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Interview | Edwin Beeler | Hexenkinder

Publiziert am 11. August 2020

Im Namen Gottes gequält und erniedrigt.

Was haben die Hexenkinder aus der frühen Neuzeit mit den «fremdplatzierten Kindern» aus den 50er und 60er Jahren zu tun? Für den Regisseur Edwin Beeler sehr viel. Allesamt wurden im Namen der Religion ihrer Freiheit beraubt und oft gefoltert und missbraucht. Edwin Beeler spricht über seinen Film, wie er zum Thema kam, wie die Dreharbeiten waren und was ihm mit diesem Film am Herzen liegt.
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Edwin Beeler

Filmografie

Hexenkinder
2020

Die weisse Arche
2016
Arme Seelen – Les Revenants
2011

Gramper und Bosse – Bahngeschichten
2005

Nazis en Suisse (Teil der Serie «L’histoire c’est moi»)
2004

De l’homme au soldat (Teil der Serie «L’histoire c’est moi»)
2004

Der vergessene Krieg – 150 Jahre nach dem Sonderbund
1999

Grenzgänge. Eine filmische Recherche zum Sonderbundskrieg 1847
1998

Bruder Klaus
1991

Rothenthurm – Bei uns regiert noch das Volk
1984

Hexenkinder
So nannte man die Kinder um 1650, die bezichtigt wurden, einen Pakt mit dem Teufel eingegangen zu sein. Oft wurden sie, nachdem sie unter Folter standen zum Tode verurteilt. Auf dieses Schicksal verweist Edwin Beeler, wenn er in seinem letzten Dokumentarfilm fünf sogenannte «fremdplatzierte Kinder» ihre Geschichte erzählen lässt, beheimatet in den 1950er und 60er-Jahren in Schweizer Waisenhäusern. Geschichten von Schlägen, Folter (Waterboarding in der Badewanne) und Missbrauch, Geschichten, in denen den schutzlosen Kindern eingeprägt wurde, dass sie schlecht sind, sittlich verroht und nichts wert. Beeler zeigt einfühlsam die unfassbaren Lebensgeschichten von fünf starken Menschen, die sich allen Widrigkeiten zum Trotz nie unterkriegen liessen, ihr Leben gestaltet haben und über ihre Wunden sprechen.

Edwin Beeler.
Seit 1984 realisiert der ausgebildete Historiker (*1958) Dokumentarfilme in der Schweiz. Stoff und Themen seiner Filme haben oft einen historischen Bezug. Sein erster Kino-Dokumentarfilm «Rothenthurm – Bei uns regiert noch das Volk» kam 1984 heraus. Seine filmischen Beobachtungen und Erzählungen über die Bürgerbewegung gegen den damals geplanten Waffenplatz mitten im Hochmoor stempelten ihn als Linken ab. Nach den Filmen «Bruder Klaus», «Grenzgänge – Eine filmische Recherche zum Sonderbundskrieg 1847» und «Gramper und Bosse – Bahngeschichten» gehörte 2011 sein Film «Arme Seelen – Les Revenants» mit rund 25’000 Kinoeintritten zu den erfolgreichsten Schweizer Kinofilmen des Jahres 2011. Im Jahr 2017 wurde er mit dem Innerschweizer Kulturpreis für sein Gesamtschaffen ausgezeichnet. Im selben Jahr hatte er für « Die Weisse Arche» den Innerschweizer Filmpreis der Albert Koechlin Stiftung erhalten.

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Hexenkinder | Regie: Edwin Beeler | Dokumentation | 96 Minuten | Schweiz, 2020 | Verleih: Calypso Film AG

Filmstart Deutschschweiz: 17. September 2020

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