Das heldenhaft-schlitzohrige, naiv-geschäftstüchtige Stehaufmännchen Goalie ist eine der wunderbaren Figuren des Berner Mundartdichters Pedro Lenz.

Theater Winkelwiese Zürich | Der Goalie bin ig von Pedro Lenz

Publiziert am 02. April 2019

So richtig Glück hat er nicht gehabt im Leben, der Goalie. In dem kleinen Nest Schummertal war der Drogenkonsum hoch und der Arm des Gesetzes lang.
Humorvoll und melancholisch zugleich zeichnet Pedro Lenz mit Berndeutscher Poesie die gewitzte, grundsympathische und doch gefährdete Figur des Goalies. 2014 wurde das Buch von Sabine Boss verfilmt und avancierte zu einem der erfolgreichsten Schweizer Filme des Jahres. Nun erobert der Goalie auch die Theaterbühnen – beim Theater Kanton Zürich auf Wunsch des Autors in einer zürichdeutschen Fassung mit Nicolas Batthyany, in der Regie von Johanna Böckli.

Theater Winkelwiese Zürich | «Der Goalie bin ig» von Pedro Lenz / Johanna Böckli | 12. bis 17. April 2019 | Produktion: Theater Kanton Zürich

Erfolgreich verfilmt
Das heldenhaft-schlitzohrige, naiv-geschäftstüchtige Stehaufmännchen Goalie ist eine der wunderbaren Figuren des Berner Mundartdichters Pedro Lenz, der mit liebevollem Blick einen gewitzten, grundsympathischen und dennoch gefährdeten Menschen zeichnet und ihm mit Berndeutscher Poesie humorvoll und melancholisch zugleich eine markante, wortreiche Stimme verleiht. Dabei ist der Goli gar kein Goli. «Wieso, dass ich Goalie heisse? Das isch e langi Gschicht. Viel meinet, ich seg halt im Goal gschtande, wil sie mer überall Goalie säget. Aber das isch falsch. Min Name hät nüt mit minere Position z tue. Im Goal sind denn nume die gschtande, wo me suscht nöd hät chönne bruche. Und mich hät me chönne bruche. Ich ha meh Goal gschosse uf dem holprige Schuttplatz, als all andere zäme.»

Der Autor
Pedro Lenz, 1965 in Langenthal geboren, machte seinen Lehrabschluss als Maurer 1984. Nach der Eidgenössischen Matura studierte er einige Semester Spanische Literatur an der Universität Bern. Seit 2001 arbeitet er vollzeitlich als Schriftsteller. Lenz lebt in Olten und schreibt als Kolumnist für NZZ, WoZ und Schweiz am Sonntag. Als Autor ist er Mitglied des Bühnenprojekts «Hohe Stirnen» und der Spoken-Word-Gruppe «Bern ist überall». Lenz erhielt für «Der Goalie bin ig» den Schweizer Filmpreis 2014 für das beste Drehbuch (mit Jasmine Hoch und Sabine Boss), den Preis für Literatur 2014 des Kantons Solothurn, den Schillerpreis für Literatur der Deutschen Schweiz 2011 sowie den Literaturpreis des Kantons Bern. «Der Goalie bin ig» ist sein erster Roman.

Die Regisseurin
Johanna Böckli, 1981 in Zürich geboren, absolvierte die kaufmännische Lehre beim Filmverleihunternehmen Frenetic Films. Der Einstieg in die Theaterwelt kam 2010 mit ihrer ersten Regieassistenz beim Mydriasis- Projekt «Stunden» in der Regie von Magdalena Nadolska. Es folgten weitere Inszenierungen mit Nadolska, der Kabarettistin Regula Esposito sowie diversen Regisseuren aus der freien Szene. Die Hospitanz bei der Produktion «Frohe Feste» (Regie: Rüdiger Burbach) führte zu einer regelmässigen Zusammenarbeit mit dem Theater Kanton Zürich. Seit der Spielzeit 2014/2015 ist sie fest als Regieassistentin angestellt. «Der Goalie bin ig» markiert ihr Debüt als Regisseurin.

Der Schauspieler
Nicolas Batthyany ist 1982 in Zürich geboren und in Salzburg und Wien aufgewachsen. Ein Studium der Politikwissenschaften hat er nach zwei Jahren abgebrochen, um ab 2006 Schauspiel an der Zürcher Hochschule der Künste zu studieren, wo er im Juni 2011 seinen Masterabschluss erhielt. Während seines Studiums spielte er in zahlreichen Produktionen am Theater der Künste, u.a. in der Regie von Volker Hesse, Stephan Müller und Joachim Schlömer. Nicolas Batthyany war Stipendiant der Thyll-Dürr- Stiftung und gastierte bereits an mehreren Schweizer Theatern, so z.B. am Theater Basel, am Jungen Schauspielhaus Zürich, am Luzerner Theater sowie am Theater Biel Solothurn. Zuletzt war er dort als K in Franz Kafkas «Das Schloss» zu sehen. Am Theater Kanton Zürich spielt er den Thomas Buddenbrook in Thomas Manns «Buddenbrooks», den Romeo in «Romeo und Julia» sowie Stanley Kowalski in Tennessee Williams‘«Endstation Sehnsucht».

Das könnte Sie auch interessieren

Theater, Comedy | Unterhaltung

Theater Konstanz | «Foottit und Chocolat»

Zirkusspiel von Christoph Nix nach einer wahren Geschichte.
Mehr
Theater

Freilichtspiele Luzern | Shakespeare auf dem Eis

Für die diesjährige Produktion der Freilichtspiele Luzern hat Thomas Hürlimann Shakespeares «Was ihr wollt» bearbeitet, Regie führt Barbara Schlumpf.
Mehr
Theater

Schauspielhaus Zürich | Die Toten

Tot ist sie nicht, aber sie geht. Die letzte Inszenierung von Barbara Frey als Intendantin des Schauspielhaus Zürich begeistert.
Mehr
Theater

Freilufttheater Trogen | Das glückselige Leben

Unterschiedlichste Lebensentwürfe aus verschiedenen Zeitepochen treffen aufeinander - ein träumerisches Vexierspiel.
Mehr

Anzeige

Theater-Szene, Theater, Kulturpolitik

Bundesamt für Kultur | Schweizer Theaterpreise 2019 | Die Feier

Wie immer gut gelaunt, traf sich die Schweizer Theaterszene, um ihre jährlichen Preise vom BAK entgegen zu nehmen. Diesmal im Wallis, in Monthey.
Mehr
Theater

Neues Freilichtspiel für die Innerschweiz | Gotthelf und die Bösen auf dem Schwingplatz in Ennetmoos

«Die schwarze Spinne» von Jeremias Gotthelf wird in das 21. Jahrhundert versetzt.
Mehr
Comedy | Unterhaltung, Pop | Volk

Theater Rigiblick | Tribute to Woodstock

Das berühmtesten Rockfestival der Welt, das vor 50 Jahren alle Rekorde brach, wird kräftig abgefeiert.
Mehr
Comedy | Unterhaltung

Casinotheater Winterthur | Kopf Hoch

Patrick Frey und Katja Früh bringen eine Depressionskomödie auf die Bühne. Der Ansatz ist schon mal gut. Am 13. Juni 2019 ist Premiere.
Mehr
Kulturgeschichte, Theater, Projekte

WasserLand | Ein Musikalisches Festspiel am Bodensee

Die Gemeinde Steinach feiert ihr 1250-Jahr-Jubiläum mit einem musikalischen Festspiel.
Mehr
Theater, Musical | Oper | Tanz

Operettenbühne Hombrechtikon | Der Bettelstudent

Operetten-Highlight in Hombrechtikon.
Mehr
Theater-Szene, Theater, Kulturpolitik

Schweizer Theaterpreise | Schweizer Theatertreffen 2019

Der Schweizer Grand Prix Theater geht nach Genf, an den Performer Yan Duyvendak, einen Theatermann der spartenübergreifend denkt und arbeitet.
Mehr
Theater

200 Jahre Ennetbaden | Ännet! Baden hat genug

Der erste Teil der Theatertrilogie «Ännet» anlässlich 200 Jahre Ennetbaden spielt im Landvogteischloss. Zwei weitere folgen dieses Jahr
Mehr
Kulturgeschichte, Theater, Festivals

Landschaftstheater Ballenberg | Romeo + Julia auf dem Dorfe

Die tragisch, schöne Geschichte von Gottfried Keller ist bereits die 25. Inszenierung des Landschaftstheater. Sie stand schon einmal auf dem Programm.
Mehr
Theater

Theaterverein «Bühne 66» | Vereinsportrait

Gutes Laientheater - das wollen die Darsteller des Theatervereins «Bühne 66» dem Publikum bieten.
Mehr
Theater

Theater in XXL | Viscosistadt Emmenbrücke | Gedächtnispalast

Annette Windlin inszeniert auf 5000m2, fünf Etagen ein Theaterprojekt der Superlative. Bis zu 60 gleichzeitig gezeigte Szenen stehen zur Auswahl.
Mehr
Theater, Wissen

Theater Marie | Alles wahr

Verschwörungstheorien auf der Spur! Das Theater Tuchlaube Aarau äussert sich zu einem aktuellen Thema in Zeiten geistiger Verwirrung.
Mehr
Theater

Seeburgtheater Kreuzlingen | Arsen und Spitzenhäubchen

Ein Klassiker, der zeigt, wie dünn die Fassade des moralischen Bürgertums ist und was für entsetzliche Abgründe sich dahinter auftun können.
Mehr
Theater, Kulturpolitik

Theater Aeternam | Fetter Vetter & Oma Hommage | Die Grosse Menschenschau

Zehn Menschen halten ihre Monologe im Klassenzimmer. Sprechende Exponate, mit grotesken und zynischen Diskursen zur Welt, wie sie ist und scheint.
Mehr

eMagazin

Neuste Ausgabe

Alle Ausgaben

Mitglied werden

Profitieren

Mehr

Pinnwand

Kultur News

Musik-Szene, Kulturpolitik

Musikförderung Appenzell Ausserrhoden | Ausschreibung ...

Mehr

Wettbewerbe

Gewinnen

Mehr

eClick

Sonderausgabe

Ausgabe ansehen