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Wir sind Carl Spitteler | Die Stimme der Dichter*innen und Denker*innen in der Politik

Publiziert am 19. März 2020

Die Neue Helvetische Gesellschaft fordert die Dichter*innen und Denker*innen auf, sich aktiver zu politischen Fragen zu äussern.

Als Höhepunkt des Jubiläums «100-Jahre Literaturnobelpreis Carl Spitteler»lud die Neue Helvetische Gesellschaft ins Volkshaus Zürich ein zur Frage: Wer ist der moderne Carl Spitteler? Dies auf den Tag genau 105 Jahre nach seiner berühmten Rede «Unser Schweizer Standpunkt». Denn es war damals die Neue Helvetische Gesellschaft, welche Carl Spitteler einlud, seine Stimme zur Situation in der Schweiz im Vorfeld des ersten Weltkrieges zu erheben.
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Die Neue Helvetische Gesellschaft wurde 1914, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, zu einem Zeitpunkt gegründet, in dem die Meinungsverschiedenheiten zwischen Deutsch- und Westschweiz den inneren Frieden des Landes gefährdeten. Sie sah sich als Nachfolgerin der Helvetischen Gesellschaft, welche von 1761 bis 1858 zur Stärkung der Eidgenossenschaft und zur Bildung des Bundesstaates von 1848 beigetragen hatte.

Ueli Maurers Rede
Vor rund 350 Personen eröffnete Bundespräsident Ueli Maurer mit «Gedanken zu Carl Spitteler» das Symposium. Er rühmte Spittelers Mut, einzustehen, seine Bürgerpflicht wahrzunehmen, sich für die freiheitliche Schweiz einzusetzen und dabei Ruf und Einkommen aufs Spiel gesetzt zu haben. Weiter sei der Aufruf Spittelers zur Neutralität als «Aufforderung zu verstehen, Trennendes zur Seite zu schieben und das Gemeinsame ins Zentrum zu stellen». Den Kulturschaffenden spricht der Bundespräsident keine explizite Rolle mehr zu in der Politik. «Alle könnten Spitteler sein, das sei Bürgerpflicht. Die Schweiz müsse sich immer wieder (zusammen)finden.»

Wolf Linders Rede
Zählt die Stimme der Dichter*innen und Denker*innen in der Politik? Die Rede von Wolf Linder, emeritierter Professor für Politikwissenschaft (Universität Bern), gab eindrückliche Beispiele über Spitteler hinaus, von Schillers «Tell» bis zu Dürrenmatts Festrede «Die Schweiz als Gefängnis». Schriftsteller wie Gottfried Keller haben das Land geliebt, es aber auch für seine Versäumnisse kritisiert und den Umgang mit Macht und Geld hinterfragt. Heute sind «Spitteler-Stimmen» ebenso nötig wie vor hundert Jahren, denn die Schweizer Gesellschaft ist vielfach gespalten. Ein neues Oben und Unten zwischen Gewinnern und Verlierern der Globalisierung tut sich auf. Linder hofft, dass Schriftsteller*innen und Denker*innen weiterhin Brücken schlagen – in einer Welt, die nicht Schwarmintelligenz verlangt, sondern ein besseres Verständnis für die Komplexität und Ambivalenz der heutigen Verhältnisse.

Podiumsdiskussion
Unter der Leitung von Matthias Wipf waren sich die Vertreter*innen von Politik, Medienwissenschaft, Literatur und Journalismus einig: Die Stimme unabhängig Denkender in der Politik sei im Zeitalter von Mainstreams notwendiger denn je. Sie monieren, es fehle an Räumen, in welchen differenzierte Auseinandersetzungen möglich seien. Selbstverständlich sei die Stimme jedes und jeder wesentlich, wenn es darum geht, das Gemeinsame zu stärken. Das sei nicht alleine die Aufgabe von Kulturschaffenden. Katja Gentinetta, politische Philosophin, weist darauf hin, «dass zwar alle vom notwendigen ‹Gemeinsamen› sprechen, aber auch alle zu wissen beanspruchen, welches ‹Gemeinsame› das Richtige sei. Es brauche neue Konzepte, auch wissenschaftlich fundierte, um die anstehenden, Megathemen anzugehen». Ständeratspräsident Hans Stöckli und Bundespräsident Ueli Maurer sind sich einig: «Die Demokratie lebt von der Konkurrenz der Ideen. Heute seien leider alle, auch die Politiker*innen, zu sehr auf Aufmerksamkeit ausgerichtet und nicht auf neue Konzepte und Ideen. Mit Klicks alleine finde noch keine differenzierte Meinungsbildung statt.»

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