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Swissgrid Aarau | Kunst und Bau | Katja Loher

Publiziert am 08. Januar 2019

Während die reale Welt des Wechselstroms einen Takt von 50 Hertz vorgibt, krabbeln die «Loherschen Ameisen» in ihrer eigenen Frequenz.

In der Videoinstallation «Where does the rainbow end?» bewegen sich Ameisen durch die Elemente Wasser, Erde, Luft und Feuer bis hin zu den Träumen. Die Künstlerin hat dieses vielschichtige Werk als Kunst und Bau-Projekt für den neuen Hauptsitz des Netzbetreibers realisiert.
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«Where does the rainbow end?»
Der künstlerische Regenbogen, der symbolisch den Hauptsitz von Swissgrid durchzieht, nahm seinen Anfang im April 2015. Das von der in New York lebenden Schweizer Künstlerin Katja Loher eingereichte Projekt wurde dann zur Realisierung ausgewählt. Regenbogen haben etwas Magisches. So auch Lohers Regenbogen, auf dem Ameisen sich durch die Elemente Wasser, Erde, Luft und Feuer bis hin zu den Träumen bewegen. Auf sieben Abschnitten der Videolinie durchwandern sie das Farbspektrum des Regenbogens. Beginnend beim Rot für das Element Feuer bis hin zum Violett für Traumwelten und die anschliessende Transformation am Ende des Regenbogens, dem Ende der Ameisenreise. Als Symbol für den Kontrast zwischen Natur und Kultur, die vom Mensch veränderte Umwelt, verwandeln sich die Ameisen in Elektronen. Die Teilchen, die durch unser Stromnetz flitzen, um uns ein Leben mit allen Annehmlichkeiten zu ermöglichen.

Fantastische Welten
In den Videos der Ameisenlinie und der Bubbles verschmelzen bis zu 80 Schichten zu fantastischen Welten. Regenwald des Amazonas. Meeresbuchten aus dem karibischen Ozean. Reisfelder aus Nepal. Die geheimnisvollen Dämpfe des kochend heissen Flusses Mayantuyacu in Peru. Paso del Ángel, eine Gratwanderung in Kolumbien. Und Strommasten in den Schweizer Bergen, die sich für die Künstlerin zum abstrakten Muster eines Netzes verwandeln. Über ihre Projekte und die damit verbundene Reisetätigkeit an Orte fern von touristischen Pfaden kommt Loher mit Schamanen und Kunstschaffenden in Kontakt. Die Betrachter*innen sind auf eine Reise durch ihre fantastischen Miniversen eingeladen, die Inspiration und eine andere Frequenz in den Alltag bringt.

Schönheit und Verletzlichkeit der Natur
Die für ökologische Anliegen unseres Planeten engagierte Künstlerin nimmt in ihren Arbeiten Themen wie das Aussterben von Flora und Fauna, den Klimawandel sowie die grundsätzlich nicht nachhaltige Beziehung des Menschen mit der Natur auf. Loher sensibilisiert mit ihrer Arbeit für die Schönheit, aber auch die Verletzlichkeit der Natur. Die Swissgrid gewidmeten Videokompositionen indizieren durch ihre Magie zeitgenössische Anliegen zu den Themen Energie, digitale Welten, Gesellschaft und Nachhaltigkeit. Die Linie, die als künstlerisches Element zum ersten Mal in Lohers OEuvre auftaucht, fand ihre Inspiration im Architekturkonzept und in dessen in multiplen Elementen dargestellten Grid. Sie empfängt die Besucher*innen unter dem Vordach und fliesst weiter durch Eingang und Markthalle bis zur Aula. Im Stakkato-Rhythmus durchquert sie das gesamte Erdgeschoss. Ameisen bewegen sich stromgleich, um sich schliesslich in Elektronen zu transformieren. Ein Symbol für die Fluidität des Mediums Strom.

Poetische Fragen
Die Betrachter*innen werden mit rätselhaften, philosophischen Fragen konfrontiert, die auf einer poetischen Ebene viersprachig zur Magie des Werks zurückführen. Von der Künstlerin choreografierte und aus Vogelperspektive gefilmte Ameisen formen ein Videoalphabet. Die getanzten Buchstaben werden dann zu Wörtern und diese wiederum zu Fragen. Lohers Choreografie, die diese Textebenen in vielschichtige Szenarien einbettet, fand ihre Inspiration in den Ameisenkolonien: enorme Netzwerke, gute Organisation und Arbeitsteilung. Jedes Individuum hat bestimmte Aufgaben. Die Anwesenheit des Einzelnen erhöht die Zuverlässigkeit des Systems. «Viele Einzelne» garantieren die Systemsicherheit und die Effizienz der Arbeit durch Arbeits- und Aufgabenaufteilung. Durch die ausgetauschten Informationen ist die Ameisenkolonie in der Lage, ihre Sammelaktivität zu regulieren. Die Erinnerung an früher aufgesuchte Standorte bleibt, und es kann zwischen Standorten unterschiedlicher Ergiebigkeit gewählt werden.

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Swissgrid Aarau | Kunst und Bau | Katja Loher | «Where does the rainbow end» | Besichtigung der Innenräume nur auf Anmeldung

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