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Visions du Réel | Nationaler Wettbewerb | Menschenskind!

Publiziert am 31. März 2021

Braucht eine Frau zwingend einen Mann, um ein Kind zu bekommen?

«Menschenskind!» handelt vom einem anspruchsvollen Weg: Er zeigt die Geschichte von Marina Belobrovaja, der Regisseurin selbst, die ein dringliches Bedürfnis verspürt, ein Kind zu bekommen. Um ihren Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen, sucht sie nach einem Samenspender, den sie später in einem anonymen Hotelzimmer trifft. Ist es an der Zeit, das Konzept der Kleinfamilie als die einzig adäquate Form der Elternschaft zu verabschieden?
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Marina Belobrovaja über ihren Film
Meine Geschichte ist keineswegs einzigartig. Im Gegenteil, ich habe einfach das durchgezogen, worüber viele in vergleichbarer Situation nachdenken, es aber nicht tun, beispielsweise aus Angst, ihren Kindern kein angemessenes Leben bieten zu können oder aus der Mehrheitsgesellschaft ausgeschlossen zu werden. Doch wenn kinderlose Paare heute immer öfter Hilfe der Samenbanken beanspruchen, deren Zugänglichkeit für lesbische Paare vor einigen Monaten endlich auch in der Schweiz Realität geworden ist; wenn sich immer mehr Familien mit zwei Müttern oder Vätern zu ihrer Lebensform bekennen und wir vermehrt über die Leihmutterschaft diskutieren, die zwar noch nicht in der eidgenössischen Gesetzgebung, aber schon längst in der Schweizer Wirklichkeit angekommen ist, dann ist es an der Zeit, das Konzept der Kleinfamilie als die einzig adäquate Form der Elternschaft zu verabschieden. Denn unabhängig davon, welchen Lebensentwurf jede*r von uns für sich beansprucht, sind sie alle Teil einer vielfältigen Wirklichkeit und sollen daher offen und legal gelebt werden können.

Dass meine und unsere Geschichte nicht veränderbar ist, ist eine Tatsache. Nicht zuletzt deswegen besteht das Anliegen dieses Films in einer aufmerksamen Reflexion der vielen Fragen und Widersprüche, die sich sowohl in Hinblick auf meine Entscheidung, auf diese Weise Mutter zu werden, als auch im Zusammenhang mit dem Entschluss, unsere Geschichte filmisch zu verarbeiten, stellen. Wenn ich mich heute frage, was meine Tochter in absehbarer Zukunft von ihrer Herkunft, aber auch von diesem Film halten wird, kann ich das nur soweit beantworten, dass ich als Mutter dem Alter und der Reife meiner Tochter entsprechend offen mit unserer Familiengeschichte umgehe und dass ich als Filmemacherin diesen Film nicht zuletzt auch deswegen machen musste, um meiner Verantwortung ihr gegenüber gerecht zu werden.

Marina Belobrovaja

Zum Film
Ist Elternschaft die einzig logische Fortsetzung eines jeden Lebens? Hat das traditionelle Konzept der Kleinfamilie ausgedient? Die Filmemacherin Marina Belobrovaja hat einen Weg gewählt, über den viele Frauen in einer vergleichbaren Situation nachdenken, ihn aber doch nicht gehen. In «Menschenskind!» setzt sie sich, ausgehend von der Zeugungsgeschichte ihrer Tochter mit Hilfe eines Samenspenders, mit den bestehenden gesellschaftlichen Vorstellungen, Rollenmustern und Konventionen rund um Elternschaft und Familie auseinander.

Stimmen
«Ich hätte noch eine Stunde weiterschauen können.» – Markus Tschannen, Mamablog | «Eine radikal intime Auseinandersetzung mit dem Thema «Samenspende», die auch den schmerzhaften Zweifeln/Ambivalenzen nicht ausweicht. Viele Grautöne statt plumpes Schwarz-Weiss.» – Claudia Senn, annabelle

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Menschenskind! | Buch und Regie: Marina Belobrovaja | Dokumentarfilm | 82 min | ki Verleih Schweiz: Valerio Bonadei | FilmBüro

Voraussichtlicher Kinostart Deutschschweiz: 13. Mai 2021

Auf visionsdureel.ch online verfügbar vom 22. April um 11 Uhr bis 25. April 2021 um 11 Uhr

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