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Camerata variabile | Contrat Social

Publiziert am 09. November 2016

Eine besondere Qualität des Ensembles «Camerata variabile» sind die sorgfältig recherchierten, themenorientierten Programme. Alte und neue Musik stehen in einem spannenden Bezug zueinander und beziehen immer wieder auch andere Kunstsparten mit ein. Die neue Saison verspricht Grossartiges!

Camerata variabile | Diverse Aufführungsorte

5 Konzerte im Gare du Nord Basel
5 Konzerte im Grossen Saal des Konservatoriums Zürich
5 Konzerte in Schaffhausen und Neuhausen
2 Konzerte im Centre Le Phénix Fribourg
1 Konzert im KuK Aarau

Details siehe Website des Ensembles

Soziale Gerechtigkeit statt Trieb
Der Genfer Philosoph und Komponist Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) agiert als imaginärer Führer durch das neue Programm der Camerata variabile. Helena Winkelman, die künstlerische Leiterin des Ensembles, und die über zwanzig Ensemblemitglieder suchen in fünf Saisonprogrammen nach Bezügen zwischen Musik und Staatswesen. Ausgangspunkt ist Rousseaus staatstheoretische Schrift «Le Contrat Social», ein Schlüsselwerk der Aufklärungsphilosophie, das – obwohl sofort verboten – doch entscheidend zur Französischen Revolution beitrug und heute noch unseren modernen Staat entscheidend prägt.

Fünf Konzerte in fünf Städten der Schweiz
Jedes der fünf Konzerte enthält Zitate von Rousseau, die in Beziehung gesetzt werden zum musikalischen Repertoire. Im Eröffnungskonzert ROYAL COURT & PUB begegnen die Zuhörer nicht nur der Monarchie des späten 18. Jahrhunderts, sondern hören auch alte englische Volksmusik in Kombination mit den berühmten «Eight Songs for a Mad King» von Maxwell Davies. Das zweite Konzert PROPAGANDA vereinigt Musik aus der Zeit des Stalinismus und der Sowjetunion. Schostakowitschs 8. Streichquartett bildet einen Eckpfeiler. Im dritten Konzert begeben sich die Musiker auf die Suche nach UTOPIA hauptsächlich in Frankreich, wo Musik und Kunst einen Gegenentwurf zur rapide zunehmenden Industrialisierung anstrebten. Berios «Folk Songs» ergänzen das Programm.

Schubert trifft auf Alphorn
Im April 2017 folgt die Camerata variabile den Auswanderern Hanns Eisler und Kurt Weill mit dem Kurzfilm «The Immigrant» von Chaplin in die USA, wo die Musiker zusammen mit der Hammondorgel von Dominik Blum den Aufbruch der 68er feiern. Im fünften und letzten Saisonkonzert, HAUSMUSIKNATURMUSIK reflektiert das Ensemble den von Rousseau oft angesprochenen Naturzustand des Menschen und lässt Schuberts Streichquintett auf eine Uraufführung mit Alphorn treffen. Neben bekannten und weniger gespielten Meisterwerken der Kammermusik bringt die Camerata variabile auch Werke von vier Schweizer Komponisten zur Uraufführung: Isabel Klaus, Dominik Blum, Silvan Loher und Mischa Käser. Als Gäste mit dabei sind u. a. die Sängerinnen Christina Daletska und Silke Gäng, Carl Rosman, Thomas Grossenbacher und Balthasar Streiff.

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