Adrián Villar Rojas erklärt, warum er nicht will, dass man sich diesen Video anschaut

20 Jahre Kunsthaus Bregenz | Adrián Villar Rojas | The Theater of Disappearance

Publiziert am 19. Juli 2017

Adrián Villar Rojas beschert dem KUB zum 20-jährigen Jubiläum eine der eindrücklichsten und aufwendigsten Ausstellungen in seiner Geschichte.
«The Theater of Disappearance» hat bereits jetzt ihren gesicherten Platz in der Historie des KUB. Selten wurden derart viele Materialien verarbeitet, selten so massiv Ressourcen in Anspruch genommen. Entstanden ist ein bildgewaltiger, vierteiliger Zyklus, eine Passage durch die Geschichte der menschlichen Kultur von ihrer Entstehung bis zu ihrer fragwürdigen Apotheose.

Kunsthaus Bregenz | Adrián Villar Rojas | The Theater of Disappearance | bis 27. August 2017

Vier Teile
Das Erdgeschoss bietet der Ausstellung von Adrián Villar Rojas eine vollkommen leere Bühne. Sogar der von Peter Zumthor eingerichtete Kassentresen wurde für diese Ausstellung entfernt. Durch die Fenster strömt farbiges Licht. Auf dem Boden ist die enorme, unüberblickbare Vergrösserung eines Bildes ausgespannt. Die Darstellung des Gemäldes Madonna del Parto (1450—1475) von Piero della Francesca wurde in Argentinien handgefertigt. Das erste Geschoss des Kunsthauses ist verdunkelt. Von der Decke hängen Pflanzen. Die gesamte Bodenfläche ist mit braunen Marmorplatten bedeckt. Die versteinerten Fossilien in den Platten wurden sorgfältig in Handarbeit freigelegt und sichtbar gemacht; rundliche Schneckenformen von Ammoniten sind zu erkennen, daneben langstielige Urwesen und Planktontiere. Das zweite Obergeschoss ist ebenfalls verdunkelt. In der Mitte befindet sich eine überdimensionale Kopie von Picassos Guernica (1937). Villar Rojas versieht das weltbekannte Gemälde mit einer Feuerleiste, die an seiner Unterseite züngelt. In der Mitte hängt ein Eisenkorb von der Decke. Villar Rojas bezeichnet ihn als »Lüster«. Der Mensch ist in der Welt und mit ihm das Schlachten und die Gewalt. Im obersten Geschoss ändert sich die Stimmung. Der gesamte Raum ist in hygienischem Weiss gehalten. Auf einer vierteiligen Rampe thronen die Beine des David (1501—1504) von Michelangelo. Der erzählerische Bogen zur im Erdgeschoss verbildlichten Renaissance schliesst sich hier.

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