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CH-Kino | Bergauf, Bergab

Publiziert am 24. Juli 2008

"Bergauf, Bergab" berichtet vom Leben in der Abgeschiedenheit der Innerschweizer Berge und den Veränderungen und Gefahren, die den Bergbauern drohen. Und von ihrem Mut, an der traditionellen Lebensweise festzuhalten, gegen die Widerstände einer globalisierten Welt, der das Naheliegende allmählich abhanden kommt.
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Synopsis: Die Kempfs leben auf drei Stufen Heimat. Je nach Jahreszeit bewirtschaftet die Familie einen anderen ihrer drei Höfe im Urner Schächental: mal im Talboden, mal im Bieler auf 1120 Metern oder dann ganz oben, an der Baumgrenze. Zusammen mit ihrem Vieh ziehen sie von Hof zu Hof, um immer dort zu sein, wo der Boden die saftigsten Gräser hergibt.

Es ist ein harter Alltag, geprägt von Entbehrungen und wenig Freizeit. Doch fernab der Hektik der Städte entfaltet sich das Glück auf andere Weise: die innere Zufriedenheit, sein eigener Herr zu sein, Eins zu sein mit dem Vieh in einer einmaligen Berglandschaft. Es gibt nicht mehr viele Schweizer Bergbauern, die diese einzigartige, archaische Lebensweise der Kempfs noch leben. Wer mehr Wert auf Inhalt als auf (technische) Verpackung legt, ist mit diesem Film gut bedient.

Kritik: Hans Haldimann hat praktisch im Alleingang eine Perle eines Autorenfilms realisiert. Er zeigt uns eine Welt, von der man denkt, dass es sie gar nicht mehr gibt und das ganz ohne Pathos. Anders als andere Schweizer Dokumentarfilme, die sich auf dem – zur Zeit sehr angesagten – Feld der Ethnoschiene tummeln, kommt ““Bergauf, Bergab” ganz ohne Mythos aus. Haldimann bleibt dokumentarisch, beobachtet diskret im Hintergrund. Er macht die Dinge nicht grösser als sie sind und sie gerade dadurch stark. Wer also mehr Wert auf Inhalt als auf (technische) Verpackung legt, ist mit diesem schönen Film bestens bedient. Der Zuschauer erhält einen liebevollen, ungekünstelten Einblick in das Leben der Familie Kempf. Besonders fällt einem dabei der natürliche Umgang der Bergbauerneltern mit den beiden kleinen Buben auf. So einfach und natürlich kann man Kinder also auch erziehen. Viele urbane Eltern sollten sich “Bergauf, Bergab” nur schon deshalb ansehen. Aber da ist noch viel mehr: Der Zusammenhalt, der Humor, der Sinn für das Wesentliche, Einfache, Stimmige der die Protagonisten auszeichnet und den Film so unvergesslich macht.

Felix Schenker

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“Bergauf, Bergab”, Dokumentarfilm, 101 min, Schweiz (2008), Regie: Hans Haldimann, mit: Monika Kempf, Max Kempf, Verleih: Xenix Filmdistribution, Startdatum: 24.07.2008 (Deutschschweiz)

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