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Theater Basel | Biedermann und die Brandstifter

Publiziert am 27. Februar 2014

«Man ist kein Rassist; es ist schliesslich eine Tradition, dass man nicht rassistisch ist, und die Tradition hat sich bewährt. … Trotzdem sind sie einfach anders.» (Max Frisch)

Theater Basel | Biedermann und die Brandstifter | Schauspiel von Max Frisch | ab 16 Jahren | Schauspielhaus | Regie: Volker Lösch | Premiere: 27. Februar 2014 | Weitere Vorstellungen bis 22. April 2014

Die Ausländer kommen
Der Regisseur Volker Lösch und sein Team verstehen Max Frischs «Biedermann und die Brandstifter» als Angstfantasie einer von sogenannten Ausländern bedrohten Heimat: Man lebt zufrieden, ist beruflich erfolgreich. Eines Tages stehen zwei Fremde vor der Tür und wollen nicht mehr gehen. Und wehe, man hat nicht den Mut, sie rauszuwerfen. … Ein Brand von apokalyptischen Ausmassen scheint die logische Konsequenz. In Person der beiden Brandstifter begegnen Gottlieb Biedermann jene bedrohlichen Gespenster des Fremden und Unheimlichen, die seine tief sitzende Furcht um Position und Status hervorbringt.

Zur Inszenierung
Die Inszenierung setzt sich mit den Bildern vom Eigenen und Fremden auseinander, die unser Zusammenleben prägen. Eine wichtige Rolle spielen dabei zwei Sprechchöre: ein patriotisch gesinnter Chor der Feuerwehrleute und ein Chor von Basler AusländerInnen, PapierlischwyzerInnen, MigrantInnen, Flüchtlingen, Einwanderern, Secondos, Secondas etc., die von ihren Begegnungen mit den Einheimischen, ihren Lebensumständen und den Anstrengungen der Anpassung erzählen. Sie stammen aus vielen Ländern und sie sind nicht auf einen Nenner zu bringen.

Max Frisch
«Ein kleines Herrenvolk sieht sich in Gefahr: Man hat Arbeitskräfte gerufen, und es kommen Menschen. Sie fressen den Wohlstand nicht auf, im Gegenteil, sie sind für den Wohlstand unerlässlich. Aber sie sind da. … Was tun? Es geht nicht ohne strenge Massnahmen, die keinen Betroffenen entzücken, nicht einmal den betroffenen Arbeitgeber. Es herrscht Konjunktur, aber kein Entzücken im Lande. … Man ist kein Rassist; es ist schliesslich eine Tradition, dass man nicht rassistisch ist, und die Tradition hat sich bewährt. … Trotzdem sind sie einfach anders. Sie gefährden die Eigenart des kleinen Herrenvolkes, die ungern umschrieben wird, es sei denn im Sinn des Eigenlobs.»

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