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Berlinale 2018 | Shootingstar Luna Wedler | Interview

Publiziert am 19. Februar 2018

arttv.ch hat Luna Wedler, den Schweizer Shootingstar an der Berlinale 2018, für ein Gespräch getroffen.

Shooting Star ist eine seit 1998 von der European Film Promotion (EFP) im Rahmen der Berlinale vergebene Auszeichnung an junge, aufstrebende Filmschauspieler*innen. Ziel ist es, junge Schauspieltalente aus Europa einer grossen Öffentlichkeit und internationalen Filmproduzenten bekannt zu machen. Damit werden Karrieren und somit der europäische Film geördert. Die Schweizerin Luna Wedler ist eine von zehn, die es 2018 geschafft haben, dabei zu sein.
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Luna Wedler Sie sind Shootingstar der Berlinale 2018, wie fühlt sich das an?
Natürlich grossartig! Ich habe schon so viel hier erlebt, so wunderbare Menschen kennen gelernt, wertvolle Kontakte geknüpft. Wenn man mir vor fünf Jahren gesagt hätte, dass ich mal die Schweiz an der Berlinale als Shootingstar vertrete, hätte ich es nicht geglaubt.

Sie sind eine von insgesamt 10 jungen Schauspieler*innen, die vom Netzwerk der European Film Promotion (EFP) für den Event ausgewählt wurden. Wie ist es, als Gruppe unterwegs zu sein?
Sehr angenehm, wir haben es total gut zusammen und sehr viel Spass. Ich habe mir auch von allen die Filme angesehen. Ich finde es faszinierend, wie facettenreich das europäische Kino ist.

In einer Talk-Sendung des Schweizer Fernsehens werden die Gäste zu Beginn jeweils gefragt wer sie sind. Luna wer sind Sie?
Ich bin einfach Luna, fertig.

Mehr nicht?
Doch schon, ich lebe in Zürich. Meine Mutter ist Schweizerin, mein Vater stammt aus Deutschland, aus Hamburg. So bin ich also halb Zürcherin – Stadtzürcherin wohl verstanden – und halb Hamburgerin.

Sie sind für den Schweizer Filmpreis als beste Darstellerin im Film «Blue my Mind» nominiert und haben seit «Amateur Teens» eine vielbeachtete Karriere hingelegt. Zudem sind Sie wohl momentan die begehrteste junge Schauspielern der Schweiz. Macht Ihnen dieses Tempo nicht manchmal Angst?
Doch, manchmal schon. Aber ich lebe im Moment, nehme die Dinge wie sie kommen. Schauspielerin zu sein ist mein Traum. Ich setze alles darauf.

Dann gibt es keinen Plan B?
Nein!

Sie haben gesagt Ihr Vater stammt aus Hamburg. Daher ihr perfektes Hochdeutsch?
Ja, mit ihm rede ich Hochdeutsch, mit meiner Mutter Schweizerdeutsch. Meine ersten Filme waren im Dialekt. Ich bin gespannt, wie sich Luna Wedler im neuen Film «Das schönste Mädchen der Welt» auf Hochdeutsch anfühlt.

Um was geht es im Film?
Es ist eine romantische Liebeskomödie. Eigentlich ist es eine moderne deutsche Adaption des Theaterstücks «Cyrano de Bergerac».

Sie arbeiten auch mit Heike Makatsch und Anke Engelke zusammen.
Ja, aber Anke Engelke habe ich noch nicht getroffen, Heike Makatsch schon. Es ist unglaublich, welche Präsenz sie am Set ausstrahlt, wie schnell sie die jeweilige Aufgabe erfasst.

Sonst Lieblingsschauspieler*innen?
Ich mag diese Frage nicht, es gibt so viele, die ich hervorragend finde. Es macht keinen Sinn, einzelne Namen zu nennen.

Und Traumrollen?
Am liebsten starke Frauen, die ihren Weg gehen und etwas zu sagen haben.

*Sie haben ein Diplom als Tänzerin. Für was schlägt ihr Herz höher, den Tanz oder das Schauspiel? *
Ich liebe den Tanz. Seit ich neun Jahre alt bin habe ich täglich trainiert, mehrere Stunden pro Woche, Ballet aber auch Modern Dance. Müsste ich mich aber entscheiden, würde ich die Schauspielerei wählen. Es wäre allerdings cool, wenn sich ein Projekt ergeben würde, in dem ich beide Welten vereinen könnte.

Sie studieren gegenwärtig an der European Film Actor School (EFAS) in Zürich, übrigens die älteste reine Film-Schauspielschule Europas.
Ja genau, nächstes Jahr schliesse ich ab.

Man hört, dass Absolventen der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK ) die EFAS immer wieder belächeln, weil es eine Privatschule ist und sich dort jene bewerben, die bei der ZHdK durch die Prüfung gefallen sind. Fakt ist, dass die EFAS, was bekannte Namen betrifft, erfolgreich ist. Joel Basman, Martin Rapold und Soraya Gomaa sind ehemalige Shooting Stars. Leonardo Nigro ist eines der bekanntesten Gesichter im Schweizer Film.
In erster Linie sind es unsere Dozenten und Dozentinnen. Sie sind wirklich gut und wissen genau, auf was es in der Filmschauspielerei ankommt. Wir sind eine relativ kleine Schule. Ich glaube das hat positive Auswirkungen. Wir unterstützen uns gegenseitig und jeder schaut für den anderen. Es ist wie in einer guten Familie.

Man sieht Sie im Kino, möchten Sie sich auch als Bühnenschauspielerin profilieren?
Ehrlich gesagt traue ich mir das nicht zu. Das ist nochmal eine ganz andere Herausforderung.

Zurück zu den Shooting Stars 2018. Einer fällt dabei ganz besonders auf, der Deutsche Franz Rogowski. Er lispelt und hat eine gespaltene Oberlippe. Er ist quasi die Antithese zum geschliffenen Hollywood-Klischee. Rogowski steht vielmehr für tiefgründiges, kantiges, faszinierendes Kino. Für was möchte Luna Wedler dereinst künstlerisch stehen?
Ganz klar für den Arthouse Film. Ich freue mich auf weitere Drehs in Deutschland. Aber auch die französische und die englische Filmszene reizen mich. Hollywood steht für mich nicht im Vordergrund. Mein Herz schlägt für das europäische Kino. Jetzt nach dieser Berlinale erst recht.

Luna Wedler, vielen Dank für dieses Gespräch. | Interview: Felix Schenker

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Die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin finden vom 15. bis 24. Februar 2018 statt.

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