die Instrumentalisierung genau dieser Werte, um Rückzug und Ausgrenzung zu rechtfertigen. Begriffe wie Freiheit und Sicherheit lassen Spielraum für verschiedene Auslegungen. Was bedeutet uns Tell heute? Was passiert mit dem grösseren Zusammenhalt in einem bröckelnden Europa? Wer sind heute die Tyrannen, und wer die Unterdrückten? Wer darf «Obergrenzen» bestimmen? Und gibt es eine berechtigte Form der Gewalt ausserhalb der Gesetze? Diesen Fragen geht das TOBS in seiner Inszenierung nach. Denn wie bei jedem Gründungsmythos ist auch die Tell-Legende mit unterschiedlichen historischen und gesellschaftlichen Bedeutungen aufgeladen: Freiheitskampf, Staatsgründung, Lob der Gemeinschaft, genauso aber auch mit der Abschottung von der Aussenwelt. Steht uns mit Wilhelm Tell ein Attentäter oder ein Freiheitskämpfer gegenüber?

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