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Bündner Kunstmuseum | LandLiebe | Kunst und Landwirtschaft

Publiziert am 27. September 2021

Die Scholle, die Landschaft und die Landwirtschaft werden mit den Augen der Kunst betrachtet, mal analytisch, mal emotional, liebend oder kritisch.

Für die Schweiz und Graubünden im Speziellen ist das Thema Landwirtschaft in der Kunst von zentraler Bedeutung. Lange begünstigte die Kunst eine idealisierende Sichtweise auf das Bauerntum. Heute rücken eher Themen wie Bodenerosion oder Überbewirtschaftung in den Vordergrund. Die Ausstellung fokussiert assoziativ auf die ambivalente Beziehung zwischen Mensch und Acker und zeigt auch mehrere eigens kreierte Installationen. Ein Symposium erweitert die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema.
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Der Grund, auf dem wir leben, fliesst!
Symposium | 30. Oktober 2021

Ein fester Boden unter den Füssen verspricht Stabilität. Er gibt Halt, sichert ab, bildet die Grundlage unserer Ernährung. Verliert man hingegen den Boden unter den Füssen, stehen die Zeichen auf Umbruch und künden von Unsicherheit und Instabilität. Das gilt nicht nur im metaphorischen Sinne. Wo der Boden in Bewegung gerät, sei es bei einem Erdrutsch oder Bergsturz, ist der Begriff «Katastrophe» nicht fern. Dennoch entspricht die Vorstellung eines gänzlich unbeweglichen Bodens nicht der Realität. Der Naturforscher Alfred Wegener entwickelte bereits 1915 die Theorie der Kontinentalverschiebung und behauptete, dass der Boden in steter Bewegung sei. Ein Zeitgenosse Wegeners rief überrascht aus: «Der Grund, auf dem wir leben, fliesst!». Der französische Soziologe Bruno Latour doppelt jüngst nach: «Die Erde mutiert!».

Die Tagung thematisiert die (In-)Stabilität des Bodens am Schnittpunkt der Geistes- und Naturwissenschaften. Es geht um «Boden(ge)schichten», die natürliche und anthropogene Veränderungsprozesse reflektieren. Dazu gehört auch der metaphorische Gehalt naturwissenschaftlicher Erkenntnisse

Mythen und Wirklichkeit

Bis im 20. Jahrhundert hinein, wurde das Bauernleben oft im Kreislauf der Natur dargestellt. Die Idylle von einst weicht in der Gegenwartskunst einem Befragen vom Themen, die im Zusammenhang mit dem Klimawandel und der Technisierung der Landwirtschaft stehen. Die ökologische Schieflage unseres Planeten wird oft als Folge der globalen Landwirtschaft verstanden. Die emotional aufgeladene Thematik wird von der Kunst zwischen Mythen und Geschichte, Sehnsucht und Wirklichkeit verortet und lässt neue und überraschende Sichtweisen auf ein vermeintlich bekanntes und vertrautes Terrain entstehen. Mit Werken von: Korbinian Aigner, Cuno Amiet, Mirko Baselgia, Denise Bertschi, Emil Brunner, Edward Burtynsky, Carlos Fernández, Andrea Garbald, Dorota Gawęda und Eglė Kulbokaitė, Oliver Gemperle, Giovanni Giacometti, Asta Gröting, Ilkka Halso, Johann Jakob Hauswirth, Lois Hechenblaikner, Olaf Holzapfel, Sofia Hultén, Ernst Ludwig Kirchner, Marcus Maeder, Val Minnig, Roland Roos, Louis Saugy, Paul Senn, Lerato Shadi, Beatrix Sitter-Liver und Anna Tiessen.

Olaf Holzapfel

Olaf Holzapfel realisiert mit «Pflanzenwerk» seine erste institutionelle Einzelausstellung in der Schweiz. Sie wird parallel zur Ausstellung «LandLiebe» gezeigt, wo ebenfalls Werke von Olaf Holzapfel präsentiert werden und ergänzt sie. Seine, im Labor des Bündner Kunstmuseums aufgebaute Installation «Pflanzenwerk», ist trotz ihrer Monumentalität durchlässig, leicht und bildhaft. Aus massiven Holzbalken und Schilfrohrhalmen erstellt, entsteht das Bild einer vor- und zurückspringenden Fassade. Sie basiert auf einem Algorithmus aus zufälligen Parametern. Analoge und digitale Prozesse gehen hier ganz selbstverständlich Hand in Hand.

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LandLiebe. Kunst und Landwirtschaft | Bündner Kunstmuseum Chur | bis 2. Januar 2022

Pflanzenwerk | Olaf Holzapfel | bis 14. November 2021

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