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Opernhaus Zürich I Rigoletto

Publiziert am 15. Februar 2013

Wer sich einlässt auf ein revolutionäres Werk, wie es RIGOLETTO zweifelsohne darstellt, erlebt einen brisanten, gewinnbringenden und hochspannenden Abend!

Rigoletto I Melodramma in drei Akten von Giuseppe Verdi (1813-1901) | Libretto von Francesco Maria Piave nach Victor Hugos Schauspiel «Le Roi s’amuse» I Uraufführung: Uraufführung: 11. März 1851 in Venedig | Musikalische Leitung: Fabio Luisi I Inszenierung: Tatjana Gürbaca I Premiere: 03. Februar 2013 I Opernhaus Zürich, Hauptbühne I weitere Vorstellungen bis 13. Juli 2013

Kritik
Auf einem gigantischen Tisch mit grell weissem Leintuch werden die kaputten Psychen der Protagonisten von Verdis RIGOLETTO durch die Regisseurin Tatjana Gürbaca quasi seziert. Dieses Auseinandernehmen der Figuren vollzieht sie mit einer atemberaubenden Präzision. … Mit der Verpflichtung des hawaiianischen Baritons Quinn Kelsey für dessen ersten Auftritt auf europäischem Boden ist dem Intendanten (nach dem Holländer von Bryn Terfel) erneut ein grosser Coup gelungen. Kelsey ist mit seiner kernig und ausdrucksstark strömenden Baritonstimme und seiner imposanten, die Bühne beherrschenden Erscheinung ein idealer Interpret für die Rolle des gescheiterten Vaters. … Diese Gilda MUSS man erlebt haben, denn eine bessere kann man sich momentan kaum vorstellen: Aleksandra Kurzak verkörpert stimmlich und darstellerisch perfekt die Reinheit des gefangenen Vögelchens, welches doch ach so gerne mal den Atem der Freiheit spüren möchte. … Ausführliche Kritik und weitere Angaben zu Inhalt und Werk auf oper-aktuell

Der Glaube an die Liebe
Am Hofe des Herzogs von Mantua werden rauschende Feste gefeiert. Aber die Gesellschaft, die sich da amüsiert, ist moralisch zerrüttet. Sie kennt keine Werte mehr und vergnügt sich aus tödlicher Langeweile. Spass zu haben, heisst hier, den anderen zu demütigen und zu erniedrigen. Der Hofnarr Rigoletto ist der zynischste Spassmacher von allen. Nur seine Tochter Gilda will er vor der verdorbenen Welt schützen. Er sperrt sie weg und verbietet ihr alles. Die junge Frau geht trotzdem ihren Weg. Sie verwandelt sich vom rebellischen Teenager in eine erwachsene Liebende. Ihre Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung ist grösser als die unterdrückende Autorität des Vaters, und ihr Glaube an die Liebe bleibt unerschütterlich, aller Verlogenheit der Gesellschaft zum Trotz. Wie vielen anderen Figuren Verdis gelingt Gilda erst im Sterben, was ihr im Leben versagt blieb – der Schritt in die Freiheit.

Giuseppe Verdi
Mit «Rigoletto» erreicht Giuseppe Verdi eine neue Qualitätsstufe in seinem musikdramatischen Schaffen. Hochpräzis und mitunter geradezu filmschnittartig montiert er die Szenen- und Bilderfolge. Die Partitur offenbart ein geniales Nebeneinander von psychologischer Doppelbödigkeit und melodischer Direktheit. Stark sind die atmosphärischen Kontraste. Giuseppe Verdi schrieb seinen «Rigoletto» in der politisch brisanten postrevolutionären Zeit um 1850.

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