Player laden ...

Rätisches Museum | Bündner Söldner - Bündner in fremden Diensten

Publiziert am 14. Juni 2022

Jahrhundertelang zogen Bündner für fremde Mächte in den Krieg, in der Hoffnung auf ein besseres Leben, auf Reichtum oder Abenteuer.

Wohin auf der Welt hat es die Söldner verschlagen, was haben sie dort erlebt und sind sie als gemachte Männer nach Hause zurückgekehrt? Die Ausstellung beleuchtet das Kriegsgeschäft aus sozialgeschichtlicher und wirtschaftlicher Perspektive. Kurator Jürg Spichiger und Gestalter Beat Stalder haben die Ausstellung, die bereits im Nidwaldner Museum zu sehen war, für Graubünden überarbeitet.
Mehr lesen

Flucht aus der Armut

Während Jahrhunderten mussten viele Bündner ihr Auskommen in der Fremde suchen. Dabei lockten vor allem die Solddienste in den Armeen von Königen in Frankreich, Holland und Italien junge Männer an. Das goldene Zeitalter der Fremden Dienste waren die Jahrhunderte zwischen den Mailänderkriegen (1515) und der Französischen Revolution bis 1792. Auch im 1803 gegründeten Kanton Graubünden waren die Militärdienste weiterhin wichtig. Wirtschaftliche Not und Hungerjahre wie 1816/17 trieben Bündner abermals in die Dienste fremder Truppen. Nach den Auflösungen der Regimenter in holländischen Diensten (1829) und in Frankreich (1830) drohte zahlreichen Bündnern die Arbeitslosigkeit. Doch viele fanden neue Engagements, zum Teil auch illegal. Gemäss Schätzungen standen bis zu 1,5 Millionen Schweizer in Fremden Diensten. Das Schicksal der einfachen Söldner blieb meist weitgehend unbekannt. Dass es aber viele an der Zahl waren, ist für Graubünden mit zahlreichen namentlichen Beispielen belegt.

Der Lockruf der Werbeagenten

Der Begriff «Werbung» kommt aus der Zeit der Reisläuferei. Vom 15. bis Mitte 19. Jahrhundert meinte das «Werben» ausschliesslich, Freiwillige für den Militärdienst bei fremden Fürsten zu beschaffen. Im 16. Jahrhundert begannen Offiziere mit einem offiziellen Werbepatent, Männer im grossen Stil für Solddienste anzuwerben. Mit «Trummeln und mit Pfyffen» zogen Anwerber von Ort zu Ort und hielten Ausschau nach kräftigen Burschen. Auf einem Platz vor dem Wirtshaus wurde der Werbetisch aufgestellt. Willigten die jungen Burschen ein, zahlten ihnen die Offiziere eine Hand Geld aus. Dieser Kostenvorschuss war mit einer Dienstverpflichtung verbunden. Doch manche Burschen vertranken und verspielten das Geld, das eigentlich auch für den kommenden Solddienst gedacht war, noch bevor sie loszogen.

Umstrittener Dienst für die Machthaber Europas

Die Fremden Dienste waren stets ein zweischneidiges Schwert. Einerseits hatten sie einen positiven Einfluss auf Kultur, Politik und Wirtschaft der heutigen Schweiz. Andererseits schufen sie Abhängigkeiten von fremden Machthabern, was zu Interessenskonflikten führte – auch noch nach dem offiziellen Verbot der Solddienste von 1859. Ein Beispiel dafür ist die Geschichte des Bündners Johann Peter Stuppa (1621–1701). Er brachte es in französischen Diensten zum hochrangigen Offizier und war gleichzeitig ein wichtiger eidgenössischer Diplomat. Familien wie die Stuppas konnten dank dem Solddienstgeschäft ein beträchtliches Vermögen anhäufen, wovon viele prunkvolle Häuser in den Bündner Tälern zeugen. Die Fremden Dienste gaben auch wichtige Impulse für den Aufbau der Bündner Milizarmee. Und sie beeinflussten andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, zum Beispiel bei der Weiterentwicklung der hiesigen Blas- und Trommelmusik oder in der Ausschmückung kirchlicher Feste.

Text: Rätisches Museum

weniger lesen

Rätisches Museum | Bündner Söldner – Bündner in fremden Diensten | vom 23. April bis 18. September 2022

1.1 Videobericht als Web-Movie
Sie können unsere Videos kostenlos mittels Embed-Code in Ihre Website einbinden. Regelmässiges und mehrmaliges Einbinden von art-tv Videos in eine andere Website als art-tv.ch bedarf unserer Zustimmung.

1.2 Web-Video auf Datenträger
Sie können einen unserer Web-Videos für 35.- Franken plus 5.- Handling auf einer CD bestellen. Es gelten dieselben Bestimmungen wie unter Punkt 1.1.

1.3 Videobericht hochauflösend
Möchten Sie den Bericht in Kinoqualität besitzen oder diesen weiterverarbeiten? Gerne erstellen wir für Sie eine Daten-DVD im gewünschten Format (MPG/DV o.ä.) für Fr. 250.- Franken. Ohne weitere Angaben erhalten Sie den Trailer im Formt DV Pal.

1.4 Kopie des Rohmaterials
In begründeten Fällen können wir Ihnen das gesamte Rohmaterial im gewünschten Format zur Verfügung stellen. Eine digitale Kopie kostet 280.- Franken*. Ist das Originalmaterial noch auf Digitalkassetten gespeichert kostet das Kopieren der ersten 100 Minuten (oder 2 DV-Bänder) insgesamt 280.- Franken, jede weitere Stunde derselben Produktion 50.- Franken*. Wünschen Sie ein anderes Format, oder haben Sie andere Fragen? Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

1.5 TV und Film
Für TV-Sender oder für Filmprojekte bestehen spezielle Regelungen, bitte kontaktieren Sie uns diesbezüglich. (+41 (0) 76 337 59 99)

Rechtliches
Der Bericht und das Videomaterial dürfen nur für den Eigenbedarf verwendet werden und nicht an Dritte abgegeben oder verkauft werden. Eine andere Einbindung in eine Website als über den Embed-Code ist u.U. kostenpflichtig. Die Tarife werden im Einzelfall ausgehandelt.

Preise exkl. MwSt

* Pflichtfeld

arttv Dossiers - Mehr

Forum Schweizer Geschichte Schwyz

Unser eMagazin

CLICK 2022/stage/02
CLICK 2022/cinema/06
CLICK 2022/art/02

Kulturvermittlung unterstützen

Jetzt Mitglied werden