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Luzerner Theater | Der gute Mensch von Sezuan

Publiziert am 20. Januar 2014

Bankenkrise, spektakuläre Betrugsfälle, Nahrungsmittelspekulation. Jeden Morgen beim Aufschlagen der Zeitung werden wir mit negativen Aus­wüchsen unseres Wirtschaftssystems konfrontiert. Brechts Stück ist so aktuell wie nie zuvor!
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Die Götter haben ausgedient
Brechts 1943 in Zürich uraufgeführtes Parabelstück wirft die Frage auf, ob ein guter Mensch im Kapitalismus überleben kann oder ob nicht Unbarmherzigkeit erst Güte ermöglicht. Die Götter haben ausgedient. Sie stehlen sich aus der Verantwortung, verweisen den Menschen auf sich selbst und kehren schliesslich reichlich ramponiert in den Himmel, also ins «Nichts», zurück. Güte als absolutes moralisches Gesetz scheint unmöglich. Die Frage, ob moralisches Empfinden als oberste Handlungsmaxime gelten kann, beschäftigte also nicht nur christliche Ethiker, sondern auch den dramatischen Provokateur Bertolt Brecht. Brecht war mit seinem Stück der Zeit voraus, «Der gute Mensch von Sezuan» ist so aktuell wie nie zuvor.

Suche nach einem guten Menschen
Drei Götter haben sich auf die Erde begeben, um einen «guten Menschen» zu suchen. Überall stossen sie auf Ablehnung, lediglich die Prostituierte Shen Te ist bereit, ihnen ein Nachtlager zur Verfügung zu stellen. Die Entlohnung der Götter reicht aus, um einen kleinen Tabakladen zu eröffnen. Doch schlagartig sieht sich Shen Te von Bittstellern umgeben, die an ihrem bescheidenen Wohlstand teil­haben möchten und das Geschäft in den Ruin zu treiben drohen. Shen Te weiss sich nicht zu helfen und tritt als ihr Vetter Shui Ta auf den Plan, der alle davonjagt und mit harter Hand wieder Ordnung herstellt. Er gründet eine Tabakfabrik, in der die Angestellten unter unwürdigen Bedingungen arbeiten müssen. Die Liebe Shen Tes zu einem stellungslosen Postflieger stürzt sie erneut in Schwierigkeiten. Als das Gerücht aufkommt, Shui Ta habe seine Cousine ermordet, sieht sich Shen Te von allen Seiten umstellt.

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Der gute Mensch von Sezuan | Parabelstück von Bertolt Brecht | Luzerner Theater | bis 2. März 2014

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