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Luzerner Theater | Maria Stuarda

Publiziert am 20. April 2018

Der dramatische Kampf um den englischen Thron. Reduziert auf die Kraft der menschlichen Stimme.
Zwei Herrscherinnen. Allein in der Macht, vereint im Kampf um Englands Thron. Zwischen Elisabeth I., der amtierenden Königin von England und Maria Stuart, Königin von Schottland, kommt es zur Auseinandersetzung, bei der eines sicher ist: Es kann nur eine Königin geben.

Luzerner Theater | «Maria Stuarda» | 24. April, 19., 27., 30. Mai 2018 | Musikalische Leitung: Rolando Garza Rodríguez | Szenische Einrichtung: Friederike Schubert | Bühne: Vanessa Gerotto | Kostüme: Claudio Pohle | Licht: Clemens Gorzella | Dramaturgie: Caterina Cianfarini | Choreinstudierung: Mark Daver |

Fokus auf die Musik
In Donizettis Belcanto-Oper brechen sich die Leidenschaften in dramatisch zugespitzten Arien mit vorwärtsdrängenden, perlenden oder messerscharfen Tonkaskaden Bahn. «Maria Stuarda» ist eine semikonzertante Aufführung und die Fortsetzung des mit «L’italiana in Algeri» neu geschaffenen Formats im ernsten Fach. Friederike Schubert richtet die Szene als Sängerinnen-Fest, mit sparsamen Mitteln, sportlichem Zeitplan und unter kreativer Beteiligung des Ensembles ein.

Gesang, Gesang, Gesang
«Maria Stuarda» ist eine Oper über Macht und Ohnmacht zweier Königinnen. Aber das eigentliche Thema ist der Gesang. Gesang, Gesang und nochmals Gesang. Die gesamte psychische, seelische Befindlichkeit – unterstützt, begleitet und kommentiert vom Orchester – wird in die Stimme gelegt, in ihre Melodieführung, ihre Farbgebung. Es geht dabei nicht um oberflächlichen Schöngesang, wie Belcanto wörtlich übersetzt heisst, sondern es passiert eine ganz starke Psychologisierung dessen, was man mit den Stimmbändern machen kann. Natürlich gab es zu Donizettis Zeit einen gemalten Hintergrund, der mit Kerzen und anderen sehr gefährlichen Beleuchtungskörpern schummrig und schaurig ausgeleuchtet war. Aber eigentlich brauchte man ihn nicht.

Keine Schauspieler
Natürlich hoben die Sänger*innen manchmal die linke, manchmal die rechte Hand. Manche waren begabt, sogar sehr begabt und haben intensive Szenen vorgeführt. Aber eigentlich brauchte man auch das nicht. Denn, wenn man Kritiken aus der damaligen Zeit liest, waren die Menschen vor allem von dem erotisiert und fasziniert, was rein stimmlich passierte. Es war nicht allein die Bewunderung für die Virtuosität der Sänger*innen, sondern auf einmal war es möglich, durch den stimmlichen Aufschwung, seelische Räume beim Publikum aufzureissen. Das war neu. Bellini führte es ein, Donizetti übernahm es: Dieses sich «Davonträumen» der Singstimme, ganz so wie sich damals die Tänzerin Carlotta Grisi plötzlich auf die Spitze stellte, sich von der Erdenschwere löste. Genau das Gleiche passierte bei der Gesangsstimme, beim Tenor, beim Sopran: Sie lösen sich von der Erdenschwere, die Stimmen schweben davon. Die Stimmen bekommen Flügel, träumen sich fort und singen sich davon.

Stimmen
«Marina Viotti setzt ihren kostbar timbrierten Mezzosopran überaus differenziert ein, brilliert mit lyrischer Emphase ebenso wie mit dramatischer Attacke. Sie verfügt auch über ein Messa di Voce, das im Belcanto so wichtig ist.» Luzerner Zeitung | «Eine gesangliche Parforceleistung der zwei Hauptfiguren dieses Dramas, die nicht nur bildlich, (auf dem Turm), sondern auch stimmlich immer auf der Höhe waren.» Innerschweiz Online | «Keine Berührung, kaum ein Blick: Es bleibt ein Kampf der Noten, den Rest erledigt die Phantasie. Das ist grossartig.» Neue Zürcher Zeitung

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