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Foundation Award 2014 | Focketyn del Rio studio

Publiziert am 25. Juni 2014

Das Focketyn del Rio studio gewinnt den Förderpreis für Schweizer Jungarchitekten. Das Basler Büro, das Ende 2013 im Architekturwettbewerb um den Umbau der Basler Kaserne siegte, überzeugte die Jury auch mit den Entwürfen für ein Schulhaus und Wohnbauten. Mehr lesen
foundation award 2014

Sanfte Rebellen
Das Basler Focketyn del Rio studio hat seinen Entwurf zum Umbau der Basler Kaserne beim Foundation Award eingereicht und den ersten Rang erzielt. Die Jury hebt die Feinfühligkeit hervor, den das spanisch-belgische Architektengespann im Umgang mit der historischen Bausubstanz an den Tag legt, sowie die geschickte Verwebung von Innen- und Aussenräumen. Das Überwinden der anspruchsvollen Topografie zeigt die Fähigkeiten der Architekten sowohl im Kleinen wie im Grossen. Wie beim Foundation Award üblich wurden nicht nur die eingereichten Projekte beurteilt, sondern auch ein Text, in dem sich das Büro selbst thematisiert. Focketyn del Rio studio nutzten diese Gelegenheit für ein Manifest, das ihre Haltung zur Architektur umreisst. Der prägnante Text hält in zehn knappen Punkten die vielfältigen Aspekte fest, die das architektonische Schaffen von heute beeinflussen. Die geistige, fast subversive Haltung, die Hans Focketyn und Miquel del Rio Sanin darin einnehmen, fassen die beiden so zusammen: «We want to hide strong concepts in friendly words. We want to be soft radicals.»

Archäologen der gebauten Landschaft
Freundlichkeit ist auch ein prägendes Element für das Schaffen der zweitplatzierten Camponovo Baumgartner Architekten aus Zürich. Hier steht die Nähe zum Menschen und seinen Bedürfnissen im Zentrum. Marianne Baumgartner und Luca Camponovo stellen einen einfach formulierten, aber schwer einzulösenden Anspruch an sich selbst: Dinge zu gestalten, die Freude bereiten. Sie sehen sich als Archäologen der gebauten Landschaft, die die bestehende Struktur und Substanz möglichst weiterverwenden. Sie überzeugten die Jury mit Arbeiten unterschiedlicher Massstäblichkeit, darunter der Umbau einer Stallscheune, Sekundärbauten im Weldermettpark in Bern oder der Neubau des Betreuungsgebäudes des Aemtler Schulhauses Zürich.

Reisender zwischen den Welten
Den dritten Rang erreicht das Atelier Hirschbichler aus Zürich. Die Arbeiten des jungen Österreichers Michael Hirschbichler entfalten sich, in seinen eigenen Worten, an der Schnittstelle von Architektur, Forschung und Kunst. Die Jury hatte daher nicht nur Projekte im engeren Sinn zu beurteilen, sondern auch Collagen, Skulpturen, Installationen sowie theoretische Reflexionen und Auseinandersetzungen. Beiträge, mit denen Michael Hirschbichler den Architekturdiskurs um neue, überraschende Impulsen anreichert, befand die Jury.

Junge Architektur fördern
Jedes Jahr werden drei junge, innovative Architekturbüros ausgezeichnet, deren Gründung nicht mehr als vier Jahre zurück liegen darf. Eine unabhängige Fachjury beurteilt nicht ausschliesslich ein Projekt, sondern auch die Geschäftsidee, die Haltung oder die Philosophie eines Büros. Alles, was ein Büro ausmacht und was es von anderen unterscheidet, spielt eine Rolle.

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