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Künstlerporträt | Andy Guhl

Publiziert am 14. August 2018

Andy Guhl hackt Alltagselektronik und macht Musik daraus.

Andy Guhl ist ein Sound Artist der ersten Stunde und gehört zu den europäischen Eltern der experimentellen elektronischen Musik.
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Vom Kontrabass zur experimentellen elektronischen Musik
Andy Guhl (*1953, St. Gallen, Schweiz) spielte als Teenager Kontrabass und Schlagzeug. Mit 16 Jahren wandte er sich der Elektronik zu und begann mit Klängen zu experimentieren, die mithilfe der Schwachstrom- und Löttechnologie erzeugt wurden. Gleichzeitig nahm er klassischen Kontrabass-Unterricht. Er spielte zunächst mit verschiedenen Freunden in Duos; ab 1972 formierte er kleine Improvisationsensembles mit Gieri Battaglia, Norbert Möslang, Herbi und Bernhard Leuthold. Die Formation Möslang/Guhl trat zu Beginn an Amateurfestivals auf; 1977 nahm sie am Free Music Festival der Free Music Production in Berlin teil, wo das Album Deep Voices aufgenommen wurde. Andy Guhl war ausserdem Gründungsmitglied der ersten Musikerkooperative der Schweiz.

Gehakte Alltagselektronik
1984 ging aus dem Duo die Formation «Voice Crack» hervor, die zeitweise mit weiteren Musikern wie Stephan Wittwer, Carlos Zingaro und Günter Müller zusammenarbeitete. «Voice Crack» begannen damit, alltäglichen elektronischen Geräten Geräusche zu entlocken, und prägten schliesslich den Begriff der «geknackten Alltagselektronik». Durch die Manipulation dieser Objekte zur Klangerzeugung sprengten sie die traditionellen Grenzen zwischen Alltagsgegenständen und Musikinstrumenten sowie deren akustische Wahrnehmung. In den 1990er Jahren erweiterte das Duo seinen Aktionsradius und machte sich daran, akustische Phänomene in mehreren Installationen visuell darzustellen; dazu gehörte die Installation «Sound Shifting», die es auf Einladung der Schweizer Kulturstiftung 2001 an der Biennale in Venedig zeigte.

Pionier im experimentellen Bereich
Ab 2002 experimentierte Andy Guhl mit immer innovativeren Installationen und unter Verwendung von audio-visuellen Rückkoppelungen in analogen elektronischen Systemen, die er «The Instrument» nannte, was soviel bedeutet wie erweiterte geknackte Alltagselektronik. «Für mich ist die Physik ein Baustein der Musik, der uns ermöglicht, das zu sehen, was wir hören», sagt Andy Guhl. Andy Guhl ist ein Sound Artist der ersten Stunde und gehört zu den europäischen Vätern der experimentellen elektronischen Musik. Als Mitglied der Formationen «Voice Crack» und «Poire_Z» beeinflusste er massgeblich mehrere Musiker- und Künstlergenerationen der internationalen Underground- und Noise-Bewegungen. Er hat über 30 Alben veröffentlicht und ist an künstlerischen Veranstaltungen und Ausstellungen in mehr als 20 Ländern aufgetreten.

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Andy Guhl | Künstlerporträt | Musiker | Experimentelle Musik | TEKTONIK, 10 Jahre Unesco Welterbe Tektonikarena Sardona, Schweiz | Wanderausstellung 14. Juli bis 21. Oktober 2018 | Installation «Obsidian – The Silicium of the Stone Age» von Andy Guhl in Sankt Martin im Calfeisental 1350 m.ü.M, Kanton St. Gallen.

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